Was ist Crowdfunding?

Was macht Crowdfunding aus und wer profitiert?

Immer mehr kleine Firmen und Startups nutzen Crowdfunding, um ihren Firmenaufbau oder unternehmerische Projekte bzw. Teilprojekte zu finanzieren. Aber auch im privaten Bereich wird Crowdfunding immer beliebter. Doch was ist Crowdfunding eigentlich genau?
Wer kann welche Form von Crowdfunding nutzen und welche Crowdfunding-Plattformen gibt es dabei? Worauf müssen Sie bei Ihrer Crowdfunding-Kampagne achten und was sind die zentralen Vor- und Nachteile? Antworten auf diese Frage erhalten Sie ebenso wie weitere Informationen rund um das Thema Crowdfunding bei uns!

Einfach erklärt: Was ist Crowdfunding?

Was ist Crowdfunding? Eine oberflächliche Antwort auf diese sehr umfassende Frage zu geben, ist erstaunlich einfach: Crowdfunding bezeichnet nämlich zunächst ganz allgemein eine spezifische Form der Finanzierung (im Englischen „Funding“), die von einem Kollektiv oder Schwarm (im Englischen „Crowd“) übernommen wird. Meistens findet eine solche Schwarmfinanzierung über das Internet statt, oft über spezielle Crowdfunding-Plattformen.
Eine Gruppe von verschiedenen Personen unterstützt dabei ein konkretes, offen dargelegtes Projekt finanziell. Dieses Projekt kann ganz unterschiedlicher Größe und Ausprägung sein; bei ihm kann es sich um ein konkretes physisches oder digitales Produkt handeln, aber auch um den Aufbau einer ganzen Firma bzw. eines Startups. Wie man nach dieser Antwort bereits erahnen kann, sieht Crowdfunding äußerst unterschiedlich aus.
Die Frage, was Crowdfunding ist, ist also doch gar nicht so einfach zu beantworten. Gehen wir im Folgenden deswegen etwas ausführlicher auf verschiedene relevante Teilaspekte des Crowdfunding ein, um die Frage „Was ist Crowdfunding?“ zu beantworten.


Egal, ob Privatperson, Kleinunternehmen oder frisch gegründetes Startup: Bei größeren Projekten braucht jeder eine möglichst vorteilhafte Finanzierungsmöglichkeit. Was ist mit Crowdfunding? Bild: Pexels/fauxels

Crowdfunding-Kampagnen

Wenn ein Projekt durch Crowdfunding finanziert werden soll, spricht man von einer Crowdfunding-Kampagne. Man kann dabei grob vier Arten von Crowdfunding-Kampagnen voneinander unterscheiden:
  • Beim traditionellen Crowdfunding erhalten Unterstützer vom Projektinitiator – im Fall eines Projekterfolgs – ein exklusives Produktpaket oder eine andere nicht-finanzielle Gegenleistung wie eine öffentlich getätigte Danksagung oder eine Erwähnung in Produkt-Credits.
  • Im Gegensatz dazu erhalten beim kommerziellen Crowdinvesting Unterstützer Anteile am Projekt.
  • Beim Crowdlending bekommen die Geldgeber ihr Geld (oft inklusive Zinsen) stets zurück, sie verleihen also Ihr Geld lediglich.
  • Beim Spenden-Crowdfunding gibt es keine materielle oder finanzielle Gegenleistung für die Geldgeber.
Meistens wird vor dem Start einer Crowdfunding-Kampagne – ganz gleich welcher Art – die Mindestsumme festgelegt, die zu einem fix gesetzten Zeitpunkt zu erreichen ist. Nur wenn die gesetzte Summe erzielt wurde, wird das Projekt umgesetzt. Kommt die Mindestsumme nicht zustande, erhalten die Geldgeber ihre gegebene Summe zurück.

