Simon says – Entscheidungen treffen leicht gemacht
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admin, Do, 14. Mai. 2009
in Aktuelles

Simon says – Entscheidungen treffen leicht gemacht

Ein Kollege aus dem Category Management hat folgende Seite im Internet entdeckt: https://letsimondecide.com/

Die Frage, ob einem Entscheidungen wirklich abgenommen werden können, hat uns auch im Rahmen unsere Arbeit an Snippr beschäftigt.

Kann man Entscheidungen für den Käufer treffen und ihm einen  schwierige Wahl abnehmen? Sicherlich funktioniert dies nur auf freiwilliger Basis und wenn der Käufer trotz Beratung durch die Snippr Community sich nicht für ein Produkt entscheiden kann. Was macht man dann? Bietet man dem Nutzer eine „Which to choose“-  oder „This or that“-Funktion an und lässt die Community entscheiden? Oder geht man eine andere Richtung und orientiert sich an dem Let Simon decide-Modell?

Neugierig geworden auf diese Möglichkeit, habe ich mir Let Simon decide angesehen und ausprobiert.

Schritt 1

Nach erfolgreicher Registrierung werde ich also dem Tool eine Entscheidung überlassen. Zunächst muss man einen Entscheidungstyp auswählen. Da ich dort keine Kategorie bezüglich Mittagessen finde, wähle ich einfach mal „Should i get a tattoo?“ und bekomme promt einen Hinweis angezeigt, der mir sagt, dass das eine Entscheidung ist, die ich nach Erhalt des Tattoos nicht mehr rückgängig machen kann und dass sie wohl überlegt sein muss. Eine nähere Beschreibung kann ich auch angeben, werde aber drauf hingewiesen, dass dies nur optional ist und ich zum Schutz meiner Privatsphäre hier nichts angeben sollte, was Rückschlüsse auf meine Person  zulässt.

Der letzte Schritt ist die Einschätzung der Wichtigkeit meiner Entscheidung (abgebildet über drei Sterne).  Simon beschreibt, wie eine Entscheidung bei nur einem Stern gehandhabt wird und gibt mir Bespiele an, an denen ich erkennen kann, ob ich die Wichtigkeit meiner Entscheidung auch „richtig“ eingestuft habe. Ich wähle hier einen Stern, da mir die Entscheidung nicht wirklich wichtig ist.

Schritt 2

Danach muss ich ein Tool auswählen. Hier gibt es drei zur Auswahl: 1) My Scores, 2) My Life Match und 3) My Points of View.  Um mir hier die Entscheidung leichter zu machen (es handelt sich ja schließlich um ein Entscheidungstool), wird mir direkt das erste Tool von Simon empfohlen. Das Verwenden von My Scores dauert angeblich 10 Minuten. Da mir das zu lang ist, wähle ich My Points of View, welches laut Simon das schnellste Tool ist und nur 5 Minuten dauert.

Schritt 3

Nun muss ich mindestens 2 Alternative angeben, die ich für meine Entscheidung habe. Also gebe ich an, dass ich nicht weiß, ob ich ein Tattoo am Fuß oder auf der Schulter haben möchte. Wenn ich ein Problem mit den Alternativen habe, schlägt Simon mir auch gerne welche vor, aus denen ich wählen kann. Danach kommt noch ein kleiner Check, ob meine Angaben auch dem entsprechen, was ich wollte.

Schritt 4

Nun soll ich aus einer der von mir angegebenen Alternative intuitiv wählen, die am besten zu den Fragestellungen passt, die Simon mir nun vorgibt. Nach ein paar Fragen sagt, mir Simon, dass aufgrund der Eingaben, die ich gemacht habe,  ein Tattoo am Fuß die richtige Wahl ist. Das wundert mich nicht, denn ich habe nur eine Frage mit „shoulder“ beantwortet…

Danach wird mir noch eine Auswertung der Entscheidung angezeigt, bevor ich entscheiden kann, ob ich meine Entscheidung mit anderen teilen will.  Die Entscheidung wird gespeichert und fertig bin ich.

Auf dem Weg der Entscheidungsfindung musste ich in dem Tool wirklich einige Entscheidungen treffen. Und eine Entscheidung treffen mit dem Simon-Tool heißt nicht, dass man sie schnell treffen kann. Ein wenig umständlich sind die vielen Abfragen schon und die Abbrecherquote sicherlich nicht gering.

Und letztendlich trifft man die Entscheidung über Simon decides doch selbst und wird nur über viele kleine Schritte dorthingeführt. Auch ein interessanter Ansatz, der sich sicherlich übertragen lässt, wenn man ihn noch ein wenig verbessert.

3 Kommentare

  1. Janina sagt:

    Das Tool ist ein reines „Spaßtool“, welches nicht z.B. auf Kaufentscheidungen und Produktvergleiche ausgelegt ist. Die größte Herausforderung ist es also, ein intelligenets Tool zu entwicklen, welches Produktentscheidungen für den Kunden über eine geschickte Fragetechnik zur Bedürfnisermittlung treffen kann. Dieses Tool muss also mehr können als ein reiner Produktkonfigurator. Zudem müsste der Weg zur Entscheidung ein wenig gestrafft werden. Der ist bei Simon decide noch zu lang.

  2. Stefan Bornemann sagt:

    Hallo Janina,

    wo siehst Du den Verbesserungspotential?

    Gruß
    Stefan

  3. Jens Reimann sagt:

    Finde ich auch. Ein interessanter Ansatz, wenn man ihn deutlich strafft. Müsste aber auch möglich sein, da das Themengebiet vorrangig technischer Natur ist und zu den meisten Produkten relativ schnell ein Pool von möglichen Argumenten zur Abwägung gefunden werden kann…

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