Spielsteuerung ohne Maus und Tastatur: NIA – Neural Impulse Actuator
Author
Benjamin Thiessen, Mi, 3. Nov. 2010
in Hardware

Spielsteuerung ohne Maus und Tastatur: NIA – Neural Impulse Actuator

Ein Kopfband aus Gummi mit drei rautenförmigen Kontakten, ein kleines schwarzes Kästchen aus Metall, ein USB-Kabel und Treiber auf CD… Und all das führt zu: „PC Gaming will never be the same.“ Im Prinzip haben OCZ Technologies damit vollkommen recht, wenn ihr Game Controller Gadget zu 100% funktionieren würde. Tut es aber leider nicht so ganz und bleibt damit ein interessantes und kurzweiliges Vergnügen. Für eine fein abgestimmte Spielsteuerung reicht es bisher noch nicht.

Spannend ist aber schon die Installation und der Aufbau: Nachdem man per CD die Treiber installiert hat (eine aktualisierte Softwareversion gibt es auf https://www.ocztechnology.com/drivers/OCZ_nia/), schließt man die Box über USB an den Rechner an, verbindet das Kopfband mit dem schwarzen Kästchen und beginnt mit der Kalibrierung. Dafür muss das Kopfband fest am Kopf sitzen, die drei Kontakte die Stirn aber nicht die Augenbrauen berühren. Die Kalibrierung misst dann Muskel- und Augenbewegungen sowie Alpha- und Beta-Wellen, ganz wie bei einem Elektroenzephalogramm. Im späteren Test zeigt sich, dass die Steuerung über Muskelbwegungen am besten funktioniert, über die Hirnwellen ist so gut wie keine Steuerung festzustellen, und wenn, dann ergibt sie sich zufällig. Die persönlichen Kalibirierungsdaten lassen sich abspeichern und werden für die Verwendung in Spielen benutzt. Mit der Software kann man vorinstallierte Profile für verschiedene Spiele aufrufen, dabei sind z.B.: Gears of War, Half Life 2, Quake Wars und Unreal Tournament 3 in zwei verschiedenen Versionen: easy und advanced. Getestet wurde der NIA mit Half Life 2 und Soldier of Fortune 2: Double Helix, einem etwas älteren First Person Shooter. Vorinstallierte Profile beinhalten aber z.B. auch eine Version für WASD-Spiele.

Erstellt man ein neues Profil, kann man vielfältig Bewegungs- und Wellendaten auf verschiedene Befehle legen, dies ist aber leider auch recht unübersichtlich. Eigentlich sollte dies als ein Modus für erfahrene Spieler gekennzeichnet werden. Erste Ergebnisse lassen sich aber leicht erzielen. Die Wellenaufzeichnung für die Muskelbewegungen ist ohne Latenz am Bildschirm zu verfolgen. Im Monitor für die Muskel-, Augen und Hirnwellen scheinen die Pegel mehr oder weniger willkürlich auszuschlagen. Zum Üben kann man dann z.B. Pong spielen und stellt mit Erstaunen fest, das über leichte Gesichtsmuskelbewegung (zumeist mit der Stirn) der kleine Balken hoch und runter zu bewegen ist. Nachdem man dann auf Game Play geklickt und eine Voreinstellung oder eine persönlich erstelltes Profil ausgewählt hat, kann man ein auf dem Rechner gespeichertes Spiel starten. Um die NIA-Steuerung für ein Spiel zu aktivieren, muss man aber noch die Tastenkombination Strg+F12 betätigen. Im Test ergab sich bei Half Life 2 das Problem, dass die NIA-Steuerung zwar im Menü und in den Optionen Veränderungen hervorrufen konnte, im Spiel selbst aber nichts passierte. Auch nach mehreren Einstellungen über die Joystick-Optionen passierte nichts.

Ganz anders bei Soldier of Fortune II: Double Helix. Dort mussten keine weiteren Einstellungen im Menü vorgenommen werden, die Steuerung funktionierte sofort nach Spielstart. Sie funktionierte allerdings so „sensibel“, dass kein genaues Zielen sowie keine genauen Bewegungen möglich waren. Dazu kommt, dass die Steuerung über die Augenbewegung nur so (un)genau kalibriert werden kann, dass man über den Bildschirmrand hinaus guckt und damit für ein paar Milisekunden nichts mehr vom Spiel mitbekommt. Die sind aber bei First Person Shootern entscheidend… Bleibt also nur die Steuerung über Muskelbewegung, die aber letztendlich zu ungenau ist. Konzentriert man sich auf nur eine Aktion wie z.B. linker Mausklick/Schuss und steuert die über Muskelbewegung, so kann man die Bewegungssteuerung per Maus vornehmen und die Schüsse per NIA abgeben. Das funktionierte tatsächlich ganz gut. Aber wenn man schon doch noch die Maus in die Hand nehmen muss, kann man das Klicken auch damit erledigen. Die Steuerung ganz ohne Maus und Tastatur führte zu einem schnellen Tod als Spielfigur… Fazit: die Idee, über Muskel- und Augenbewegungen ein Spiel zu steuern ist gut und in Ansätzen funktioniert das bei dem Neural Impulse Actuator von OCZ Technologies. Die Hardware scheint funktionsfähig zu sein, die Software allerdings ist noch nicht ausgereift und die feinabgestimmte Steuerung ist hier ein sehr wichtiger Faktor, den es noch weiterzuentwickeln gilt. Der NIA wird zur Zeit bei unserem Geburtstagsgewinnspiel verlost.

1 Kommentar

  1. Sebastian sagt:

    Das würde ich auch gerne mal testen 😉

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