Personas in der Produktentwicklung
Author
Benjamin Thiessen, Mo, 1. Jun. 2009
in Allgemein

Personas in der Produktentwicklung

Die Beschreibung der Zielgruppen für ein Produkt wird häufig als Methode im Marketing gesehen. Hier sind Zielgruppen in der Regel die Grundlage für die Bestimmung der Kommunikatonspolitik.

Zielgruppen sind jedoch auch in der Produktentwicklung wichtig. Für wen soll denn ein Produkt entwickelt werden? Wer soll das Produkt nutzen?
Alan Cooper, ein anerkannter Interaction Design Experte, hat die Notwendigkeit wie folgt begründet:
„Es ist besser etwas zu gestalten, das einer Person sehr gut gefällt als etwas, das allen nur zum Teil gefällt.“
Dieser einen Person wird man das Produkt verkaufen können, wenn es allen nur zum Teil gefällt kann das auch zu gar keinem Verkauf führen.

Auch bei Internetseiten spielt dieses Prinzip eine Rolle. Die Festlegung der demografischen und sozioökonomischen Kriterien kann hier schwierig sein, da die Nutzerschaft hier eher heterogen gestaltet ist. Geht man jedoch einen Schritt weiter und konzentriert sich auf die Einstellung der Nutzer, ihre Motivation und ihre Bedürfnisse, kann man die verschiedenen Nutzergruppen in der Regel gut eingrenzen.

Personas, ein Instrument des User Experienced Design, gehen noch einen Schritt weiter. Sind die Hauptnutzergruppen identifiziert und priorisiert, werden Prototypen für diese gebildet und beschrieben.
Ein imaginäres Modell einer Person repräsentiert dann eine Nutzergruppe. Hierbei werden sehr konkrekt die (Charakter-)Eigenschaften der Person beschrieben. Die konkreten Ziele und Bedürfnisse dieser Person werden ebenso beleuchtet wie ihr Nutzungsverhalten. Um der persönlichen Darstellung noch mehr Ausdruck zu verleihen, erhält diese Person(a) dann einen Namen und auch ein Bild.

Diese Personas können dann im gesamten Produktentwicklungsprozess eingesetzt werden. Die Priorisierung der Funktionalitäten einer Webapplikation, die Wahl des Designs und des Interaktionsprinzips, die Nutzeransprache aber auch die Marketingaktivitäten können mit ihrer Hilfe konkret auf diese Nutzergruppen zugeschnitten werden.
Leitfrage ist hier immer: „Würde diese Funktionalität (dieses Design, …) Peter gefallen? Würden seine Bedürfnisse dadurch befriedigt?“
Spätestens hier zeigt sich, wie gut die Identifizierung und Priorisierung gelungen ist: hat man Nutzergruppen identifiziert, deren Ziele und Bedürfnisse nicht vereinbar sind, muss man entscheiden, welche wichtiger ist – oder als letzte Konsequenz mehrere Produkte entwickeln.

Was heißt das für unser Projekt? Momentan arbeiten wir an einer neuen Zielgruppendefinition für Shop & Community. Daraus werden wir dann die Personas ableiten und in die weitere Entwicklung mit einbeziehen. So möchten wir erreichen, dass sich die Nutzer, für die wir snippr gebaut haben, auch bei uns angesprochen und wohl fühlen.

Da dies ein umfangreiches Thema ist, möchte ich zum Schluss noch ein paar Literaturempfehlungen geben:

Online

  • Alan Cooper: The Origin of Personas
  • User Experienced Design Resources: Personas – Vor allem die einleitenden Artikel am Anfang und die Beispiele am Ende der Liste sind für den Einstieg interessant

Offline

  • Alan Cooper: The Inmates Are Running the Asylum: Why High-tech Products Drive Us Crazy and How to Restore the Sanity
  • Alan Cooper, Robert Reimann, and David Cronin: About Face 3 – The Essentials of Interaction Design

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