Nächster Schritt der Digitalisierung: keine Druckversion der Encyclopaedia Britannica mehr.
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Benjamin Thiessen, Mi, 14. Mrz. 2012
in Aktuelles

Nächster Schritt der Digitalisierung: keine Druckversion der Encyclopaedia Britannica mehr.

Die Encyclopaedia Britannica wird es zukünftig nicht mehr in gedruckter Form geben. Das berichtet heute u.a. Heise. Das ist ein weiterer Schritt in der Enthierarchisierung des gedruckten Wissens gegenüber den digitalen Formen des Wissens. Ich will hier nicht den Untergang der etablierten Wissensmächte heraufbeschwören und ich hätte auch niemals eine Einstellung der Druckversion der Encyclopaedia Britannica gefordert, aber ich sehe darin eine unaufhaltbare Entwicklung. Bis Wikipedia z.B. die Relevanz, Wissenschaftlichkeit und Bedeutung einer Encyclopaedia Britannica erreicht hat, werden noch Generation vergehen – glaube ich zumindest – aber die Richtung und die Bewegung ist erkennbar. Und die halte ich für richtig und notwendig. Allein die Art, wie diese Meldung verbreitet und veröffentlich wurde, nämlich über einen Blogeintrag der Webseite der Encyclopaedia Britannica zeigt ja einiges…

Ich würde ja jetzt im Nachhinein zu gerne wissen, wann ich wohl das erste Mal auf Wikipedia gegangen bin, um dort etwas nachzulesen? Wahrscheinlich war das vor 10 Jahren oder so. Inzwischen habe ich mich stark an Wikipedia gewöhnt und möchte auf keinen Fall auf Wikipedia verzichten. Im Studium habe ich mich größtenteils von Wikipedia ferngehalten. Viele der Informationen waren auch nicht auf Wikipedia vorhanden. Ein Prof von mir hat mal gesagt: „Nichts, was sie auf Wikipedia nachlesen können, hat es nicht auch schon einmal irgendwo in gedruckter Form gegeben.“ Bzw. Alles was man auf Wikipedia findet, hat es auch schon einmal in gedruckter Form gegeben. Seien das nun Bücher, Enzyklopädien oder Zeitschriften. Inzwischen glaube ich da nicht mehr dran. Natürlich kommt es jetzt drauf an, was man für enzyklopädisch wertvoll hält. Ich schaue z.B. viel nach Bands und Musik bei Wikipedia nach. Ich glaube nicht, dass das alles schon mal gedruckt war. Die Diskografien obskurer Underground-Bands? Gut, da sagen wahrscheinlich die meisten: dat braucht doch kein Mensch, wieso soll dat in Wikipedia rein? Na ja, es brauche ja immerhin mindestens schon zwei Menschen. Der, der diesen Artikel online gestellt hat, und ich, der danach gesucht hat. Damit ist das für mich schon relevant. Diese Verschiebung von Relevanz im Wissen wird immer stärker und mächtiger werden, Entwicklungen wie WikiLeaks sind da erst der Anfang. Wissen für Alle = Macht für Alle!

So, und jetzt mal kurz bei Wikipedia nachschauen, wie man Encyclopaedia Britannica richtig schreibt…

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