Netiquette

10 goldene Regeln für bessere Umgangsformen im Netz

Wie wir mit anderen Menschen kommunizieren, lernen wir bereits in der Kinderstube. Was darf ich? Was darf ich nicht? So wie Kinder lernen zu laufen, lernen sie auch die richtigen Umgangsformen. Aber welche Verhaltensformen und Regeln gelten im Internet? Wie wird man zum Vorbild für Kinder? Anhaltspunkte gibt die Netiquette.

Die Netiquette fasst die Benimmregeln des Internets zusammen und soll zu besseren Umgangsformen im Netz beitragen. Grundsätzlich lässt sich die Netiquette in zehn Regeln zusammenfassen. Wer die Netiquette-Regeln beherzigt, wird zum Vorbild für andere – vor allem für Kinder. Grund genug also, sich unsere zehn Regeln genauer anzusehen.

Was ist Netiquette?

Netiquette ist ein Kofferwort, das sich aus Net (Internet) und Etiquette (Etikette) zusammensetzt. Interessant zu wissen: Ursprünglich waren „Etiquette” angeheftete Zettelchen mit dem jeweiligen Rang einer Person am französischen Hof, die dabei helfen sollten, anständiges und standesgemäßes Verhalten zu wahren.

Netiquette steht also für gutes Benehmen im Internet. Der Begriff stellt Verhaltensregeln für den respektvollen Umgang miteinander in der digitalen Interaktion auf. Leider sind diese empfohlenen Spielregeln rechtlich nicht bindend, und jeder Plattform-Betreiber ist für die Einhaltung seiner Spielregeln selbst verantwortlich. Ein Verstoß wird dennoch häufig mit Ausschluss oder Blockade des Nutzers geahndet.

Obwohl es keine allgemein gültige oder anerkannte Version gibt, beinhalten die meisten Netiquetten die gleichen Werte: keine Hate Speeches (Hassreden), keine Aufforderungen zu Straftaten und keine sexuellen oder rassistischen Beleidigungen und Belästigungen. Solche Ansätze fasste Arlene Rinaldi als erste zusammen und formulierte zentrale Gebote wie „Du sollst nicht deinen Computer benutzen, um anderen Schaden zuzufügen” oder „Du sollst nicht in anderer Leute Files herumstöbern”.


Es ist leicht zu vergessen, dass andere Internet-Nutzer auch nur Menschen sind. Die Netiquette wirkt dem entgegen und hat Umgangsformen im Internet definiert. Bild: Pixabay/Gerd Altmann

Zehn goldene Netiquette-Regeln für ein respektvolles Miteinander

Communities, Diskussionsforen, Chats, E-Mails – im Internet wird über viele verschiedene Wege kommuniziert. Im realen Leben folgen wir dabei normalerweise einer ganzen Reihe von Verhaltensregeln, an die vermutlich auch Sie sich bewusst oder unbewusst halten. Diese Verhaltensregeln bilden Grundpfeiler, die den sozialen Ansprüchen einer Gesellschaft gerecht werden.

Die Netiquette stellt solche Verhaltensregeln auch für die elektronische Kommunikation auf. Dabei gilt grundsätzlich: erst denken, dann schreiben, dann posten. Und zwar immer in dieser Reihenfolge – nie umgekehrt. Und dann gibt es da noch die folgenden zehn goldenen Regeln der Netiquette. Wenn Sie sich an diese Regeln halten, tragen Sie zu einem verantwortungsvollen und respektvollen Miteinander im Internet bei.

Netiquette-Regel 1: Das virtuelle Gegenüber ist auch nur ein Mensch

Online sind Gesprächspartner meistens nicht persönlich sichtbar oder sogar gänzlich unbekannt. Dementsprechend sehen Sie nur selten die Mimik oder Gestik Ihres Gesprächspartners. Das macht es leicht zu vergessen, dass hinter dem virtuellen Gegenüber ein Mensch steckt. So werden die üblichen Höflichkeitsformen aus dem realen Leben im Internet schnell vernachlässigt.

Zudem lassen sich Beleidigungen oder Demütigungen im Internet leichter aussprechen als in einem persönlichen Gespräch. In diesem Punkt führt die Anonymität des Internets zusätzlich zu einer niedrigeren Hemmschwelle.

Das macht diese Regel zur wichtigsten Regel der Netiquette: Online-Gesprächspartner sind Menschen, und Worte im Internet verletzen genauso wie Worte im realen Leben.

