720p HD-Webcam von Microsoft: LifeCam HD-6000
Author
Benjamin Thiessen, Di, 21. Dez. 2010
in Hardware

720p HD-Webcam von Microsoft: LifeCam HD-6000

Die HD-Auflösung hält jetzt auch bei den Webcams Einzug und mit der LifeCam HD-6000 liefert Microsoft eine Webcam, die mit 720 Pixeln 30 Bilder pro Sekunde aufnimmt und wiedergibt bzw. sie an den Videochat-Partner überträgt. Derjenige kann die hochauflösenden Bilder dann empfangen, vorausgesetzt es besteht eine entsprechend schnelle Internetverbindung. Aber auch mit einer DSL2000 Leitung – darüber lief der Chat im Test – werden die Bilder in hoher Auflösung übertragen. Weiterhin verfügt die Kamera über einen Autofocus und über ein eingebautes Mikrofon mit Rauschunterdrückung. Die Microsoft LifeCam HD-6000 ist die perfekte Webcam, um anspruchsvolle HD-Videochats zu führen, man kann mit ihr allerdings auch Videos drehen und diese dann mit der mitgelieferten Software abspielen. Dabei leistet die Software exzellente Dienste, wenn es um zusätzliche Effekte und Livebild-Bearbeitung geht.

Microsoft LifeCam HD-6000 angebracht am Displaygehäuse

Aber zuerst einmal das Unboxing: Nach dem Öffnen der Verpackung legt Microsoft sehr viel Wert darauf, dass man zuerst die Software von der mitgelieferten CD installiert, um den USB-Anschluss der Cam ist extra ein Klebestreifen angebracht: Install software first! Da wage ich es dann auch nicht zu widersprechen und lege brav die CD ein, von der dann das Installationsprogramm läuft. Nach recht kurzer Zeit (ca. 5-10 min.) ist alles installiert und die Webcam ist bereit zum Anschließen. Hat man sie angeschlossen, kann man die installierte Software starten und mit ihr Videos und Fotos in unterschiedlicher Auflösung aufnehmen. Außerdem – und das erwies sich als erstaunlich kurzweilig – kann man das Live-Bild mit verschiedenen komisch anmutenden Gesichtsverzerrungen belegen oder sich von der Software wahlweise ein lustiges Hütchen aufsetzen lassen. Dabei geht die Software so akurat vor, dass sie sogar die fake-aufgesetzte Sonnenbrille mit meiner Bewegung im Bild mit verschiebt. Aber das sind eher die nebenher laufenden Spielereien. So viel Spaß das auch macht, die Kamera soll ja hochauflösende Videos und Fotos machen, ohne dass störende Elemente darin vorkommen.

Das tut die Kamera auch und zwar mit allen Softwareumgebungen, mit denen ich es ausprobiert habe. Den hauseigenen Messenger von Microsoft habe ich im Test nicht verwendet. Die Kamera soll ja auch gute Dienste leisten, wenn man sich für einen anderen Anbieter entscheidet. Zum einen sind da die Video-Chats mit Skype: da die Kamera nach dem Anschließen als Standardgerät eingestellt ist, benutzt die Software auch automatisch die Kamera und nimmt sie in Betrieb, sobald ein Gespräch gestartet ist. Im Vergleich zu der im Notebook eingebauten 1.3 MP Kamera ist das Bild wesentlich schärfer und weitaus weniger verpixelt. Ein wirkliches HD-Erlebnis hat man auf einem kleinen Video-Chat Bildschirm nicht, eine deutliche Verbesserung zu anderen Kameras ist aber schon zu erkennen. Helligkeit und Farbe werden von dem TrueColour-Management übernommen, das das Umgebungslicht ein wenig an das ausgegebene Bild anpasst. Schaltet man TrueColour ab, ist das Bild ein wenig zu grell. Auch mit einer anderen Video-Software gelangen gute Bilder und gute kleine Videos. Beim Drehen von Videos muss man ein wenig auf die Dateigröße achtgeben. Durch die höhere Auflösung benötigen auch kleinere Videos schon relativ viel Speicherplatz, was heutzutage ja aber auch nicht mehr wirklich ein Problem darstellen sollte. Die selbstgedrehten Videos gelingen durchweg gut, vor allem der Ton durch das eingebaute Mikrofon ist wesentlich besser als der bei den in Notebooks eingebauten Mikrofone. Die Videos werden im Windows Media Player üblichen WMV-Format abgespeichert.

Geringe Abmessungen bei der LifeCam HD-6000

Die Kamera selbst wird über einen Clip am Displaygehäuse angebracht, was in der Praxis zwar leicht war, wirklich fest saß die Kamera jedoch nicht. Man muss aufpassen, dass man das USB-Kabel entlastet, so dass die Kamera nicht verrutscht. Das USB-Kabel ist gute 70 cm lang. Hat man sie fest installiert, kann man den Kopf der Kamera in beide Richtungen schwenken oder auch nach oben und nach unten. Der horizontale Spielraum ist dabei größer als der vertikale. Das ist sehr praktisch für Aufnahmen, bei denen man das Notebook einmal nicht direkt vor sich platzieren kann. Steht man etwas weiter weg von der Kamera, sind die Bilder immer noch gut, auch wenn sich ein Objekt oder eine Person direkt vor und etwas weiter hinten im Raum befindet. HD-Erlebnisse so wie man sie inzwischen von LCD-TVs oder von Camcordern kennt, stellen sich auch bei diesen selbstgedrehten Videos nicht ein, trotzdem ist auch hier ein bemerkenswerter Unterschied zu Videos mit geringer auflösenden Kameras zu erkennen. Der Autofokus arbeitet schnell, lässt sich aber bei weniger guten Lichtverhältnissen auch schnell aus der Ruhe bringen. Schnelle Bewegungen in der Breite sind dabei nicht so problematisch wie in der Tiefe. Da muss der Autofokus recht schnell nachbesser und neu fein einstellen.

Insgesamt hat man aber mit der HD-Webcam durch alle Anwendungen hindurch ein gut aufgelöstes Bild, was weit über dem Standard eingebauter Webcams in Notebooks liegt. Die CMOS-Sensorfähigkeiten werden sich tendenziell noch weiter verbessern und das Bild in Zukunft noch schärfer machen. Für den Moment ist die Microsoft LifeCam HD-6000 aber eine prima Hilfe, um Videochats aufzubessern und um kleine Videos vor dem Notebookdisplay zu drehen.

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