Das iRiver Story eBook EB02 im Test
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admin, Mo, 19. Apr. 2010
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Das iRiver Story eBook EB02 im Test

Ich nehme mein Notebook nicht mit ins Bett. Auch wenn das zurzeit die einzige technische Möglichkeit für mich wäre, anstatt des guten alten Buches aus Papier e-books zu lesen. Deshalb war ich sehr gespannt auf den iRiver EB02, der als Lesegerät für e-books auch für die Leserunde vor dem Einschlafen geeignet ist. Beim Auspacken eine positive Überraschung: das Gerät und ein USB Kabel. Das war`s. Sehr schön einfach. Über das Kabel kommen die Daten auf das Gerät und der Akku wird aufgeladen. Schön wäre noch WLAN gewesen, dann hätte man es nur noch für die Stromversorgung an einen Rechner anschließen müssen.

Neben dem Aufspielen von elektronischen Büchern und PDF kann man auch Comics anschauen, eine Kalenderfunktion nutzen, Memos schreiben, ein Tagebuch führen, Musik hören und das Ganze als Diktiergerät nutzen. Aufnahmefunktion und Soundausgabe habe ich nicht ausprobiert, deswegen kann ich darüber keine Bewertung abgeben. Neben der erfreulich kurzen Zubehörliste fällt das Design auf. Der iRiver ist extrem flach. Ein 6“ Monitor dominiert die Vorderseite. Er ist weiß und die Zeichen und Buchstaben werden so wie die Flüssigkristallanzeigen von Taschenrechnern angezeigt. Sieht am Anfang ein wenig zu simpel aus, sorgt aber im Laufe der Zeit für ein sehr angenehmes Lesen, da die einstellbaren Schriftarten einen sehr guten Kontrast schwarz auf weiß darstellen und die Augen nicht belasten. Der Bildschirm ist auch angenehm flimmerfrei. Ich hätte mir allerdings noch eine Eigenbeleuchtung des Monitors gewünscht, um nicht auf externe Lichtquellen angewiesen zu sein. Ich habe den Monitor im Spektrum zwischen grellem Sonnenlicht draußen und abgedimmter Wohnzimmerbeleuchtung ausprobiert, und die Schrift war immer gut zu lesen.

Neben dem Monitor gibt es noch eine kleine Tatstatur zum Navigieren im Menü, zum Umblättern und zur Eingabe von Texten. Für die ersten beiden Aufgaben ist sie akzeptabel, zum Eingeben längerer Texte finde ich sie aufgrund der kleinen Tasten mit hohem Widerstand ungeeignet. Sowohl rechts als auch links sind zwei Flächen markiert, die zum Vor- und zurückblättern gedacht sind. Vom Design her schick, die Anordnung auf beiden Seiten des Gerätes macht auch Sinn,  aber auch diese Tasten sind so schwergängig, dass ich lieber die Cursortasten der kleinen Tastatur zum Blättern benutzt habe.

Apropos Blättern: wann immer man eine neue Seite aufruft, wird die alte gelöscht, d.h. komplett weiß gemacht und dann erscheinen die neuen Zeichen. Das dauert gefühlte 2-3 Sekunden. In der Realität geht es wahrscheinlich etwas schneller, ich habe es nicht gemessen. Aber wenn man flüssig in einem Text liest, dann stört diese Unterbrechung sehr. Da man mit der Zeit ein Gefühl dafür entwickelt, wie lange es dauert, bis die nächste Seite aufgerufen wird, fängt man immer schon zu blättern an, wenn man noch die vorletzte oder vorvorletzte Zeile liest, damit man möglichst unterbrechungsfrei weiterlesen kann. Das hat mich also am Anfang sehr gestört, später nicht mehr so sehr.

Wenn man das Gerät das erste Mal in die Hand nimmt, dann kommt es einem sehr leicht vor. Wenn man aber länger liest, dann muss man die Halteposition schon mal wechseln, da es sonst etwas störend wird. Zumindest dann, wenn man das Gerät mit nur einer Hand halten möchte. Allerdings fand ich das jetzt nicht schlimmer als bei einem Taschenbuch, das man ja auch nicht ständig in derselben Position vor der Nase hat. Da ich das Gerät nicht zwischen Daumen und Zeigefinger und auch nicht beidhändig halten wollte, fasste ich es irgendwann automatisch so an, dass das Gerät mit dem Rücken in meiner flachen Hand lag und zwischen Daumen und Mittelfinger gehalten wurde. Bei meiner Handgröße ist das Gerät damit allerdings einen kleinen Tick zu breit, um für mich persönlich dauerhaft eine angenehme Halteposition zu erreichen.

Alles in allem ein gut ausgereiftes Gerät. Ich würde mir definitiv eine Eigenbeleuchtung wünschen. Auch WLAN wäre nicht schlecht. Das Gerät könnte noch ein klein wenig schmaler sein und wenn es möglich wäre auch noch etwas leichter. Die Tastenbedienung ist nur für Navigation und Blättern geeignet. Längere Eintragungen in das Teil würde ich nicht machen wollen. Auf die Zusatzfunktionen MP3, Diktierfunktion und Tagebuch könnte ich verzichten, aber für andere Leute ist das vielleicht interessant. Ich warte noch auf anders ausgestattete Lesegeräte – aber kaufen werde ich mir bestimmt eins.

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