Netiquette-Regel 2: Bleiben Sie höflich

Die gängigen Höflichkeitsformen können Sie eins-zu-eins ins digitale Leben übernehmen. Schließlich haben „Bitte” und „Danke” auch online noch niemandem geschadet; Beleidigungen, Belästigungen, Drohungen, Provokationen und Demütigungen hingegen schon. Deshalb sollten Sie im Internet tunlichst darauf verzichten.

Aber es bleibt dabei: Solche Dinge sind schneller getippt, als dass sie in einem Gespräch von Angesicht zu Angesicht ausgesprochen werden. Und: Das Internet vergisst nicht. Selbst wenn Sie glauben, eine Äußerung im privaten Rahmen geschrieben zu haben, kann diese beispielsweise durch Screenshots schneller öffentlich werden, als Sie denken. Je nach Inhalt können Äußerungen im Netz auch strafrechtlich verfolgt werden und damit ernsthafte Konsequenzen im realen Leben haben.

Kurzum: Unhöfliches Verhalten ist im Netz genauso unangebracht wie im realen Leben. Sie riskieren damit sogar Ihren Ruf und Ihr Ansehen. Respektieren Sie stattdessen auch in digitalen Gesprächen die Meinung anderer. Bleiben Sie sachlich, wenn der Gesprächspartner ausfällig wird, denn Sie können durch den Computer oft nicht wissen, wie Ihr Gegenüber eine Äußerung wirklich gemeint hat.

Bei höflichen Umgangsformen und persönlichen Daten im Netz sollten Sie immer einen kritischen Blick haben. Leider hält sich längst nicht jeder Nutzer an die Umsetzung der Netiquette-Regeln. Bild: Pixabay/Free Photos

Netiquette-Regel 3: Gehen Sie sorgsam mit persönlichen Daten im Netz um

Persönliche Daten wie Telefonnummern, Klarnamen, Adressen und so weiter sollten Sie niemals im Internet veröffentlichen. Erst recht, wenn es sich nicht um Ihre eigenen Daten handelt und die betroffene Person der Veröffentlichung nicht zugestimmt hat, denn in den falschen Händen können solche Informationen fatalen Schaden anrichten. Beispielsweise nutzen Hacker personenbezogene Daten, um Schadsoftware einzuschleusen.

Um Internetnutzer zu schützen, gibt es seit Mai 2018 die EU-Datenschutzgrundverordnung. Aber wie greift die DSGVO und welche Rechte entstehen für Internetnutzer? Welche Daten dürfen Unternehmen in Erfahrung bringen, und welche nicht? Wo können Sie die Auswirkungen der DSGVO im Internet bereits erkennen? Mehr dazu erfahren Sie in unserem Blogbeitrag zu den DSGVO-Auswirkungen für Privatpersonen.

Netiquette-Regel 4: Überlegen Sie sich Ihre Äußerungen gut

Ein unbedachter Kommentar kann andere Personen demütigen und bloßstellen. So verursachen unüberlegte Nachrichten im Netz unnötigen Ärger, der sich auf das reale Leben auswirken kann. Denn wenn eine Nachricht einmal verschickt ist, lässt sie sich kaum noch ändern oder zurückholen.

Außerdem ist es ratsam, die eigenen Beiträge in Sozialen Netzwerken regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls zu löschen. Was heute witzig erscheint, kann am nächsten Tag fatale Konsequenzen haben. Das ist beispielsweise bei politischen Äußerungen oder einem Kommentar zu tagesaktuellen Geschehnissen der Fall.

Deshalb sollten Sie gut darüber nachdenken, welche Äußerung Sie wann und wo posten und welche Konsequenzen diese Äußerung vielleicht haben könnte. Verzichten Sie auf blumige Ausdrücke und bildhafte Beschreibungen. Indem Sie eindeutig schreiben, was Sie sagen möchten, vermeiden Sie Missverständnisse.

Netiquette-Regel 5: Hinterfragen Sie, was Sie teilen

Medien lassen sich im Internet schnell und einfach teilen. Aber genau wie bei persönlichen Daten und Äußerungen im Netz sollten Sie auch Medien nicht bedenkenlos teilen und verbreiten. Hier empfiehlt sich der Grundsatz: Teilen Sie nur die Medien mit anderen, die Sie auch von sich selbst verschicken und im Internet sehen wollen würden. Denn online gibt es genügend Fotos und Videos, die Sie definitiv nicht bedenkenlos teilen können – zum Beispiel, wenn es um Gewaltdarstellungen geht oder es sich um entwürdigende Bilder für die fotografierten Personen handelt.

