Neue Facebook-Timeline/Facebook-Chronik: Lohnt sich die Aufregung?

Screenshot meiner Facebook-Timeline: sie enthält meine Beiträge anders angeordnet als bisher.

Was über Social Media Kanäle verbreitet wird, wie es verbreitet wird, wer das alles lesen darf, was man dort schreiben darf und was nicht, oh Hilfe, wer behält bei diesen Diskussionen eigentlich  noch einen klaren Kopf, und was genau ist der klare Kopf in dieser Diskussion? Was Julius Endert auf Carta schreibt, finde ich insofern interessant, als dass er behauptet, wir würden ja nur noch innerhalb der von Facebook gesteckten Grenzen agieren, gar nicht mehr am Prinzip „Facebook“ rütteln. Ist das richtig? Bzw. ist es wichtig, darauf hinzuweisen?

Facebook-Timeline/Facebook-Chronik: Ich wiederhole mich da gerne: Facebook stellt mir ein umfangreiches Tool zur Kommunikation mit Freunden, Bekannten und Verwandten zur Verfügung. Kostenlos. Dazu gehört die Webseite, mobile Versionen davon und Apps, die ich auf allen Smartphones installieren kann. Außerdem noch ein kostenloser Messenger. Wenn ich will, kann ich meinen Account löschen lassen. Dann geistern meine deaktivierten Daten noch irgendwo herum, aber hey, wenn ich irgendwo was auf Rechnung gekauft habe, dann haben auch die meine Daten gespeichert und könnten mich im Prinzip anschreiben. Facebook hat eigentlich gar nichts. Und was wollen die mit meinen Daten schon machen? Mich mit Werbung bedrohen?

Was ändert sich durch die Timeline? Eigentlich hat sich bei der Veränderung in der eigenen Profilseite bei Facebook nur die Darstellung geändert. Neben der Darstellung gibt es nun das Feature Lebensdaten zur Timeline hinzuzufügen, die für das eigene Leben wichtig gewesen sind. Das kann man machen, muss man aber nicht. Das ist sowieso die Devise bei Facebook. Es gibt hier – außer dem gesellschaftlichen – keinen Zwang überhaupt irgendetwas zu machen. Aber dann reden wir doch mal über den gesellschaftlichen Zwang. Soweit ich das im Freundeskreis mitbekommen, wird mit Facebook sparsam und zuweilen ironisch umgegangen. Man kann nämlich auch auf Facebook durchaus Kritik an Facebook üben.

Noch einmal sage ich: man muss sich die Frage stellen, was man selbst für sein persönliches Ich hält. Irgendwo habe ich den Titel gelesen: Mark Zuckerberg: Dieser Mann weiß alles über Dich! So oder so ähnlich stand es da. Und ich hab mich gefragt: wie kann der alles über mich wissen? Eigentlich weiß er so gut wie gar nichts. Und das, was er weiß, ist schwierig in einen schlüssiges profil umzuwandeln. Ich bin doch wohl weit mehr als die Summe meiner Postings und Informationen bei Facebook! Und ich lass mich von Facebook-Kritikern nicht mehr als unmündigen Sklaven brandmarken.

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