Testbericht: 2 Terrabyte LG N4B1 NAS-Server
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Frederic Hahn, Do, 8. Okt. 2009
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Testbericht: 2 Terrabyte LG N4B1 NAS-Server

Vor Kurzem hate ich die Möglichkeit ded LG N4B1 NAS-Serverzu testen. (Beschreibung auf der Herstellerseite, Datenblatt)
Erster Eindruck:

  • Superschick (wohnzimmetauglich und damit zu schade für den Keller/Serverraum)
  • Top ausgestattet (2 oder 4 TB Speicher, Blue Ray Brenner – Einschübe für insgesamt 4 Festplatten)
  • Hervorragend verarbeitet
  • Mit allen notwendigen Anschlüssen (1 x Netzwerk, 1x 4in1 Kartenleser, 3x USB)
  • aktueller Preis: ca. 750 Euro

Obwohl das Teil wirklich schick ist kam es zum testen an den Switch in den Keller – einen Netzwerkspeicher muss ich mir nicht unbedingt angucken – so schön er auch sein mag.Bei uns im Keller laufen alle Kabel zusammen – ich nutze seitdem ich die Netzwerkkabel im Haus verlegt habe, einen einfachen 8-Port Switch zum verbinden des Netzwerks. Zudem hängt daran noch eine Fritzbox 7050, an die ich das NAS dirket angeschlossen habe.

Als ich die benötigte Software auf dem Notebook istalliert habe, konnte es losgehen mit dem Verschieben und Sichern der Daten. Dachte ich zumindest.

Im Setup Utility habe ich dann herausgefunden, dass die vier installierten Platten noch nicht formatiert waren. Zuerst hieß es also Anleitung lesen (RT*M).

Nachdem ich mich dann für eine RAID Variante entschieden hatte (zuvor schlau gemacht auf Wikipedia) konnte der Setup Prozess losgehen. Nun weiß ich auch, dass RAID für „redundant array of independent disks“ steht (obwohl mir dieses Wissen nicht viel hilft)…

Das einmalige Formatieren der Platten dauert ca. 30 Minuten. Hierbei ist zu beachten, dass sich je nach RAID Variante der zur Verfügung stehende Speicherplatz verändert.

Optionen hierbei u.a.:

Kein Raid
Keine Datensicherheit, dafür abe rdie ganzen 2 Terrabyte Speicher.

Sicherste Variante hier: Spiegeln (Raid 0)
Hierbei entspricht der verfügbare Speicherplatz dem Speicherplatz der kleinsten implementierten Festplatte. In meinem Fall wäre das also 500GB gewesen. Die Daten wären dann identisch auf allen vier Festplatten gelagert worden. Fast zu sicher, um dabei auf eine Lösung in einem Gehäuse zu vertrauen – denn wird das Gehäuse mitsamt der Festplatten zerstärt (Feuer, Wasser…) oder entwendet hilft einem das vierfache Vorhandensein der Daten nicht viel.

Der goldene Mittelweg hier: (Raid 5)
Zur Verfügung stehen hier 1500 GB: (4-1) × (500 GB) = 1500 GB Nutzdaten und 500 GB Parität bei völliger Datensicherheit gegen Festplattencrash. Dank Hotswap Fähigkeit kann die defekte Platte im Laufenden Betrieb gegen eine neue ersetzt werden.

Doch damit nicht genug:
Zudem kann man sich beim LG auch dafür entscheiden, die Festplatten einzeln zuzuordnen, so dass eine Kombination aus 2 x 500 GB mit Raid 0 möglich ist. Da werden die Daten dann natürlich nur einfach auf der zweiten Platte gespiegelt, dabei hat man 1 TB Speicher verfügbar. Halbe Sicherheit, doppelter Speicher.

Die Vielzahl dieser und natürlich noch weitere Optionen im LG Menü birgt nicht nur Gutes: Mit einer PDFAnleitung, die sage und schreibe weit über 100 Seiten umfasst, und zudem nicht gut zu Lesen ist (wer hat diese Schriftart ausgesucht…?)

