Mechanische Tastaturen, kennt die jemand?
Author
Thomas Deppe, Di, 28. Feb. 2012
in Allgemein

Mechanische Tastaturen, kennt die jemand?

Als ich zum ersten mal von mechanischen Tastaturen gehört habe wusste ich nicht genau was ich davon halten sollte. Habe ich mir den Unterschied doch immer so banal vorgestellt: „Mechanische Tastaturen? Das sind doch die alten klobigen mit den dicken Tasten!“

Ich ahnte noch garnicht das ich damit mal garnicht sooo unrecht haben sollte!

Nun wollte ich mich also ein bisschen in dieses Thema einlesen und habe schnell festgestellt das mechanische Tastaturen eine ganz andere Welt für sich sind. Aber nun mal langsam mit die Pferde. Fangen wir von ganz vorne an.

Normale billige oder sogar zum großen Teil teurere Tastaturen basieren immer auf dem gleichen Prinzip: „Rubberdomes“. Die so betitelten kleinen Schalter unter der eigentlichen Taste bestehen wie der Name schon sagt aus einer Gummimembran welche gleich zwei Tätigkeiten in der Tastatur übernimmt. Einmal dient sie als Auslösekontakt/Schalter, gleichzeitig aber auch als Feder welche die soeben gedrückte Taste wieder nach oben drückt.

Diese Technologie ist in einem Punkt unschlagbar, sie ist einfach zu produzieren und hält so die Herstellungskosten für Tastaturen sehr niedrig. Alle Nachteile, und es sind viele, überwiegen aber leider für den anspruchsvollen Endverbraucher. Jede Taste hat meist einen anderen dazu auch noch schwammigen Druckpunkt. Man selbst hat beim tippen das Gefühl nicht genau zu wissen wann die Taste auslöst und neigt so dazu jede Taste „durchzuhämmern“ um sicher zu gehen das man sie auch wirklich gedrückt hat. Haptisches und akkustisches Feedback also nicht vorhanden wenn man das Klappern welches die Tasten machen wenn man sie „durchhämmert“ nicht mitrechnet.

Schon vor Jahrzehnten hatte IBM mit ihrem Model-M die glorreiche Idee das es ja absolut sinn machen würde den Tastaturen die damals die Schreibmaschine verdrängten einen ähnlichen Touch zu verleihen. So hatte die IBM Tastatur damals sowohl haptisches als auch akkustisches Feedback wie eine Schreibmaschine. Wenn die einzelne Taste auslöste konnte man das anhand eines Klickgeräusches hören und auch in den Fingerspitzen fühlen. All dies verbrachte eine kleine „bucklige“ Feder in jeder einzelnen Taste die ab einem bestimmten Druckpunkt einknickte dabei einen Ruck durch die Taste schickte und ihr einknicken akkustisch quittierte.

Diese Tastaturen sind derzeit bei Ebay gebraucht sehr hoch gehandelt und keineswegs schrott von gestern. Denn wer einmal mit so einer Tastatur getippt hat und sich daran gewöhnt hat das er die Tasten nicht immer ganz durchhämmern muss, der will sie nicht mehr hergeben.

Seit dem versuchen sich viele Firmen wie z.B. Topre, Alps und auch Cherry daran genau diese Alleinstellungsmerkmale mechanischer Tastaturen am leben zu halten und sie stetig zu verbessern. Ich habe mich weitergehend dann nur mit der günstigsten Möglichkeit die aber auch gleichzeitig die vielseitigste ist beschäftigt. Topre und Alps Tastaturen bekommt man derzeit meist nicht unter 200€ und das war mir für die ersten Versuche dann doch zu viel Geld. Cherry Tastaturen z.B. die G80-3000 bekommt man schon für deutlich weniger und bei den verbauten Cherry MX Tastern hat man auch noch die möglichkeit zu wählen welche Art des Feedbacks man denn nun möchte.

