Hercules eCafe – ein Netbook-Schnäppchen
Author
Benjamin Thiessen, Sa, 18. Jul. 2009
in Hardware

Hercules eCafe – ein Netbook-Schnäppchen

Spätestens die nächste längere Reise werde ich als Vorwand nutzen, mir endlich ein Netbook zuzulegen. Daher habe ich mich schon darauf gefreut, das Hercules eCafe zu testen, wenn ich auch etwas skeptisch war, was das Betriebssystem angeht. Als Windows-Nutzer mit ein paar schlechten Linux-Erfahrungen vor ca. 15 Jahren habe ich mich jedoch der Herausforderung Linux gestellt.

Vorab kurz die wichtigsten Details: Das Hercules eCafe (Hercules EC-800-H20G/S) ist ein Netbook mit 8“ Display, AMD Geode LX800, 1,8“ 20GB Festplatte mit ca. 11 GB freiem Speicher, 512MB Arbeitsspeicher, 2 USB-Anschlüsse, 100 Mbit Netzwerk, 54 Mbit WLAN, VGA, Kopfhörer und Kartenleser.

Jetzt zum Wichtigen 🙂

Schon beim Auspacken wird einem klar, dass man es mit einem Netbook zu tun hat. In einem kleinen, handlichen Karton kommt das Hercules eCafe an. Hat man erst mal die ganze Verpackung entfernt, bleiben ein unter 1kg schweres Netbook, ein angenehm kleines und leichtes Netzgerät, 3 Notebooksticker zum Verschönern (Blümchen, Totenkopf, Skyline) und ein kleines Heftchen mit den Erklärungen für den Start übrig.

Mein Gerät ist in der Farbe „chocolate“, einem hellbraun, das fast schon leicht ins Gold abdriftet. Trotzdem ist die Farbe angenehm unauffällig und harmoniert gut mit den schwarzen Elementen. Wie bei vielen Netbooks ist das Gehäuse glänzend und anfällig für Fingerabdrücke, bei der Farbe fallen sie jedoch nicht so sehr auf.

Das Hochfahren dauert gut 50 Sekunden, dann kann man das helle und erfreulicherweise nicht glänzende Display bestaunen. Es löst nativ 800×400 Pixel auf, durch Interpolation werden 1024×600 Pixel erreicht. Dann waren die Texte gerade auf Webseiten allerdings schwer zu lesen, zum Surfen habe ich die Auflösung also heruntergesetzt auf 800×400. Das Wetter hat mir leider nicht erlaubt, das Display draußen bei Sonnenschein zu testen, aber das sollte ganz gut funktionieren.

Nach dem Starten landet man direkt auf dem Desktop des Mandriva Linux-Systems. Dieses ist in verschiedene „Welten“ aufgeteilt, zum Beispiel „Arbeiten“, „Internet“ , „Einstellungen“ und „Multimedia“. Auf die einzelnen Programme möchte ich nicht weiter eingehen, aber mir hat für den Anfang nichts gefehlt. Firefox als Browser, Thunderbird als Mailprogramm, Pidgin als Instant-Messaging-Client, ein Multimedia-Player, Fotomanager, GIMP, OpenOffice – das sollte ausreichen.
Das Starten der Programme dauert schon mal so 10 Sekunden, da macht sich die schwächere Rechenpower doch bemerkbar. Das Einrichten des WLANs war erstaunlich einfach, auch die Bedienung insgesamt sehr intuitiv.

Die Tastatur ist naturgemäß bei einem Netbook recht klein. Beim Hercules eCafe ist mir aufgefallen, dass die Umlaute dort gelandet sind, wo gerade noch Platz war und daher ziemlich zerstreut sind. Das zusammen mit den kleinen Tasten erlaubt keine schnelle 10-Finger-Schreibweise – aber mit ein wenig Übung kommt man ganz gut voran. Kleine Hände sind dabei allerdings eindeutig von Vorteil!

Mein Fazit nach ein paar Stunden surfen, herumspielen und damit auf der Couch liegen:
Das Hercules eCafe ist das erste Netbook, das ich richtig getestet und nicht nur im Elektronikmarkt angeschaut habe. Es ist ein wenig schwach auf der Brust, aber für den Preis von knapp 160 EUR ein sehr gutes Angebot. Für den ursprünglichen Zweck eines Netbooks ist es sehr gut geeignet. Netbooks mit einem stärkeren Prozessor, mehr Speicher und 1024 Pixel nativer Auflösung kosten gleich deutlich mehr. Die Akkulaufzeit ist mit über drei Stunden je nach Verwendung angegeben. Mit surfen, Musik hören, Textverarbeitung, WLAN war das auch realistisch, Video habe ich nicht getestet.
Auch der Umgang mit Linux war erfreulich unkompliziert und hat meine bisherigen „Berührungsängste“ verfliegen lassen.

Wer auf der Suche nach einem günstigen Netbook und dabei hohen Wert auf Mobilität legt und ein paar Abstriche bei der Performance machen kann, ist mit dem Hercules eCafe gut bedient.

3 Kommentare

  1. Fridji sagt:

    Hallo Heike, nach langem Suchen fand ich jetzt mit dieser Info die Lösung, hatte dasselbe Problem wie Alice . . .

    Vielen Dank, vielleicht kann ich Deinen Rat nochmals in Anspruch nehmen . . .

    Fridji

  2. Heike sagt:

    Das Modell das ich getestet habe, hatte eine deutsche Tastatur.

    Hier erreicht man das @ durch gleichzeitiges Drücken der „q“-Taste und der „Alt Gr“-Taste.

  3. alice sagt:

    hallo,

    habe da ne frage.

    wie bekomme ich das @ auf eCafe hin?

    Danke im vorraus!

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