Was ist beim Druckerkauf zu beachten?
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admin, Di, 23. Sep. 2008
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Was ist beim Druckerkauf zu beachten?

Mit dem folgenden Artikel versuche ich meine Erkenntnisse dazustellen, die ich in den zurückliegenden Wochen während meines Praktikums im PCS-Store in Bonn in Punkto Druckerverkauf gewonnen habe. In diesem Beitrag werden allerdings ausschließlich Drucker und keine Kombigeräte erörtert.

Nicht jeder Drucker, der Fotos gut ausdruckt, eignet sich ebenso gut zum Ausdrucken von Texten. Daher sollten Kunden vor dem Drucker-Kauf hinsichtlich folgender Kriterien beraten werden:

  1. Platzbedarf
  2. Büroarbeit
  3. Fotoseriendruck
  4. Senkung der Druckkosten
  5. Exkurs: Senken der Druckosten
  6. Top-Drucker für jeden Bedarf: Stiftung Warentest 04/ 08

1. Platzbedarf

Die Hersteller geben meist nur die reinen Gehäuseabmessungen der Drucker an. Betriebsbereit, also mit angeschlossenen Kabeln und eingelegtem Papier, brauchen viele Geräte aber deutlich mehr Platz. Aus manchen Druckern ragt die Papierablage 20 Zentimeter weit heraus. Auch Modelle, die entsprechende CD und DVD direkt bedrucken können, benötigen zusätzlichen Platz: Die Scheiben liegen in einer Halterung, die beim Drucken etwa 20 Zentimeter aus der Rückseite des Gehäuses herausragt.

2. Büroarbeit

Drucken Sie ausschließlich in Schwarz-Weiß? Dann ist ein Schwarz-Weiß-Laserdrucker besser. Denn selbst wenn nur mit schwarzer Tinte gedruckt wird, geht auch die Farbtinte allmählich zur Neige. Der Grund dafür: Damit die Druckköpfe nicht eintrocknen, reinigt das Gerät sie regelmäßig mit Tinte. Und die meisten Drucker „verweigern die Zusammenarbeit“, wenn die Farbtinte leer ist. Dann müssen also teure Farbpatronen gekauft werden, obwohl diese gar nicht gebraucht werden.

3. Fotodirektdruck

Für den Ausdruck von Aufnahmen einer Digitalkamera sollte nicht unbedingt der Computer eingeschaltet werden müssen. Dann braucht der Drucker allerdings einen Speicherkartenleser oder einen Pictbridge-Anschluss, an den die Kamera per USB-Kabel angestöpselt werden kann.

4. Senkung der Druckkosten?

Auf Dauer können die Betriebskosten eines Druckers das Portemonnaie ganz schön belasten. Doch es gibt einige einfache Wege, die laufenden Kosten zu verringern:

  • Der Tintenverbrauch lässt sich reduzieren, wenn nicht ständig in der höchsten Qualität gedruckt wird. Dazu sind die Spareinstellungen in der Druckersoftware, etwa „Entwurf“ (für Texte) oder „Normal“ (für Farbseiten und Grafiken) zu nutzen.
  • Patronen von Fremdherstellern sind häufig preiswerter und liefern in der Regel eine ähnliche Druckqualität wie die Originaltinten.
  • Beim Fotodruck können die Kosten mit so genannten Fotosets, die Patronen und Fotopapier im 10×15-Format enthalten, gesenkt werden.
  • Einige Hersteller offerieren Sparpackungen mit mehreren Schwarz- oder Farbpatronen oder einem kompletten Satz Tintentanks. Für einige Modelle gibt es Patronen mit mehr Tinte.

5. Exkurs: Druckkosten um die Hälfte senken

Drucken ist ein teurer Spaß: Bei einem 10-mal-15-Foto zum Beispiel werden bei einem „Epson Stylus D78“ 45 Cent fällig!

Tintenstrahl-Drucker werden immer günstiger und es häufen sich Angebote für Modelle weit unter 100 Euro. Vorsicht: Besonders billige Angebote holen sich das Geld mit immens hohen Druckkosten zurück. Im Lieferumfang befinden sich nur halbvolle Tintenpatronen, die Verwendung günstiger Patronen ist nicht möglich und beim Schwarzweiß- oder Graustufendruck mischen die Billigdrucker fleißig kostbare Farbtinte mit hinein. Wer meint davon verschont zu sein, irrt: Hersteller wenden diese Tricks auch oft bei teueren Modellen. Dieser Aspekt sollte daher bereits vor dem Wareneinkauf überprüft werden.

