Kundenberatung: Notebook oder Netbook?
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admin, Di, 23. Sep. 2008
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Kundenberatung: Notebook oder Netbook?

Der ASUS EeePC, der ACER ASPIRE One und das Medion Akoya Mini haben es vorgemacht: Netbooks sind klein, trendy, mobil und günstig. Aber die Computer im Kleinstformat haben auch ganz klare Schwächen und nur wenige User brauchen so einen Winzling wirklich als Zweitgerät.

Für viele potentielle Netbook-Käufer lohnt daher der Blick in die nächsthöhere Klasse. Ausgehend von einem Kaufpreis von circa 400 Euro sollten klassische 15,4 Zoll-Notebooks mit den neuen überaus leichten Netbooks hinsichtlich folgender Aspekte verglichen werden:

  1. Begriffsdefinition
  2. Leistung
  3. Display
  4. Akkulaufzeit
  5. Betriebsystem
  6. Mobilität
  7. Welcher User braucht welches Gerät?

1. Begriffsdefinition

Als Netbook wird eine Klasse einfach ausgestatteter und besonders preiswerter Subnotebooks bezeichnet, die vor allem als portable Internet-Clients gedacht sind. Die Bezeichnung wurde von PC-Hersteller INTEL im Februar 2008 eingeführt. In den deutschsprachigen Medien werden neben dieser Bezeichnung diverse Umschreibungen genutzt. wikipedia

2. Leistung

Die Eckdaten eines Netbooks sind meist ein sehr stromsparender Intel oder VIA Prozessor mit 1,6 Gigahertz. Der Arbeitsspeicher beträgt meist ein Gigabyte und als Datenspeicher dient eine bis zu 20 Gigabyte große Solid State Drive oder eine 40 bis 120 Gigabyte fassende „traditionelle“ Festplatte. „Klassiche“ Notebooks dieser Preiskategorie sind meist ein wenig besser ausge-stattet, angefangen beim Prozessor bis hin zur Festplatte. Intel Celeron M, AMD Sempron, AMD Turion oder auch ältere Intel Core Duo Modelle kommen hier gegenwärtig zum Einsatz. Der Chiptakt des Prozessors fängt bei 1,73 Gigahertz an und endet bei circa zwei Gigahertz, wobei ein höher getakteteter Intel Celeron M keine Chance gegen einen Intel Core Duo hat. Unterscheiden sollte man zudem zwischen Single- und Dualcore-Prozessoren.

Beim Arbeitsspeicher steht mindestens ein Gigabyte zur Verfügung, bei einigen Modellen aber auch die doppelte Menge. Solid State Drives finden bei Notebooks in diesem Marktsegment keine Beachtung, die Hersteller vertrauen lieber auf die gute alte Festplatte. Diese ist meist 80 bis 160 Gigabyte groß. Bei der Grafik gibt es hingegen so gut wie keine Unterschiede, denn es werden nur Onboard-Grafikchips verbaut. Den neuen, voll spieletauglichen LAN-Party-Kumpel gibt es für so wenig Geld also nicht. In puncto Leistung geht der Punkt somit an das Notebook.

3. Display

Netbooks haben aufgrund der sehr kompakten Masse ein kleines Display, in der Regel 8,9 bis 10,2 Zoll Bildschirmdiagonale. Herkömmliche Notebooks haben in diesem Preissegment meist eine Bildschirmdiagonale von 15,4 Zoll. Damit lässt es sich um einiges entspannter arbeiten. Zudem gibt es große Unterschiede bei der Auflösung. Der Netbook-Auflösung mit 1024 x 600 Pixel stehen i.d.R. 1280 x 800 Pixel bei den Notebooks gegenüber. Nachteil ist allerdings das oftmals spiegelnde Display der Notebooks, welches für Outdoor-Aktivitäten und Arbeiten bei starker Hintergrundbeleuchtung nicht zu empfehlen ist. Diese Kategorie sollte daher als unentschieden gewertet werden.

4. Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit variiert gerätebedingt sehr stark. Der Akku von einem Netbook reicht im Durchschnitt 2,5 im Officebetrieb. Hier können Notebooks nicht ganz mithalten, was zum einen an den leistungsfähigeren Komponenten und zum anderen an den größeren Bildschirmen liegt. Bei allen Geräten besteht allerdings die Möglichkeit, die Akkuleistung zu erhöhen. Oftmals werden stärkere Akkus gegen einen Aufpreis angeboten. Ein weiterer Zusatz-Akku ist eine Alternative. In Sachen Akkulaufzeit geht der Punkt damit klar an die Netbooks.

5. Betriebssystem

Das Betriebssystem ist gerade bei den schwächeren Netbooks ein heikles Thema. Die Hersteller greifen aufgrund des hohen Ressourcenanspruchs von Windows Vista oftmals zum Vorgänger XP oder zu einem LINUX-Betriebssystem. Bei den Notebooks hingegen wird beim Betriebssystem oftmals der Rotstift angesetzt und so ist es in dieser Preiskategorie durchaus üblich, auf dieses ganz zu verzichten. Für Nutzer, die lieber Linux verwenden oder bereits eine freie Windows-Lizenz zu Hause haben, ist das ideal, für alle anderen heißt das: extra Geld für eine Lizenz ausgeben. Es ist auch darauf zu achten, ob für das gewünschte Betriebssystem Treiber für das Notebook auf der jeweiligen Herstellerseite angeboten werden. Einige wenige Modelle, die mit vorinstalliertem Betriebssystem ausgeliefert werden, bieten meist Windows Vista Home Premium oder das sehr entschlackte und nicht empfehlenswerte Windows Vista Basic an. Die Wertung für diesen Aspekt geht daher auch eindeutig an die kleineren Netbooks.

6. Mobilität

Das Gewicht der betriebsfertigen Netbooks pendelt sich um die ein Kilogramm ein. Damit sind diese Geräte wesentlich leichter und von den Abmaßen ungefähr nur halb so groß wie die 15,4“-Notebooks. Diese bringen zwischen zweieinhalb und drei Kilogramm auf die Waage, zudem darf man nicht vergessen, dass die meisten Notebooks spiegelnde Displays besitzen. In Sachen Tastatur hat das Medion Akoya Mini eindeutig bewiesen, dass dies nicht mehr unbedingt ein Nachteil sein muss, denn auf diesem lässt sich ohne Weiteres das mühsam erlernte Zehn-Finger-System verwenden. Auch diese Wertung geht eindeutig an die Netbook-Fraktion.

7. Welcher User braucht welches Gerät?

Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Gesamtwertung drei zu zwei für die Netbooks ausgeht. Aber zu welchem Gerät soll der User nun greifen? Diese Frage lässt sich nicht ohne Weiteres beantworten, denn es kommt ganz auf den Nutzer an. Deshalb sollten sich alle Interessierten zumindest folgende Fragen stellen:

  • Spielt Akkulaufzeit und Mobilität wirklich die bestimmende große Rolle?
  • Wie viel Leistung wird für die Anwendungen benötigt?
  • Kommt man mit einem kleinen Bildschirm auf Dauer zurecht?

Darüber hinaus sollte ein Preisvergleich durchgeführt werden, denn Netbook ist auch nicht gleich Netbook. In der noch sehr jungen Geräteklasse klaffen bereits jetzt schon enorme Lücken bezüglich der Verarbeitungsqualität. Es ist also unbedingt empfehlenswert, vor dem Kauf einen Probetext auf der Tastatur zu verfassen, einen kleinen Film abzuspielen und mehrere leistungshungrige Programme gleichzeitig zu öffnen. Gleiches gilt natürlich auch für die klassischen Notebooks. Damit sollten dann alle notwendigen Rahmenbedingungen geklärt sein.

Quellen:

chip.de

computerbild.de

chip.de

netzwelt.de

spiegel.de

c’t 18/ 2008; S. 32ff.

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