Die Cherry MX Taster, nun mal im Detail, unterscheiden sich immer in zwei Punkten. Einmal das Feedback und dann nochmal den Druck den es benötigt bis die Taste auslöst. Cherry MX Blue z.B. versuchen die gute alte bucklige Feder des IBM Model-M nachzuahmen indem sie ein haptisches Feedback und einen akkustisches Klick beim auslösen von sich geben. Cherry MX Browns hingegen verzichten auf den Klick und beschränken sich auf das haptische Feedback welches man mit den Fingern beim tippen wahrnimmt. Ihr habt sicherlich schon gemerkt das man bei Cherry die ganzen Taster sehr einfach anhand ihrer Farbe unterscheidet. Hier ein paar Beispiele und ihre Funktionsweise:

Diese Taster sind im gegensatz zu den am Anfang beschriebenen Rubberdomes in normalen Tastaturen natürlich deutlich aufwändiger herzustellen und zu verarbeiten da jede Taste der Tastatur, und es sind immerhin 105 bei einer standard Tastatur, einzeln verbaut werden müssen. Alleine schon deswegen müssen mechanische Tastaturen teurer sein als ihre normalo Brüder. Das hingegen zahlt sich aber auch aus denn: 1. Jede Taste hat den gleichen klar definierten Auslösepunkt. 2. Der Druck um die Taste runterzudrücken ist immer der gleiche. 3. Ich habe zum Zeitpunkt des kaufs die Wahl welche Taster ich in meiner Tastatur haben möchte. 4. Die Tasten halten 10 mal so lange wie die normalen Rubberdomes, und selbst dann sind sie nicht sofort defekt sondern verlieren über weitere tausende von Auslösungen nur ein bisschen ihrer Federkraft. Also nichts im Gegensatz zu den Rubberdomes die über längere Zeit ihre Kontakfläche verlieren, aushärten, einreißen und dann nur noch für den Müll taugen.

Der Trend um mechanische Tastaturen ist derzeit in Deutschland noch im kommen und man hat Probleme Tastaturen zu finden in denen Cherry MX Taster verbaut sind, besonders mit deutschem Layout. Möchte man eine sehr große Auswahl so wird man sich mit einem amerikanischen Layout anfreunden müssen. Dann bekommt man auch die anfangs erwähnten noch höherwertigeren Topre oder Alps Taster. In anderen Ländern gehören „mechas“ wie sie unter Nerds genannt werden mittlerweile zur Elite und die Begeisterung ist mittlerweile so groß das es hunderte von Tastaturherstellern gibt die verschiedenste Tastaturmodelle z.B. auch zum Gaming herausbringen. Natürlich ist es eben auch für einen Gamer wichtig genau zu wissen wann die Taste auslöst um genau im richtigen Moment z.B. in einem RTS oder MOBA Game einen Spell zu casten.

Nach meinen recherchen gibt es aber auch genug mechanische Tastaturen mit deutschem Layout neben den Cherry G80 Modellen welche aber ebenfalls Cherry MX Taster benutzen. Manche davon sogar mit beleuchteten Tasten wie z.B. die Razer Blackwidow. Um noch andere Hersteller zu nennen und meinen Wissensstand preiszugeben hier einmal alle aufgezählt: Steelseries, Razer, Q-Pad, Mionix, Zowie und Raptor Gaming. Leider hat sich  jeder Hersteller mit seinem jeweiligen Modell einem Cherry MX Tastentyp verschrieben, sodass man eben nicht die wahl hat welchen Cherry Taster man gerne nutzen möchte. Hier muss man sich vorher schlau machen um zu wissen welche Taster in der gewünschten Tastatur zu finden sind. Man wählt also je nach gewünschtem Taster die eigentlich Tastatur aus, da bleibt nicht viel Platz um sich Gedanken um das Design zu machen, die Taster stehen hier im Vordergrund.

Schlau genug um zu wissen was der Unterschied zwischen jeder normalen Tastatur und einer mechanischen Tastatur ist seid ihr wenn ihr bis hier hin weitergelesen habt auf jeden fall! Somit ist mein Aufklärungsvorhaben ausgeführt und ich hatte dabei massig Spaß da ich diesen Blogpost auf einer Cherry G80-3000LSCDE geschrieben habe welche über Cherry MX White Taster verfügt. Ihr wisst jetzt ja was das bedeutet.

1 Kommentar

  1. YAYAYAYAY sagt:

    YYAYAYAAYAAYAYAYAYYAYAYAYAYAYAYAAY

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