Ok, startklar: alles soweit grundlegend installiert, also mal 6000 Files(ca. 50 GB) in 2 Stunden über 100 MBit LAN kopiert. Aber inzwischen war mir vor lauter Setup etwas der Spaß an dem Gerät vergangen.

Das N4B1 beim Hochfahren:

Mein Fazit:
Ein schicker und hochwertiger und hochsicherer Speicher, der toll für Firmen und anspruchsvolle, technisch versierte User geeignet ist. Jemandem, der von Technik nicht so viel Ahnung hat, gerne aber seine Daten im Netzwerk zur Verfügung stellen möchte, würde ich von diesem Gerät eher abraten. Da gibt es einfacherer Lösungen von anderen Herstellern. Wer auf der Suche nach einer einfachen Netzwerkspeicherlösung ist, der wird keinen Spaß an der aufwändigen Installation des N4B1 haben. Die optimale Konfiguration nimmt selbst für einen erfahrenen Anwender/Admin mehrere Stunden in Anspruch.

LG schafft im Bereich NAS meiner Ansicht nach nicht den Sprung vom Business zum Consumer Gerät. Für den professionellen Bereich top, für den Endkunden noch zu kompliziert.

11 Kommentare

  1. mac_helmes sagt:

    Das ein NAS zu Beginn konfiguriert werden muss, ist eigentlich kein Ding.
    Das ist aus meiner Sicht auch nicht das Problem beim LG N4B1 NAS
    Die Doku ist im Prinzip unbrauchbar, sowohl die englische als auch die deutsche. Fehler und Ungereimtheiten am laufenden Band. Das Webinterface ist auf dem Niveau der Doku.
    Für uns war besonders wichtig, die Möglichkeit Daten auf BluRay zu sichern.
    Und genau hier gibt es die größten Probleme. Hat man die
    Sicherung auf BluRay in Gang bekommen (nicht einfach kann ich euch sagen),
    dann gibt es keine Möglichkeit in Generationen zu sichern, also für Montag eine CD, für Dienstag usw. Fehlermeldungen für die BluRay können das BluRay Laufwerk blockieren.
    Dann bleibt nur ein Neustart. Auch diverse Firmware Updates haben nichts geholfen.
    Die Hotline ist freundlich aber vollkommen inkompetent, die haben keine Ahnung und müssen wohl immer in Korea anrufen. Abschließend frage ich mich, wie sind die
    (also LG) an die Plakette „geprüfte Archivierung“ gekommen.
    Das Produkt ist sowohl für den privaten als auch für den kommerziellen Bereich der Archivierung nicht ungeeignet.

  2. yueksel ugurlu sagt:

    Pustekuchen….
    jawohl bin wütend, sackvoll Geld für ein o8-15 ding

    vor 3 Monaten haben wir ihn gekauft, immer noch nicht in Gang gebracht, als ich bei LG Hotline anrief warum wir die Timemachine mit Mac G5 an die LG N4B nicht angeschlossen bekommen haben, selbst der zuständige LG Techniker sagt „ich muss mich mal schlau machen, rufe Sie zurück“, legt auf, seitdem kein mucks mehr..
    Vergeblich versucht, eine e-Sata Platte zu synchronisieren, oder FTP, oder DDNS server zu integrieren …. unser IT Man in Köln hat schon aufgegeben, ich rate mit ruhigem gewissen ab, kauft dieses „schicke Gerät“ nicht!

  3. Frederic Hahn sagt:

    asche ist guter dünger 😉

    und @alex kein raid = 4 getrennte platten mit jeweils 500 GB…

  4. Effi Ottmueller sagt:

    Hallo Mister Ponyhof!

    Vielen Dank für den Hinweis. Wir kümmern uns drum.

