Das „Wiki-Prinzip“
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admin, Do, 16. Feb. 2012
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Das „Wiki-Prinzip“

Was es damit auf sich hat

Bereits nach einigen wenigen Beiträgen über das Netzwerk von PC-SPEZIALIST ist ein Thema wiederholt aufgekommen: Das „Wiki-Prinzip“ bei PC-SPEZIALIST und der Muttergesellschaft Synaxon bzw. das Selbstverständnis als „Open Company“.

Das klingt auf den ersten Blick nicht schlecht, doch könnte es sich dabei gut und gerne auch um Marketingfloskeln handeln. Was bedeuten diese aus der Open Source-Bewegung stammenden Prinzipien also? Und wie gehen solche Ideen mit dem Betrieb eines deutschlandweit aufgestellten Unternehmens zusammen?

Hat die Wiki-Einführung bei Synaxon inspiriert: Wikipedia-Gründer Jimmy Wales

Hat die Wiki-Einführung bei Synaxon inspiriert: Wikipedia-Gründer Jimmy Wales

Eine kurze Zusammenfassung zur Einführung des Firmenwikis bei Synaxon gibt es auf der Webseite von Vorstandschef Frank Roebers. 2006 habe sich Synaxon in einer schweren Unternehmenskrise befunden: „An allen Fronten gab es Ärger, die Ergebnisse waren im steilen Sinkflug.“ Ausgerechnet in diesem Jahr hörte Frank einen Vortrag des Wikipedia-Gründers Jimmy Wales und bekam Lust, selbst einmal einen Artikel in dem freien Internet-Lexikon anzulegen. Was dann passierte, hat Frank dem Wirtschaftsmagazin brandeins beschrieben:

„Der Artikel sei gut gewesen, sagt Roebers, aber das Layout schlecht, weil er sich damals noch nicht mit dem für ihn ungewohnten Wiki-Editor auskannte. Roebers beobachtete, was passierte: Fünf Minuten nach Beenden seines Artikels hatte irgendjemand den Text in Form gebracht. 20 Minuten später war er mit Links versehen. Es folgten in kurzer Zeit rund 20 weitere Editionen und Diskussionsbeiträge, die, so Roebers, „alle sinnvoll waren“. Mittlerweile gibt es rund 500 Anmerkungen zu und Veränderungen an Roebers Text.“

Von diesem Prinzip des Zusammenarbeitens und der dabei bei allen Beteiligten freigesetzten Energie war Frank so begeistert, dass er seine Kollegen überzeugte, auch bei Synaxon einen Wiki einzuführen. Über mehrere Wochen gaben die Synaxon-Mitarbeiter mehrere tausend Texte und Dokumente in den Wiki ein und dokumentieren seitdem alles, was sie tun auf der Plattform. Das Ergebnis reicht von persönlichen Selbstbeschreibungen und Hobbies bis hin zu wichtigen Firmeninfos wie Lieferantenverträgen und aktuellen Projektunterlagen. Wie Frank erklärt, gibt es dabei zwei Grundregeln: „Erstens: Jeder kann alles sehen, es gibt so gut wie keine Wissensbarrieren. Zweitens: Jeder kann alles ändern und die Änderung gilt ohne weitere Freigabe sofort, auch bei Unternehmensregeln.“

Aus heutiger Sicht betrachtet Frank die Einführung des Firmenwikis als einen riesigen Erfolg: In vielen Fällen hätten sich unmittelbar betroffene Mitarbeiter in Firmenentscheidungen eingebracht und damit zu wichtigen Verbesserungen beigetragen. Der Wiki habe zudem dazu geführt, dass sich das Tätigkeitsprofil vieler Angestellter verändert habe und diese heute besser informiert und motivierter seien. Diese Entwicklung habe auch den Unternehmenserfolg der Synaxon positiv beeinflusst und sei dafür mitverantwortlich, dass die Firma heute besser dastehe als je zuvor.

Der Synaxon-Wiki war dabei nur ein erster Anfang: Inzwischen gibt es noch eine Reihe weiterer Firmenwikis, unter anderem auch bei PC-SPEZIALIST. Aus dem Wiki-Denken heraus entwickelte sich die Internet-Plattform Snippr, die den Austausch zwischen Nutzern und Händlern möglich machte und inzwischen in den PC-SPEZIALIST Onlinestore integriert wurde. Das bald erscheinende, aktualisierte Unternehmensleitbild wurde von den Mitarbeitern mitgestaltet. Und Ende 2011 führte die Synaxon-Zentrale die vor allem durch die Piratenpartei bekannt gewordene Mitbestimmungs-Software Liquid Feedback ein. Ein Marketing-Gag ist das Wiki-Prinzip bei PC-SPEZIALIST also kaum. Und selbst wenn dem so wäre, hätte die seit der Wiki-Einführung stattgefundene Entwicklung die damaligen Vorstellungen bei weitem übertroffen.

Hier noch eine umfangreiche, aber auch wirklich sehr spannende Präsentation von Frank zu dem Thema:

4 Kommentare

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