Unkaputtbar und hochwertig: das Lenovo ThinkPad X100e
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Benjamin Thiessen, So, 9. Mai. 2010
in Hardware

Unkaputtbar und hochwertig: das Lenovo ThinkPad X100e

Lenovo bringt mit seiner X Serie Netbooks auf den Markt, die großzügig ausgestattet und gleichzeitig extrem mobil sind. Für große und etablierte Marken wird es immer schwieriger, sich lange und nachhaltig am IT-Markt zu positionieren. Und ist man einmal eine etablierte Marke, so heißt das noch lange nicht, dass das auch so bleibt. Einen Trend verschlafen, ein mieses Produkt auf den Markt gebracht, dass den User langweilt oder einen groben Fehler enthält und schon war es das mit der Positionierung am Markt. Umso beruhigender ist es, Marken wie z.B. das ThinkPad immer wieder in Höchstform zu erleben. Es ist schon irgendwie mutig, ein IT-Gerät auf den Markt zu bringen, dass bestimmte designerische Grundregeln zu missachten scheint – zumindest auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick, und vor allem bei einem Blick ins Innere des Netbooks, wird einem klar, welch hochwertiges Produkt von Lenovo bei dem X100e auf den Markt gebracht wurde.
Bei dem getesteten Modell ist ein AMD Athlon Neo X2 Single-Core MV-40 Prozessor verbaut. Dieser Prozessor ist neben seinen anderen Eigenschaften auch sehr stromsparend und verlängert die Akkulaufzeit noch ein wenig, die bei normaler Last bei ca. 4,5 Stunden liegt. Bei höchster Displayhelligkeit und Multimediaanwendungen dürfte sie auf 3,5 Stunden schrumpfen. Von der Geschwindigkeit her ist der MV-40 mit den Intel Atom Prozessoren gleich auf, wobei dem AMD Prozessor das Hyper-Threading und natürlich auch ein zweiter Kern fehlt. Hyper-Threading stellt das gleichzeitige flüssige Arbeiten mit mehreren Anwendungen sicher, wobei Hyper-Threading einfach nur ein hipper Ausdruck für „mehrfache Aufgaben“ darstellt. Trotz angeblicher recht geringen Geschwindigkeit stellt sich beim längeren Arbeiten mit dem AMD Prozesor heraus: sind die Anwendungen einmal geöffnet und die Dateien in die Programme geladen – wie z.B. bei Präsentationen oder Schreibprogrammen oder auch beim Browser und Mailprogramm – funktioniert das Arbeiten genauso schnell wie mit anderen Netbooks. Eigentlich noch ein wenig schneller, denn der erste unschlagbare Vorteil des X100e ist der anderen Netbooks gegenüber doppelte Arbeitsspeicher von 2 GB. Sollte dann tatsächlich irgendwann noch das Upgrade auf ein 64-Bit Betriebssystem erfolgen, wäre es auch möglich den Arbeitsspeicher auf 4 GB zu erweitern. Das ist bei einem Netbook dieser Größe und dieses Gewichts eher ungewöhnlich und ein großer Vorteil des ThinkPads. Apropos Betriebssystem: ist bei anderen Netbooks Windows 7 Starter installiert und manchmal gar noch Windows XP, läuft auf dem Lenovo Netbook Windows 7 Professional. Ein weiterer Hinweis auf die Auslegung der ThinkPads im Business-Bereich eingesetzt zu werden.
Im Umfang ein wenig kleiner als ein DIN A4 Blatt misst das Netbook und bleibt auch ultraflach und gerade mal 1,5 kg schwer oder leicht. Andere Netbooks in diesen Abmessungen müssten dann wahrscheinlich irgendwo sparen, aber das ThinkPad tut das Gegenteil: die Festplatte speichert 250 GB an Daten. Gängig wären 160 GB gewesen, aber auch da kann das ThinkPad punkten.
Im Umgang mit dem Netbook stellt sich heraus, dass es gegenüber anderen Geräten dieser Art wesentlich robuster gebaut, kompakter und sicherer verarbeitet ist. Es wirkt beim Hantieren unkaputtbar, was vor allem durch den Hartplastikrahmen so erscheint. Was am Anfang vielleicht etwas eckig und kantig wirkt, stellt sich nach einiger Zeit als unauffällig edel und elegant heraus. Weniger ist mehr war hier für Lenovo wohl die Devise, und genau das sollte bei einem Netbook vielleicht auch vorrangig sein: es soll nicht viel Platz wegnehmen und trotzdem als Objekt im Design gut aussehen. Es ist klein und flach, schlicht schwarz und das sieht einfach gut aus. Gut ist das nicht nur für den Business-Bereich, wo man das Netbook mit Sicherheit ständig auf- und zuklappen und hervorholen muss. Auch im heimischen Bereich, vor allem wenn man oft die Räume wechselt, ist das sehr praktisch. Man hat einfach nicht ständig das Gefühl, man könnte gleich was kaputtmachen, nur weil man das Netbook mal mit in die Küche nimmt.
Die Tastatur ist für vieles Schreiben gut geeignet, die Tasten geben angenehmen Widerstand und sind voneinander abgesetzt, ein Trend der sich immer mehr durchsetzt. Den Cursor und Mauszeiger auf dem Display zu steuern ist über mehrere Zugänge möglich. Einmal über einen hervorgehobenen Knopf innerhalb der Tastatur (TrackPoint), dann über das Touchpad, und an dem Touchpad sind einmal zwei Steuertasten unten und zwei Steuertasten oben angebracht. Und hier liegt auch der einzige Nachteil des X100e im Handling: Die unteren Tasten für das Touchpad liegen so am Rand, dass man sie beim Auf- und Zuklappen dummerweise manchmal mit anhebt oder anschrammt. Das kann bei unachtsamen Umgang vielleicht zu einer Beschädigung der Tasten führen. Das ist im Test nicht passiert, aber beim Aufklappen sollte man vorsichtig sein.
Vor allem das Schreiben macht auf dem Netbook wirklich großen Spaß, die Anwendungen laufen flüssig und das Netbook ist robust und mobil. Mit der X Serie und vor allem dem getesteten X100e hat Lenovo ein langlebiges und hochwertig ausgestattes Netvbook auf den Markt gebracht, das anderen mobilen Geräten dieser Größe den Rang abläuft.

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