Ich sehe was du schreibst…
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admin, Mi, 15. Jul. 2009
in Allgemein

Ich sehe was du schreibst…

Möglicherweise können unsere normalen PC-Tastaturen, die wir täglich benutzen, unsere Passwörter preisgeben. Es ist eher beunruhigend, wenn Forscher von ihren Entdeckungen erzählen, wie sie es geschafft haben auszulesen, was wir auf unseren Tastaturen tippen. An diese Daten kamen sie durch Ausrichten von speziellen Lasern oder funkgesteuerten Geräten auf die Kabel an der Tastatur oder durch einfaches Präparieren der benutzten Steckdosen.

Forschungsteams, von der Ecole Polytechnique Federale de Lausanne und von der Sicherheits-Beratungs-Firma Inverse Path, haben zwei Forschungsprojekte zum Thema „elektromagnetische Strahlung“ durchgeführt. Jedes Mal wenn eine Computer-Tastatur betätigt wird,wird eine elekromagnetische Strahlung erzeugt. Dabei stellte sich heraus, dass diese „Tastendruck-Strahlung“ sehr einfach von potenziellen Hackern erfasst und dekodiert werden könnte.

Das Ecole-Polytechnique-Team hat ihre Daten auf dem Luftweg gesammelt. Mit einem Oszilloskop und einer kostengünstigen drahtlosen Antenne, konnte das Team die Tastenanschläge aus den Tastaturen entziffern. Dies funktionierte auch bei Laptops. Mit den Tastatur-Kabeln und den in der Nähe platzierten Stromkabeln, die als Antennen für diese elektromagnetischen Signale dienten, konnten die Forscher die Tastatureingaben mit 95 Prozent Genauigkeit über eine Entfernung bis zu 20 Metern lesen. Um die Signale zu lesen, benötigten die Forscher lediglich eine Antenne, einen Oszilloskop, einen Analog-Digital-Umwandler, einen PC und einen selbst programmierten, benutzerdefiniertem Code. Gesamtkosten: ca. €3000.

Mit ähnlichen Techniken gelang es den Inverse Path Forschern genaue Ergebnisse diesmal durch das Auslesen der Tastatur-Signale über die Tastatur-Erdungskabel zu erlangen. Laut ihnen ist bei den meisten Tastauren das Datenkabel so nahe am Erdungskabel angebracht, dass die Strahlung des Datenkabels von alleine auf den Erdungskabel übergeht, das wiederunm als eine Antenne fungiert. Dieses Erdungskabel verlief in diesem Projekt vom PC direkt in die anderen Stromkabel des Gebäudes. Um die Signale hier zu erschnüffeln, benötigten die Forscher dies Mal  nur einen Computer, einen Oszilloskop und für weitere Geräte c.a. €300 . Bei dieser „Spionier“-Methode steckten die Forscher einfach einen „Schnüffel-Stecker“ bzw. einen externen Key Logger zur Tastendruckermittlung in eine Steckdose, die sich in der Nähe des PCs befand.

In unseren Wohnungen und Büros gibt es große Mengen von elektromagnetischer Strahlung. Sollten diese „Schnüffler-Geräte“ also eines Tages leicht zugänglich und zu einem erschwinglichen Preis erhältlich sein, können wir davon ausgehen, dass unsere Daten leicht abgefangen und unsere vertraulichen Informationen in Gefahr sein könnten. Daher denke ich, dass die Hardware-Hersteller nicht lange untätig bleiben werden, sondern nach Lösungen suchen, die verhindern können, dass geheime Informationen oder gar streng vertrauliche Geschäftsgeheimnisse durch das Ausspioniren von Tastaturen in falsche Hände geraten können. Daher bleibe ich erst einmal optimistisch und bin zuversichtlich, dass als Gegen-Maßnahme bald erschwingliche Anti-Schnüffler-Geräte oder neue sichere Tastauren auf den Markt kommen werden.

Quelle: switched.com

4 Kommentare

  1. Milton sagt:

    Oh my goodness! Amazing article dude! Thank you so much!

  2. moeckel_subwort sagt:

    netter Artikel, geht aber auch einfacher und vor Allem billiger:
    guggstu hier: http://snurl.com/ncky2
    oder hier: http://snurl.com/ncl2n

  3. Victoria Eißner sagt:

    Sehr interessant! Sowas kann sicherlich auch nützlich sein, z.Bsp. bei der Polizei um schwierige Fälle aufklären zu können. Für jedermann sollte es aber nicht möglich sein.

  4. Stefan Bornemann sagt:

    Hallo John,

    interessantes Forschungsobjekt. Da kann man nur hoffen, dass als Alternative nicht eine bleiumantelte Tastatur herauskommt.;-)

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