Warum bekommt man manchmal bestellte Ware nicht oder nicht zeitgerecht?
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admin, Fr, 30. Apr. 2010
in Shop

Warum bekommt man manchmal bestellte Ware nicht oder nicht zeitgerecht?

Dies hat im Wesentlichen zwei Gründe: Entweder es ist jemand schneller gewesen, wenn nur noch wenig Ware verfügbar war oder die Ware wurde vom Vorlieferanten nicht geliefert, obwohl dies verbindlich zugesichert wurde. Letzterer Fall soll an dieser Stelle – aus Sicht der SYNAXON Online GmbH – genauer betrachtet werden.

Manchmal ist es so, dass wir Ware von unseren Vorlieferanten oder auch Großhändlern im Zulauf haben, teilweise mit der Aussage „Die Ware wird morgen bei Ihn eintreffen“. Grundsätzlich verlassen wir uns auf diese Aussage und stellen die Produkte in unserem Shop als verfügbar dar, weil sie ja zugesichert schon fast da ist. Daraufhin ist die Ware dann auch bestellbar, was Viele auch regelmäßig nutzen. Das Erstaunen ist dann groß, wenn die Ware nicht kommt oder wir Ihnen mitteilen müssen, dass die Ware gegenwärtig nicht (mehr) verfügbar ist. Dies führt verständlicherweise zu Ärger bei allen Beteiligten.

Jetzt könnten Sie sagen, dann stellt doch erst die Ware als verfügbar im Shop ein, wenn sie tatsächlich da ist. Leider ist es nicht ganz so trivial. Natürlich versuchen wir Sie, so gut und aussagefähig wie irgend möglich mit den Verfügbarkeitsinformationen zu versorgen. Soweit nichts Neues. Ein weiterer Faktor, der hier eine entscheidende Rolle spielt, ist die Verfügbarkeit bei den Herstellern. Und spätestens jetzt kann und wird es kompliziert. Hier spielt der Dollar, Rohstoffpreis, Kundennachfrage, Bauteilverfügbarkeit, Logistikkapazitäten, Nachfrage in anderen Märkten, Wettbewerbssituation und nicht zuletzt die Preispolitik eine Rolle. Die Aufzählung könnte noch beliebig erweitert werden, sollte aber hier ausreichen, um Ihnen ein Gefühl dafür zu vermitteln, welche Parameter in die Verfügbarkeit von Ware hineinspielen, ohne dass die Handelskette diese Rahmenbedingungen wirkungsvoll und ganzheitlich beherrschen kann.

Der springende Punkt hierbei ist die schon oben genannte Maßgabe, dass die erwähnten Mitspieler, wirtschaftlich arbeiten müssen. Dies bedeutet für uns und somit auch für Sie, dass wenn Ware, aus welchen Gründen auch immer, knapp am Markt ist, diese von Hersteller an den Großhändler verkauft wird, der den höchsten Preis bezahlt. Und das Spiel geht, nach unten entsprechend weiter. Wenn also unser Großhändler eine gewisse Menge einer bestimmten Ware hat und die Nachfrage größer ist, als die verfügbare Menge… richtig, dann bekommt der die Ware, der den höchsten Preis dafür bezahlt.

Jetzt könnten Sie wieder sagen, ja dann habt ihr die Ware nicht gekauft und hattet somit auch keine Verfügbarkeit. Oberflächlich betrachtet könnte dies richtig sein, doch so funktioniert das Geschäft leider nicht. Je nach Ware beträgt die Produktionsvorlaufzeit zum Teil bis zu drei Monaten. Damit die nachgefragte Menge produziert werden kann, bekommen die Großhändler von Großkunden einen „Forecast“, also eine geschätzte Menge, die wir abnehmen werden. Da dies eine Schätzung ist und der Großhandel oft auf Dollarbasis die Ware kauft und diese Währung gegenwärtig stärkeren Schwankungen unterliegt, ist diese Menge nicht verpflichtend von uns ab zu nehmen.

Sie erwarten von uns einen gut, vielleicht sogar den günstigsten Preis. Wir versuchen dann, wenn die Ware bei unseren Großhändlern verfügbar ist, auch den besten Einkaufspreis für Sie zu bekommen und bestellen zu diesem Preis vor.

Und jetzt passiert folgendes: Nicht nur wir versuchen das, sondern auch Andere.  Der Großhändler beliefert jetzt die Aufträge nach Verkaufspreis und obwohl wir eine Zusage haben, dass die Ware kommt, ist diese schon weg. Diese Ware wird im Großhandel dann „Allokationsware“ (also Ware die zugeteilt wird) genannt. Die Zuteilung erfolgt dann nach dem folgenden Prinzip: Das wir die Ware nicht bekommen, trotz dass wir diese vorbestellt haben, wird vom Großhändler damit entschuldigt, dass es einen Lagerfehlbestand (will heißen, die Ware ist nicht im Lager, müsste sie aber, weil es so im System angezeigt wird) gegeben hat… und die Erde ist eine Scheibe. Die Großhändler habe eine sehr gut funktionierende Logistik mit entsprechenden Überwachungs- und Regelfunktionen, somit halte ich einen Lagerfehlbestand der fast nur bei Allokationsware auftritt, für so wahrscheinlich, wie dass Lichtenstein Fußballweltmeister wird.

Dieses Problem wird immer wieder mit unseren Großhändlern besprochen. Eine Lösung hierzu wird es aller Wahrscheinlichkeit bis auf weiteres nach nicht geben. Glücklicher Weise taucht diese Situation aber nicht allzu häufig auf.  Daher hoffe ich, dass ich mit diesem Beitrag etwas Hintergrundwissen zum Thema „Allokationsware“ beisteuern konnte und abschließend auf Ihr Verständnis, wenn wir Bestellungen von Ihnen mit diesem Hinweis regulieren müssen.

Jens Hübner
Supply Chain Manager

2 Kommentare

  1. Stefan Bornemann sagt:

    Hallo Küfer,

    danke für Deine Nachfrage. Grundsätzlich, und das gilt für gegenwärtig für ca. 98,7% der Bestellungen, ist die Ware verfügbar. Allerdings kann es für hochpreisige Komponenten wie z.B. Grafikkarten, aufgrund der o.a. Aspekte im Ausnahmefall mal zu Verzögerungen kommen. Sollte dies geschehen, werden die Kunden hierüber unverzüglich unterrichtet. Dieser Artikel soll dazu dienen, die Hintergründe zu erläutern.

  2. Küfer sagt:

    Das heisst, wenn ich bei Euch was bestelle, dann kann es sein, dass ich meine Ware nicht wie angegeben erhalten oder sehr verspätet? Das ist nicht wirklich erfreulich.

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