YouTube vs. GEMA: Der Bildschirm bleibt (vorerst) schwarz.
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Benjamin Thiessen, Di, 13. Dez. 2011
in Aktuelles

YouTube vs. GEMA: Der Bildschirm bleibt (vorerst) schwarz.

Im Streit um Urheberrechte bzw. die gerechte Verteilung von Tantiemen an Künster bleiben die Fronten zwischen YouTube und der GEMA verhärtet. Kürzlich wurde gemeldet, dass Bitkom als Vertreter für Online-Streaming-Dienste für Musik (wie simfy und spotify, letzteres in Deutschland noch nicht am Start) und die GEMA sich geeinigt hätten. Die Streaming-Dienste werden nun zwischen 6 und 9 Cent pro gespieltem Titel an die GEMA zahlen müssen.

Quelle: YouTube Screenshot. Solange sich YouTube und GEMA nicht einigen, gibt es die meisten Musikvideos und -titel in Deutschland nicht zu sehen.

Wer sich auf YouTube ein Musikvideo oder eine Audiodatei eines Künstler anschauen und anhören, der bei der GEMA verpflichtet ist, wird hier in Deutschland den inzwischen allseits bekannten Hinweis zu sehen bekommen: „Dieses Video ist in Deutschland nicht verfügbar, da es möglicherweise Musik enthält, für die die erforderlichen Musikrechte von der GEMA nicht eingeräumt wurden.“ Das bedeutet so viel wie: die GEMA möchte den Künstlern, deren Werke auf YouTube verbreitet werden, gerne Geld ausbezahlen, kann dies aber nicht, da sich YouTube und GEMA auf keinen Tarif einigen können.

Trotzdem bleibt die oben genannte Einigung ein Erfolg sowohl für die Künstler als auch für die Labels und die Streaming-Dienste sowieso. Das Anhören von Musik und das Anschauen von Musikvideos verlagert sich mehr auf das Streaming, klassische Musiksender wie MTV können schon lange kein Geld mehr aus dem Musikgeschäft schlagen. Werden Bezahlmodelle leichter zu handhaben, werden die Hörer demnächst mehr Geld für Flatrates ausgeben, und so können die Musiker zwar nicht mehr so viel Geld mit klassischen Datenträgern wie CD und Vinyl verdienen, dafür aber daran, dass sich die Kids die Musik auf dem Smartphone morgens und nachmittags auf dem Weg zur Schule und nach Hause anhören.

1 Kommentar

  1. Marc sagt:

    Endlich mal ein fundierter, sachlicher und neutraler Artikel zu diesem Thema ohne das allseits beliebte GEMA-Bashing. Bleibt nur noch hinzuzufügen, dass der schwarze Bildschirm tatsächlich nicht durch die GEMA initiiert wird bzw. wurde, sondern durch youtube strategisch eingesetzt wird.

    Trotzdem: Daumen hoch für den Artikel und weiter so!

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