Steckdose statt Antenne
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admin, Mo, 1. Feb. 2010
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Steckdose statt Antenne

Die Idee ist simpel und auch nicht bahnbrechend. Um Daten zwischen Computern und anderen netzwerkfähigen Geräten auszutauschen, wird die Stromleitung genutzt. Diese Methode heißt  „Digital Powerline“ oder auf deutsch Trägerfrequenzanlage. Dabei hat ein Powerline-Adapter auf der einen Seite einen herkömmlichen Stecker für die Steckdose, und auf deren anderen Seite einen Ethernet-Anschluss, mit dem die kurze Distanz zwischen Adapter und PC überbrückt werden kann.

Ein Stromleitungs-Netzwerk („PowerLAN“) funktioniert im Prinzip wie ein normales Kabelnetzwerk, allerdings gelangen die Daten via Stromleitung von einem Raum zum nächsten. Spezielle Adapter wandeln die Datenströme vom PC oder Router in hochfrequente Signale um, die sich durch die Stromkabel bewegen. An jeder Steckdose im Haus können Sie dieses Signal mit einem Adapter anzapfen. Er wandelt die Signale wieder in verwertbare Daten um und reicht sie an den Computer, den Router oder andere Geräte im Netzwerk weiter.

Powerline lohnt sich vor allem für den Einsatz in älteren Einfamilienhäusern, in denen einer nachträgliche Ethernet-Installation zu aufwendig wäre und WLAN wegen der problematischen Überbrückung mehrerer Geschossdecken als Alternative nicht zur Verfügung steht.

Nachdem die Adapter etwa mit dem Computer verbunden sind, erkennen sich die Systeme automatisch. Probleme könne es höchstens bei „nicht ganz regelkonformen Stromnetzinstallationen“ geben, so die  Computerbild. Bis zu 256 Adapter lassen sich zu einem Netzwerk verbinden.

Folgende Hersteller bieten entsprechende Produkte an:

  • devolo
  • allnet
  • belkin
  • linksys
  • msi

Die wesentlichen Unterschiede liegen in der Verschlüsselung und in der Übertragungsgeschwindigkeit. Die Geräte arbeiten nach den Standards HomePlug 1.0 oder HomePlug AV, wobei AV für „Audio und Video“ steht.  HomePlug1.0 bietet Übertragungsraten bis zu 85 Megabit pro Sekunde (MBit/s). HomePlugAV dagegen ist bis zu 200 MBit/s schnell. Wer HD-Filme z.B. aus dem Internet streamen und auf dem Fernseher anschauen will, sollte daher zu HomePlug-AV-Produkten greifen. Demgegenüber reicht für Videos oder Fernsehen in Standardauflösungen das HomePlug 1.0.

Gem. der Zeitschrift test der Stiftung Warentest gibt es allerdings deutliche Unterschiede bei den Produkten. Die Tester erreichten beim Kopieren einer 200 Megabyte großen Datei aber lediglich 39 Mbit/s. Hier sollten die entsprechenden Hersteller ihre Angaben nachbessern.

Die Stromzähler dämpfen zwar als Barriere im Rahmen der Datensicherheit. Eine unüberwindbare Barriere stellen sie aber nicht dar, so dass sich Nachbarn mit Powerline-Adaptern durchaus ins eigene Netzwerk einschleichen könnten. Deshalb sollten die voreingestellten Passwörter unbedingt rasch geändert werden.

Manche Adapter verfügen abschließend noch über einen kleinen Zusatzknopf. Er dient dazu, „frisch eingestöpselte Adapter zu paaren“ – und das Netzwerk somit sicher zu machen. HomePlug-AV-Stecker arbeiten mit 128-Bit-AES-Verschlüsselung. Der ältere HomePlug 1.0-Standard hat eine schwächere Verschlüsselung, die potentiell unsicherer ist.

Abschließend ein kurzer Ausblick: Dévolo, der Weltmarktführer im Bereich Powerline-Technik wird auf der diesjährigen CeBIT die neue dLAN-Generation mit 500 MBit/s vorstellen.

 

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