Social Media Apps für Bands, Teil 1: die Anfänge.
Author
Benjamin Thiessen, Mi, 22. Feb. 2012
in Aktuelles

Social Media Apps für Bands, Teil 1: die Anfänge.

Screenshot einer durchschnittlichen Bandpage auf Myspace. Fotos, Player und Text sind integriert.

Als Musiker in einer Band unterwegs zu sein bedeutet heutzutage wohl, sich die Frage zu stellen ob man „groß rauskommen“ möchte oder aber einfach weiterhin für sich im stillen (oder auch nicht ganz so stillen, kommt wohl auf die Musikrichtung an) Kämmerlein oder Proberaum herumzududeln. An beidem ist nichts auszusetzen, aber wenn man sich für ersteres entscheidet, muss man selbst aktiv werden. Früher hat man das alles den A&R-Managern der Plattenfirmen überlassen. Die waren Woche für Woche in kleinen Clubs unterwegs und pickten sich Bands heraus, von denen sie sich Erfolg versprachen. Im schlechten Falle wurde dabei nur auf den schnellen Dollar geachtet, im besten Falle wollte der A&R-Manager das „Beste“ für die Band. Das bedeutete dann einen Plattenvertrag und weltweite Tourneen. Dass das auch nicht immer so gesund ist, hat man an vielen Beispielen betrachten können.

Diese ganze Maschinerie von Plattenfirma kann man heutzutage ausschalten, indem man das Marketing für die eigene Band selbst in die Hand nimmt und zwar über das Internet. In Zeiten der weiterhin sinkenden Plattenverkäufe (dafür aber steigenden legalen Internet-Angebote) ist das Live-Konzert wieder sehr machtvoll geworden, Bands verdienen Geld und erlangen Bekanntheit (wieder) indem sie viel live auftreten und Merchandise und Platten und CDs bei ihren Auftritten verkaufen.

Screenshot des Music Managers auf Lastfm. Etwas unübersichtlich und undurchschaubar.

Um sich einen Eindruck zu machen, gab es früher immer eine besondere Adresse: Myspace. Aber Myspace entwickelte sich in den letzten Jahren wenig weiter, die Konkurrenz wurde größer und Myspace verschlief so ein bisschen die Erweiterung und Erneuerung ihres Angebots. Dabei waren die Webseiten mit allem was man brauchte ausgestattet: Ein Foto der Band, eine Kurz-Bio mit Werdegang und Einflüssen und das Wichtigste: ein integrierter Player, über den man die Songs der Band anhören konnte, in voller Länge. Eine Myspace-Seite wurde vor ca. 10 Jahren zumeist nur durch eine eigens gehostete Seite ausgestochen. Inzwischen ist Myspace unübersichtlich und durcheinander geworden. Ich kann mich  mit Facebook anmelden, aber was genau beinhaltet dann dort mein Profil? Myspace wollte nicht mehr nur auf Musik beschränkt sein, aber jedes Social Network, das es mit Facebook aufnehmen will, muss seeehr gute Argumente und Features besitzen.

Lastfm stieg irgendwann ebenfalls in dieses Spielchen mit ein. Man konnte dort einen sogenannten Claim für eine Band aussprechen, die man managen wollte. Fortan konnte man für diese Band Alben und Lieder hochladen und sie entweder zum Reinhören, ganz anhören oder gar zum kostenlosen Runterladen freigeben. Auf der Webseite selbst war die Benutzung aber immer ein bisschen unübersichtlich und irgendwann änderte sich das mit der Politik zum freien Anhören. Bis heute habe ich nicht so ganz verstanden, warum ich einige Titel, die ich zum Anhören in voller Länge freigegeben habe, irgendwie entweder auf der entsprechenden Band-Webseite bei Lastfm nicht mehr wiederfinde, oder sie doch nur in Auszügen abgespielt werden, wenn man sie anklickt… Benutzerfreundlich ist da wirklich leider was Anderes. Man verstehe mich nicht falsch, ich benutze Lastfm weiterhin (seit August 2005 immerhin!) sehr gerne für meine Musikhör-Statistik, aber für kleine Bands die bekannt(er) werden wollen, scheint auch Lastfm nicht die richtige Adresse zu sein.

Aber was genau ist eigentlich benutzerfreundlich und was kann man denn nun heutzutage als Band unternehmen? Darum wird es im zweiten Teil gehen.

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