Google Street View in Deutschland
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admin, Do, 19. Aug. 2010
in Aktuelles

Google Street View in Deutschland

Sommerlochdebatte oder Eingriff in die Privatsphäre?

Kontrovers diskutiert, gelobt, getadelt und doch geliebt? Derzeit gibt es in den Medien wohl kein strittigeres IT-Thema als der kürzlich gestartete Dienst Google Street View.

Bis Ende 2010 sollen die Straßen und Häuser von zunächst 20 Städten im Netz zu finden sein. Welche das sind und wie es mit der Privatsphäre aussieht, erfahrt ihr bei uns.

Städte mit Google Street View

Städte, in denen bald Google-Autos mit Kameras auf dem Dach unterwegs sind, sind: Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal.

Schon jetzt hat eine Flut von Klagen derer eingesetzt, die ihr Haus/Grundstück/ Wohnung (oder sich selbst) nicht im Internet sehen möchten. Zwar hat Google die Unkenntlichmachung von Personen vorgenommen, aber bei meiner Recherche bin ich auch auf einzelne Personen gestoßen, die gut erkennbar waren.

Der Nutzen von Google Street View

Laut Google gibt es für Privatpersonen und Gewerbetreibende erhebliche Vorteile, ob diese für jeden einzelnen zutreffen, obliegt wohl jedem selbst und seiner persönlichen Wertung.

Vorteile für die private Nutzung laut Google:

  1. Die Welt erkunden, ob es aus finanziellen, körperlichen oder zeitlichen Gründen für Personen nicht möglich ist, mit Google Street View lassen sich Orte auch vom heimischen PC aus anschauen und erkunden.
  2. Barrierefreiheit für behinderte Menschen. Vor Reiseantritt können behinderte Menschen am Computer mit vorhandenem Internetzugang, das kann auch mit einem mobilen Netbook vor Ort sein, einfach prüfen, ob die gewünschte Reiseroute beispielsweise für Rollstuhlfahrer geeigenet ist.
  3. Freunden und Familienangehörigen auf der ganzen Welt zeigen, wo man wohnt und eventuell sogar ein gemütliches Restaurant in der Nähe ausfindig machen, um einen gemeinsamen Abend zu verbringen
  4. Urlaubsplanung ohne böse Überraschungen bei der Unterkunft. Einfach im Voraus schauen wo die Unterkunft gelegen ist und welche Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Theater usw. in der näheren Umgebung vorhanden sind.

Vorteile für die gewerbliche Nutzung:

  1. Werbung für das eigene Unternehmen, durch Ansicht auf das eigene Geschäft/Büro. Des Weiteren können attraktive Ausflugsziele in der Nähe in den Mittelpunkt gerückt werden und so die eigene Lage reizvoller in Szene gesetzt werden.
  2. Immobilien präsentieren – als Immobilienmakler gezielt verfügbare Objekte, deren Lage, äußere Erscheinung und Vorzüge in den Blickpunkt potentieller Kunden rücken.
  3. Beitrag zum Umweltschutz. So kann beispielsweise bei der Wohnungssuche ein vor-Ort-Termin (zumindest äußerlich) überflüssig werden, weil man über das Internet ganz einfach ausloten kann, welche Lage das Objekt hat. Man benötigt also keine Transportmittel um dorthin zu gelangen.
  4. Journalistische Berichterstattung mit Hilfe von passendem Bildmaterial, das direkt am Ort aufgenommen wurde.
  5. Unterstützendes Bildmaterial bei Katastropheneinsätzen, hilft die Lage besser einschätzen zu können und so gegebenenfalls die Rettungskräfte gezielter einzuweisen.

Gut oder schlecht? Das bleibt wohl eine individuelle Entscheidung. Da sich Google derzeit auch noch immer in rechtlichen Verhandlungen befindet, werden wir das Thema natürlich weiter verfolgen, vielleicht sogar schon bald mit Street View-Bildern vom PC-Spezialist aus Bielefeld?!

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Widerspruch einlegen leicht gemacht:

Vorlage für den Widerspruch zum Downlaod – https://www.chip.de/downloads/PDF-Vorlage-Widerspruch-gegen-Google-StreetView_44286476.html

Bildquelle: Google – Pressezentrum

1 Kommentar

  1. Benjamin sagt:

    Mal ganz abgesehen, von Befindlichkeitsbekundungen angeht, wenn Google mit einem Kamerawagen durch die Straßen fährt, oder ob ich es will, dass jemand mein Haus fotografiert. Dieses Hin und Her löst einfach eine interessante und wichtige Diskussion Privatsphäre betreffend aus. In Deutschland ist man weitestgehend kritisch, was einerseits gut ist, andererseits aber zu weit gehen kann. Die Deutschen sind zwar als Prinzipienreiter verschrieen, aber Fakt ist nun mal, dass diese Art von Informationssammlung nicht die „schlimmste“, „tiefgreifendste“ oder irgendwas in der Art ist, wie es Google immer vorgeworden wird. Andere Konzerne oder die Regierung selbst sammelt ebenfalls Daten. Warum man da so kritisch wird, wenn es um das Fotografieren von Straßenzügen und Häuserzeilen geht, ist weitestgehend unverständlich. Ich denke, man will ein für allemal ein Exempel statuieren. Und das so willkürlich zu tun, ist niemals gut. Ich glaube, diese Diskussion hat all jene Bürger auf den Plan gerufen, die ansonsten auch gerne Nachbarschaftsstreits vom Zaun (im wahrsten Sinne des Wortes) brechen.

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