Was ist Crowdfunding: Vor- und Nachteile

Crowdfunding erfreut sich an einer so großen Beliebtheit wie nie zuvor. Vor allem als Finanzierungsform für Projekte von kleinen Unternehmen oder Startups, von denen es ebenfalls zunehmend mehr gibt, scheint sich Crowdfunding ohne Frage anzubieten. Doch bringt es, wie es auf den ersten Blick scheinen könnte, nicht nur Vorteile mit sich, sondern auch eine ganze Reihe an Nachteilen. Diese sollten Sie, wenn Sie darüber nachdenken, ein Projekt mit Crowdfunding zu finanzieren, auf jeden Fall auch kennen. Um die Frage „Was ist Crowdfunding?“ besser klären zu können, ist es durchaus sinnvoll, einen Blick auf die häufig genannten Vor- und Nachteile zu werfen:
Vorteile:
  • Professionelle und unkomplizierte Finanzierungsmöglichkeit
  • Direktes Feedback zum konkreten Projekt
  • Absolute Transparenz durch Projekt-Offenlegung
  • Hohe Attraktivität für private und geschäftliche Investoren sowie Kleininvestoren
  • Flexible und individuelle Finanzierungsmöglichkeit
  • Kleine Firmen können direkt eine Zielgruppe an sich binden
  • Positiver Effekt durch eine entsprechende Außenwirkung
Nachteile:
  • Funktioniert nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip
  • Häufiges Scheitern von Crowdfunding-Kampagnen
  • Abhängigkeit von der Crowdfunding-Plattform
  • Angewiesenheit auf mediale Außenwirkung
  • Große Auswahl an potenziellen Crowdfunding-Projekten
  • Vor allem Firmen aus der Unterhaltungsbranche sind erfolgreich
  • Hoher administrativer und zeitlicher Aufwand
Natürlich sind die Vor- und Nachteile des Crowdfunding nur allgemeine Tendenzen. Sie sagen noch nicht viel darüber aus, ob sich Crowdfunding für Ihre Firma oder Sie als Privatperson anbietet. Es gibt viele Faktoren, die in einer allgemeingültigen Gegenüberstellung von tendenziellen Vor- und Nachteilen nicht zu berücksichtigen sind.


Eine Projektplanung ist kein Akt, der mal eben umgesetzt ist. Die Projektfinanzierung ist dabei stets ein wichtiges Thema. Die Finanzierung durch Crowdfunding ist für viele Kleinunternehmen und Startups eine beliebte Finanzierungsmöglichkeit. Bild: Pexels/fauxels

Crowdfunding-Plattformen

Das Crowdfunding erfolgt als geplante Schwarmfinanzierung meistens über bestimmte etablierte Crowdfunding-Plattformen. Hier werden Projektbeschreibungen und erste Eindrücke der Projektideen geteilt. Meistens findet sich hier auch eine Möglichkeit der sicheren Transaktion.
Einige der bekannten, etablierten Crowdfunding-Plattformen in Deutschland sind:
  • Kickstarter – Die seit 2015 in Deutschland aktive Crowdfunding-Plattform wurde bereits im Jahr 2009 gegründet. Im Gründungsjahr hat sie bereits knapp zwei Milliarden US-Dollar für Startups gesammelt. Die Erstellung einer Crowdfunding-Kampagne ist auf Kickstarter kostenfrei, bei der erfolgreichen Finanzierung hat man jedoch eine Provision von fünf Prozent an die Plattform zu zahlen.
  • Startnext – Die bundesweit beliebteste Crowdfunding-Plattform bewirbt circa 3.300 deutsche Projekte. Crowdfunding-Kampagnen sind auf Startnext kostenfrei und es liegt beim Projektinitiator, mit welcher Summe er nach der erfolgreichen Finanzierung die Plattform unterstützen möchte.
  • Visionbakery – Von einem jungen Team aus Leipzig wurde die heute deutschlandweit zweitgrößte Crowdfunding-Plattform ins Leben gerufen. Wie auch bei Kickstarter und Startnext ist die Kampagnen-Erstellung in Visionbakery kostenlos. Man muss jedoch im Fall der Finanzierung eine Provision von circa 12 Prozent zahlen. Dafür werden Kampagnen mit einem projektbegleitenden Beratungsangebot versorgt.
Neben diesen drei wohl bekanntesten Crowdfunding-Plattformen gibt es natürlich aber noch unzählige weitere. Die meisten Crowdfunding-Plattformen richten sich ganz klar an kleinere Firmen bestimmter Branchen oder sogar nur an Startups. Viele Plattformen richten sich dabei aber auch an Unternehmen konkreter Branchen oder Größen.