    Gruß,
    Effi

  5. Kai Thrun sagt:

    Das Kommentarfeld nimmt HTML-Tags an? o.O

    TEST

    😀

    Ich übermittel hier keine Wünsche mehr, auf verbranntem Land säht man keinen Rasen! 😛

  6. probefahrer alex vom ponyhof sagt:

    früher hat kai ja die wünsche immer an mich übermittelt – jetzt übermittel ich mal:

    1. das editierplugin für die kommentare wäre schön
    2. warum nimmt das kommentarfeld die umbrüche nicht an?
    dies
    ist
    ein
    test mit HTML linebreaks

    grüße vom ponyhof

  7. probefahrer alex vom ponyhof sagt:

    moin die herren,

    fred, der setupvorgang, den du beschrieben hast war bei den 4 NAS geräten, die ich bisher getestet habe ähnlich bis aufwändiger. ich kann mir kaum vorstellen, wie es einfacher gehen soll.

    immerhin musstest du keine festplatten kaufen und selbst einbauen, oder erstmal die firmware flashen, oder gleich das ganze betriebssystem installieren 😉

    klar, könnte die entscheidung zwischen den verschiedenen RAID-modi vom hersteller entschieden und gleich ein RAID 1 installiert werden – was GERADE bei endanwender die richtige wahl ist, denn geht in einem RAID 0 eine der HDDs kaputt, sind idR alle daten futsch. aber gut ein bisschen freiheit kann man seinen kunden ja auch bieten.

    nach deiner beschreibung würde ich urteilen, der installationsaufwand bewegt sich auch für DAUs im vertretbaren rahmen. screenshots des setup-tools mit den einzelnen schritten hätte hier für aufschluss gesorgt.

    im text selber steckt noch ein kleiner fehler:
    Kein RAID = 2 getrennte platten mit jeweils 500GB
    RAID 0 = gestripete Platten mit 1x1000GB aber hohem ausfallrisiko und geschwindigkeitsvorteil
    RAID 1 = sichere mirror variante mit 2x500GB

    btw RAID 5 hat ggü RAID 1 ebenfalls den Geschwindigkeitsvorteil

    ich warte ja immer noch auf eine NAS mit WLAN, 5.1 analogboxenanschluss und mediacenter drauf, das nach dem einschalten in 10 sek läuft und im standby 1W und im betrieb max 20W zieht.

    the new definition of eierlegendewollmilchsau

  8. Kai Thrun sagt:

    Ja ich denke, für den Hausgebrauch tut’s halt auch’n 2 Platten NAS i.d.R.
    Ja ganz unsinnig ist der Brenner nicht. Ich habe halt versucht heraus zu kristalisieren, ob der Aufpreis für den Brenner in einem Verhältnis steht, welches letztlich als sinnig zu erkennen ist.

    Ich für meinen Teil komme mit einer externen Platte in Moment noch gut aus (also zusätzlich zum NAS)

    Aber hast schon recht, für den Otto-Normal-Verbraucher noch total überdimensioniert. (da reicht ja meist schon nen Raid im Rechner selbst)

  9. Frederic Hahn sagt:

    Hallo Kai,

    danke für Deinen Beitrag!

    Ich denke Deine Aussage bekräftig mein Fazit: NAS Systeme sind noch nicht für den Otto-Normal Verbraucher tauglich…
    Und der BlueRay Brenner ist sicherlich auch für Unterstützung bei der die professionellen Datensicherung sinnvoll.

  10. Kai Thrun sagt:

    Die Raid-Technologie ist auf jedem NAS gleich. Ich finde den Preis etwas happig, gut die Nummer mit dem Blu-Ray Brenner ist interessant, keine Frage.
    Gut die Festplatten sind inklusive, aber wenn ich die Referenzrechnung mit Alternativen mache, lande ich ohne Bluray Brenner auf 600€. Dafür habe ich allerdings 3TB im RAID5.

    Ist halt die Frage, ob ich auf 1,5TB verzichte und für 150€ einen Bluray-Brenner „brauche“ in meinem NAS.

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