Außerdem gibt es das Recht am eigenen Bild. Das heißt, dass Sie Medien mit anderen Personen darauf nur dann posten dürfen, wenn alle betroffenen Personen einverstanden sind. Gleiches gilt für heimlich aufgenommene Fotos. Schließlich möchten auch Sie nicht mit einem Foto im Internet überrascht werden, das Sie als unangenehm empfinden.


Gerade in Bezug auf Medien und soziale Netzwerke sollten Sie auf Netiquette und das Urheberrecht achten, um unnötigen Ärger zu vermeiden. Bild: Pixabay/William Iven

Netiquette-Regel 6: Beachten Sie das Urheberrecht

Das Urheberrecht ist ein viel diskutiertes Thema und reicht weiter, als es Ihnen vielleicht bewusst ist. Sie verletzen es zum Beispiel nicht nur, indem Sie Filme und Serien über illegale Streaming-Plattformen ansehen, sondern auch in anderen Fällen. Oft ist es nämlich gar nicht so einfach zu erkennen, wann es sich bei bestimmten Medien und Texten um das geistige Eigentum einer anderen Person handelt oder es sich um rechtlich geschützte Marken, Werte oder Werbung handelt.

Grundsätzlich können Sie nach dem folgenden Prinzip vorgehen: Alles, was Sie nicht selbst erstellt haben, sollten Sie kennzeichnen. Dazu zählen beispielsweise jedes Foto, das Sie nicht selbst aufgenommen haben, jeder Text, den Sie nicht selbst geschrieben haben, und auch jedes Video, das Sie nicht selbst aufgenommen haben.

Auch Zitate und Informationsquellen sollten Sie immer deutlich kennzeichnen und darauf verlinken. So vermeiden Sie unnötigen Ärger mit anderen Nutzern, deren Materialien Sie unerlaubt verwenden, und Sie machen sich keiner Straftat schuldig.

Netiquette-Regel 7: Beachten Sie den Netzjargon

Genau wie bei den SMS-Abkürzungen hat sich auch im Internet ein eigener Netzjargon entwickelt. Diesen zu erkennen und selbst zu verwenden, hilft Ihnen bei einem respektvollen Miteinander im Internet, denn dadurch können Sie unter Umständen Missverständnisse und unnötigen Ärger mit anderen Nutzern vermeiden.

Aber was ist der Netzjargon? Abkürzungen wie „LOL“, „ROFL“ und „OMG“ drücken zum Beispiel ein Gefühl oder eine Reaktion auf eine bestimmte Situation oder Nachricht aus. Mit ganzen Sätzen in Großbuchstaben verleihen Sie Ihrer Aussage aber nur bedingt Nachdruck. Warum? Weil Großbuchstaben als Schreien verstanden werden können. Sie sollten also nur in begründeten Ausnahmen Großbuchstaben verwenden, damit Sie anderen Nutzern nicht unnötig auf den Schlips zu treten.

Mit Emoticons und Smileys können Sie einen Teil der Mimik und Gestik ersetzen, die Ihnen in Online-Gesprächen fehlen. So stellen Sie sicher, dass beispielsweise die Ironie Ihrer Aussage leichter verstanden wird. Allerdings sollten Sie Emoticons und Satzzeichen nicht übermäßig verwenden. Sie stören den Lesefluss, wirken wie ein Lückentext aus der Schule und machen eine Aussage unglaubwürdig.

Netiquette-Regel 8: Achten Sie auf die Lesbarkeit

Auch im Internet sollten Sie auf die Lesbarkeit Ihrer Texte und Aussagen achten. Dazu gehören ein korrekter Satzbau, Rechtschreibung sowie die richtige Zeichensetzung. Einen Post oder eine Nachricht vor dem Veröffentlichen noch einmal Korrektur zu lesen, verhindert peinliche Rechtschreib- und Grammatikfehler.

Sie überprüfen damit aber auch gleichzeitig, ob Ihr geschriebener Text auch seinen Sinn erfüllt und Sie Ihre Botschaft vermitteln können. Ist Ihr Text zu lang, wird er nicht aufmerksam zu Ende gelesen. Das führt zu Missverständnissen, die Sie vermeiden können. Lassen Sie deshalb überflüssige Informationen und weniger relevante Aspekte weg.

Außerdem können Sie darauf achten, Ihren Text dem Empfänger anzupassen. Allein durch die korrekte Ansprache in Ihrem Text sorgen Sie für einen höfliches und freundliches Miteinander im Internet.