Umso besser, dass es eine einfache Möglichkeit gibt, die Druckkosten zu senken. Der Trick ist ganz einfach. Jeder Drucker hat einen Sparmodus, der bei jedem Ausdruck aktiviert werden kann. Da der Sparmodus allerdings immer aufs Neue akviert werden muss, wird meistens ganz normal und teurer gedruckt. Komfortable Abhilfe bringt es, den vorhandenetin Drucker ein zweites Mal zu installieren, der dauerhaft im Sparmodus druckt. Je nach gewünschter Qualitätsstufe kann dann zwischen dem „normalen“ oder dem „neuen sparenden“ Drucker ausgewählt werden. Wer zudem dauerhaft sparen möchte und selten in hoher Qualität druckt, sollte den neuen Drucker als „Standarddrucker definieren“.

6. Top-Drucker für jeden Bedarf Stiftung Warentest 04/2008: 16 Tintenstrahl- und
Laserdrucker im Test

Welcher Drucker für wen? Die Bandbreite von Druckern ist unübersichtlich. Orientierung bietet regelmäßig die Stiftung Warentest mit ihrem großen Druckertest. Dabei wurden beide Klassen von Druckern, also Tintenstrahldrucker und Laserdrucker, letztere noch einmal unterteilt in Farblaserdrucker und SW-Laserdrucker, untersucht. Testsieger wurde mit der Gesamtnote 2,1 ein Tintenstrahler, der Pixma iP4500 von Canon. Damit reiht sich ein weiterer Testsieg in die Erfolgsgeschichte des iP 4500. Der Sieg bei der Stiftung ergänzt die vorherigen Testsiege bei Computerbild, Chip und ColorFoto. Empfohlen wird der Canon allen Usern, die normal viel drucken und ab und zu auch einmal Fotos ausdrucken möchten.

Wer ein höheres Druckaufkommen hat, sollte allerdings berücksichtigen, dass der Canon bei den Verbrauchskosten zwar nicht zu den ganz teuren Geräten gehört, aber auch nicht gerade günstig ist. Wer mehr drucken möchte, ohne auf die hohe Fotoqualität eines Tintenstrahlers zu verzichten, sollte sich den HP Officejet Pro K 5400 zulegen. Der ist in der Anschaffung zwar etwas teurer, druckt dann aber für nur 1,5 Cent pro Blatt schwarzweiß, während der Testsieger 4 Cent pro Blatt nimmt. Mit der Gesamtnote 2,3 liegt er auch nicht wesentlich schlechter als der Canon.

Grundsätzlich sind allerdings Laserdrucker bei den Verbrauchskosten die erste Wahl. Auch der SW-Druck ist häufig besser als bei den Tintenstrahlern. Dafür haben die Tintenstrahler klare Vorteile beim Farb- und vor allem beim Fotodruck. Wer viel druckt, holt die höheren Anschaffungskosten des Farblasers schnell heraus. Am günstigsten war im Test der Samsung CLP-350N, der bei einer Gesamtnote von 2,4 nur wenig schlechter was als der am besten getestete Farblaser HP Color LaserJet 2605 DTN. Bei einer Gesamtnote von 2,2 kostete der HP mit nahezu 500 Euro fast doppelt so viel wie der Samsung-Drucker. Und bringt mit 23,6 Kg einiges mehr auf die Waage als der nur 14,8 Kg schwere Samsung.

Wer sich ganz sicher ist, nur Schwarzweiß drucken zu wollen, fährt am besten mit SW-Laserdruckern, ganz gleich, ob viel oder wenig gedruckt werden soll. Hier schnitten mit dem Brother HL-2040, dem HP LaserJet 1022 und dem Samsung ML-2010R gleich drei Drucker mit der Gesamtnote 2,3 am besten ab. Die Stiftung Warentest empfiehlt wegen des niedrigen Anschaffungspreises von durchschnittlich nur 77 Euro das Samsung-Modell.

Dass billig nicht gut ist, bewies zuletzt der billigste Drucker im Test, der Farbtintenstrahldrucker Lexmark Z1320. Der mitunter schon für 33 Euro gehandelte Lexmark kombinierte die schlechteste Druckqualität im Testfeld mit exorbitant teurem Fotodruck (2,70 Euro pro DIN A4-Blatt!). Die beste Fotoqualität lieferte mit dem Stylus Photo R285 hingegen ein Epson-Drucker. Wegen der hohen Druckkosten bei Text und Foto gab es aber dennoch nur die Gesamtnote 2,5. Farbdrucke gelangen dem Epson seltsamerweise wieder recht kostengünstig.

Der vollständige Test mit allen Tabellen befindet sich in der Zeitschrift test 04/2008.

Quellen:

test; 04/ 2008, S.47ff

testberichte.de

computerbild.de

chip.de

colorfoto.de

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