Ein bißchen handwerkliches Geschick und der alte Laptop ist wie neu
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admin, Fr, 23. Apr. 2010
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Ein bißchen handwerkliches Geschick und der alte Laptop ist wie neu

Auf Kabel1 lief letztens eine Reportage über die DCMM. Für alle, denen es an dieser Stelle so geht wie mir damals: Es ging um die Deutsche CaseMod Meisterschaft. Dabei treffen sich viele computersachverständige Bastler Deutschlands, die eine besonders kreative Verpackung für ihren Computer gebaut haben und diese nun anderen vorstellen wollen. Dementsprechend kommt die Bezeichnung Case Modding aus dem Englischen und ist eine Kombination aus Case (= Gehäuse) und Modification (= Veränderung). Im Rahmen dieser Meisterschaften entstehen dann so interessante Kreationen, wie ein PC in einem Sofa, ein PC in einem Bambusgehäuse oder ein Computer in einem Motorrad.

Ob die Menschheit wirklich einen Motorradcomputer braucht, ist wieder eine andere Frage, aber wir wissen nun, dass es möglich ist! Und das muss man ja auch erst mal nachmachen. Ich weiß nicht, ob ich einen funktionsfähigen Computer in meinen Roller eingebaut bekommen würde.

Mehr interessante Informationen zu Regelwerk, die Deutschen Meister seit dem Jahre 2002 und Fotos vieler interessanter Konstruktionen findet man auf der offiziellen Homepage der DCMM.
Auch wenn mein Roller wahrscheinlich nie zu einem Computer umfunktioniert werden wird, so habe ich mir doch nach diesem Beitrag vorgenommen, meinem Computer ein bißchen auf die Sprünge zu helfen. Denn wenn es Menschen gelingt, in eine Gitarre einen PC einzubauen, so werde ich es doch wohl schaffen, meinem etwas veralteten Laptop durch einen neuen Arbeitsspeicher zu mehr Leistung zu verhelfen.

Ich schaute mir also zunächst einmal die Unterseite meines Lenovo-Notebooks an und stellte fest, dass der Arbeitsspeicher, die Festplatte und das Mainboard schnell und einfach zu erreichen sind. Diese liegen hinter einer Klappe, die mit 1-2 Schrauben gut befestigt ist. Auch bei den meisten anderen Notebooks sind diese Komponenten ähnlich leicht erreichbar. So weiß ich z.B., dass die Lenovo Thinkpad-Reihe ebenfalls derartig verarbeitet ist.
Es ist jedoch auf jeden Fall notwendig vorher zu schauen, ob man das jeweilige Bauteil leicht ausbauen kann und natürlich welche Bauteile kompatibel sind. Deswegen empfiehlt es sich, dies vor dem Kauf eines neuen Bauteils zu machen. Da kann man dann auch gleich nachschauen, welche Kriterien ein Bauteil erfüllen muss. Bei meinem Notebook waren 2 Steckplätze vorhanden und ein Steckplatz war mit einem 1024 Ram-Riegel bestückt. Da ich wusste, dass mein Notebook bis 4096 RAM aufrüstbar ist (dies ist mittlerweile Standard), habe ich mich entschieden, einen zweiten Riegel mit 2048 Ram für den zweiten Steckplatz zu kaufen. Auf dem vorhanden 1024 Ram-Riegel fand ich dann auch die Angaben, wie die Taktung (Hertzzahl) und den Typ (z.B. DDR2-Ram), die ich bei einem Neuerwerb beachten muss.

Ich kaufte mir also den entsprechenden RAM-Speicher und baute ihn ein. Mein Lenovo erkannte den Speicher problemlos an und ist seit dem viel weniger anfällig auf Überlastung. Ich kann mehrere Anwendungen gleichzeitig starten ohne, dass es zu größeren Verzögerungen kommt.

Ich habe mich hierüber auch mit einem Freund unterhalten und der erzählte mir, dass er sich eine neue Festplatte in sein Samsung-Notebook eingebaut hat und dieses nun viel schneller ist, da die neue Festplatte nicht nur mehr Speicherplatz, sonder auch eine schneller Lese- und Schreibgeschwindigkeit hat und somit viel schneller auf Daten zugreifen kann. Beim Einbauen hatte er zwar zunächst Schwierigkeiten, mit Hilfe einer Anleitung eines Internetforums, war der Eingriff dann letztendlich doch leicht durchzuführen.
Ich dachte früher immer, dass es bei Laptops nicht so einfach wäre Komponenten zu tauschen wie bei Desktopcomputern. Seit dem Bericht über Case Modding und meinem ersten eigenen Eingriff weiß ich allerdings, dass dies nicht so schwierig ist und sich auch lohnen kann. Statt einen komplett neuen Laptop für 600€ zu kaufen, kaufe ich mir doch lieber einen neuen Arbeitsspeicher für 100€ und der Computer läuft wie neu!

Falls größere Probleme vorliegen, als dass der Computer zu langsam ist, wie z.B. die Tastatur ist kaputt oder der Bildschirm hat einen Sprung, so könnten selbst diese Teile ausgetauscht werden. Hierfür muss man jedoch schon mehr handwerkliches Geschick mitbringen, da entsprechende Anleitungen wahrscheinlich schwieriger im Netz zu finden sein werden. Gleiches gilt für die entsprechenden Ersatzteile. Hier könnte man evtl. einen gebrauchten baugleichen Laptop mit einem anderen Defekt kaufen und die entsprechenden Teile ausbauen.

Zu beachten ist dabei auch weiterhin, dass die Garantie evtl. erlöschen kann (falls noch welche gültig ist), wenn man das Gehäuse des Notebooks öffnet. Außerdem muss jedem klar sein, dass natürlich derjenig,e der an dem Notebook bastelt auch die Verantwortung hat, dass es nachher auch wieder funktioniert. Das ist zwar ein Risiko, genau das lassen sich Computerhändler aber auch bezahlen. Wer also selber Hand anlegt kann hier Geld sparen, trägt jedoch auch die Verantwortung.

Ich wünsche viel Spaß beim Basteln

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