Was ist Crowdfunding? Beispiele

urch Crowdfunding finanzierte Projekte können äußerst unterschiedlicher Natur sein. Bekannte Beispiele von bereits finanzierten Projekten sind:
  • Original Unverpackt, der 2014 als erster Unverpackt-Laden eine ganze Bewegung auslöste.
  • das Bistro Restlos, ein Gastronomieprojekt, bei dem gänzlich auf Müll verzichtet wird.
  • VERGESSEN IM HARZ, eine mittlerweile dreiteilige Dokumentarfilmreihe zu Lost Places im Harz.
Manche Crowdfunding-Plattformen sind auf konkrete Projektarten, Medien oder Formate ausgelegt:
  • Die ursprünglich freie Crowdfunding-Plattform Sciencestarter, die heute Teil von Startnext ist, ist primär auf wissenschaftliche Projekte ausgelegt. Auf Sciencestarter wurden bereits circa 150 von wissenschaftlichen Gruppen initiierte Projekte finanziert. Darunter unter anderem:
  • Die Crowdfunding-Plattform Musicstarter, mittlerweile ebenfalls Teil von Startnext, ist wie der Name schon verrät, auf Musik spezialisiert.
Möglichkeiten, eigene Firmenprojekte oder Startups durch Crowdfunding zu finanzieren, gibt es viele. Ebenso gibt es auch unzählige Plattformen und Kategorien, in denen Sie Ihr Projekt vorstellen können.


Für viele Kleinunternehmen und Startups ist die Finanzierung von Projekten durch Crowdfunding eine attraktive Möglichkeit, diese realisieren zu können. Bild: Pexels/fauxels

Beispiele für Crowdfunding privat

Es gibt zahlreiche Plattformen, die nicht nur auf das Crowdfunding von Startups oder Projekten etablierter Firmen ausgelegt sind, sondern sich auch klar an Privatpersonen richten:
  • Besonders häufig wird Crowdfunding von Privatpersonen genutzt, wenn wichtige medizinische Eingriffe hohe Kosten mit sich bringen, die nicht ohne weiteres gestemmt werden können. Zu Plattformen für medizinisches Crowdfunding gehören unter anderem Watsi, Healfundr, GiveForward und Consano.
  • Auch sonstige persönliche Schicksalsschläge können Crowdfunding auf den Plan rufen. Haustiere, die Beinbrüche hatten und Prothesen benötigen, oder Sanierungsarbeiten im Eigenheim können unerwartete Kosten mit sich bringen.
Sie sollten jedoch nicht allzu voreilig eine Crowdfunding-Kampagne starten. Informieren Sie sich in jedem Fall zuerst über die genauen juristischen Rahmenbedingungen und berücksichtigen Sie sie von vornherein. Wenn Sie eine Crowdfunding-Kampagne privat starten, müssen Sie die Kampagne nämlich im Rahmen Ihrer Einkommensteuer und ggf. sogar im Rahmen Ihrer Gewerbesteuer angeben. Aus staatlicher Sicht sind Einnahmen durch Crowdfunding stets als Einkommen zu betrachten.

Welche Crowdfunding-Plattform ist geeignet?

Leider können wir weder generell sagen, ob sich Crowdfunding für Ihr Kleinunternehmen, Startup oder für Sie als Privatperson anbietet, noch, welche Plattform die geeignete für Sie wäre. Crowdfunding funktioniert laut Statistiken vor allem bei Projekten, die von Natur aus herausstechen, weil sie entsprechend ungewöhnlich, innovativ oder frisch sind. Meistens sind sie schon in Ihrer Kernidee äußerst attraktiv und sprechen dabei große Mengen an Leuten an. Die meisten Crowdfunding-Plattformen wenden sich ausdrücklich und zum Gutteil ausschließlich an Startups. Deswegen haben Sie mit einem Startup ohne Frage die umfassendsten Möglichkeiten, sich durch Crowdfunding zu finanzieren.
Sollten Sie mit Ihrem kleinen Unternehmen oder Startup nicht nur Hilfe bei Ihrer Projektfinanzierung benötigen, sondern auch mit Ihrer IT, ist PC-SPEZIALIST in Ihrer Nähe der geeignete Ansprechpartner für Sie. PC-SPEZIALIST berät Sie zu passenden IT-Systemen, richtet diese ein und betreut sie auf Wunsch hin auch als Art externe IT-Abteilung kontinuierlich. Informieren Sie sich dazu gern über unser IT-Basisschutz-Paket, das wir speziell für Firmen und individuell anpassbar geschnürt haben.
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Weiterführende Links: t3n, StartingUp, Wirtschaftslexikon, Startplatz, Verbraucherzentrale, Junge Gründer, crowdfunding.de, DER SPIEGEL

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