Auch die Lesbarkeit Ihrer Texte und Kommentare kann für ein respektvolles Miteinander im Internet sorgen und ist daher Element der Netiquette. Bild: Pixabay/Werner Moser

Netiquette-Regel 9: Duzen ist üblich

Im Internet ist es auf vielen Plattformen üblich sich zu duzen. Das unterliegt der Annahme, dass Sie sich auf diesen Plattformen unter Freunden und Gleichgesinnten befinden. Deshalb sollten Sie sich nicht ärgern, wenn Sie unbekannterweise von anderen Nutzern geduzt werden.

Wenn Sie sich unsicher sind, wie Sie andere Nutzer einer Plattform ansprechen sollen, sind die Beiträge anderer Nutzer sehr aufschlussreich. Darin können Sie erkennen, welche Ansprache und welche Umgangsformen genau auf dieser Plattform verwendet werden. So umgehen Sie die Peinlichkeit, einen anderen Nutzer falsch angesprochen zu haben. Andersherum kann sich der Andere auch nicht auf den Schlips getreten fühlen.

Netiquette-Regel 10: Eindeutige Namen in sozialen Netzwerken

Klarnamen im Internet zu verwenden, ist ein sehr umstrittenes Thema. Denn in Bezug auf Datenschutz und Sicherheit im Netz stellt die Verwendung von Klarnamen ein Sicherheitsrisiko dar. Selbstverständlich ist es Ihre persönliche Entscheidung, ob Sie den sogenannten Klarnamen verwenden möchten, denn zur Zeit gibt es kein geltendes Recht, das eine Klarnamenpflicht in sozialen Netzwerken vorschreibt.

Dass viele Internetnutzer nicht ihren richtigen Namen verwenden, ist letztlich verständlich. Denn: Je mehr persönliche Daten Sie online preisgeben, desto leichter können Sie auch im realen Leben gefunden werden. Anstelle den vollständigen Namen zu verwenden, nutzen viele User daher eine Abkürzung oder einen Spitznamen, unter dem Sie Ihren Freunden bekannt sind.

Die Idee hinter der Klarnamenpflicht ist, dass sie zu weniger Hass und Hetze in sozialen Netzwerken beitragen könnte. Unter dem richtigen Namen zu agieren, lässt eine höhere Hemmschwelle vermuten. Können Beiträge zum Verfasser zurückverfolgt werden, handeln einige Nutzer vielleicht umsichtiger. Was man jedoch im Blick behalten sollte: Auch Beiträge ohne Klarnamen sind prinzipiell zurückverfolgbar.


Nutzen Sie beispielsweise Abkürzungen, um sich in sozialen Netzwerken genauso sicher und quirlig unterhalten zu können wie diese Minions. Ordentliche Umgangsformen im Netz sind ebenfalls Teil der Netiquette. Bild: Pixabay/Leonardo Valente

Mit Netiquette und PC-SPEZIALIST sicherer surfen

Letztlich folgt jede Plattform im Internet ihren eigenen Netiquette-Regeln. Sofern Sie die zehn goldenen Regeln berücksichtigen, die wir Ihnen hier zusammengestellt haben, machen Sie aber auf jeden Fall schon sehr viel richtig. Konflikte im Internet auszutragen, hilft am Ende niemandem, sondern sorgt nur für Verdruss, der oft mit ins reale Leben genommen wird. Sachlich und höflich zu bleiben, ist daher immer die oberste Prämisse.

Neben den Netiquette-Regeln sollten Sie im Internet aber auch weitere Regeln beherzigen – und zwar solche Regeln, die Sie im World Wide Web vor den Machenschaften Krimineller schützen. Dazu gehören zum Beispiel Regeln für sichere Passwörter, Vorsichtsmaßnahmen bei E-Mails von fremden Absendern oder die grundsätzliche Verwendung eine guten Virenschutzes.

Einen umfassenden Schutz für Ihr digitales Leben bietet zum Beispiel das Eins-für-Alles-Paket. Es handelt sich dabei um einen Rundum-Schutz für Ihren PC, Ihren Laptop oder Ihr Windows-Tablet. Tägliche Systemprüfungen, Virenschutz, Update und Datensicherung gehören zu den Leistungen. Ihr PC-SPEZIALIST vor Ort informiert Sie gern zu diesem Paket und zu seinen weiteren umfangreichen Serviceleistungen.

Ihr Technik-Experte vor Ort

PC-SPEZIALIST – der persönliche Ansprechpartner für Ihre Technik

Wir sorgen dafür, dass alles läuft und sind für Sie da: zentral, nah und persönlich.

Entdecken Sie jetzt unser umfassendes Serviceangebot für Computer, Laptop, Smartphone, Tablet und Co.

Zu unseren Festpreis-Services