Oho, Datenschützer warnen vor Spotify: Ausschließliche Anmeldung über Facebook rechtswidrig.
Author
Benjamin Thiessen, Mi, 14. Mrz. 2012
in Aktuelles

Oho, Datenschützer warnen vor Spotify: Ausschließliche Anmeldung über Facebook rechtswidrig.

Das Social-Opt-Out bei Spotify. Einfachste Angelegenheit.

Huiui, da geht es schon wieder heiß her beim Thema Spotify, wie ich gerade online lese. Es wird schon gewarnt, dass die Anmeldung bei Spotify über Facebook evtl. rechtswidrig sei, weil der Anbieter auch eine anonyme Anmeldung zulassen müsste. Man warnt dann auch gleich in einem Aufwasch, dass es den meisten Nutzern ja eh total egal sein wird, dass man seinen Freunden preisgibt, was man gerade für Musik hört. Die Datenschützer überbieten sich also wieder mal beim Retten der Welt.

Spotify anonymisieren, so geht es: Ich empfehle wirklich allen Datenschützern sich eingehend mit den Optionen verschiedenster Anwendungen auseinanderzusetzen, denn man kann relativ leicht bei Spotify eine sogenannte „private Session“ starten, so wie das Preisgeben seiner gehörten Musik abstellen! Sowohl im Spotify Social Stream wie auch die Veröffentlichung auf Facebook! Dazu geht man einfach in die Einstellungen bei Spotify in der Software auf dem Mac und bei Windows. Diese Einstellungen sind dort zuoberst zu finden. Es wird dann beim Abhaken nicht mehr auf Spotify Social geteilt und nicht mehr auf Facebook. Außerdem wird im Profil nicht mehr ersichtlich, welche Playlists oder Künstler oder Titel man hört. Dann sieht man zwar noch, dass man bei Spotify angemeldet ist über Facebook aber das war es auch schon. Das würde sich, glaube ich, kein großer Dienst wie Spotify mehr erlauben, die Datenschützer so zu verärgern.

4 Kommentare

  1. Jo alla! sagt:

    Also ich weiß nicht, was bei euch los ist, ich hab mich nicht bei facebook anmelden müssen…
    Account von Spotify hab ich unter falschem Namen, und 2. E-Mail Adresse. Wer will mir jetzt noch was von Datenschutz erzählen. pffff

  2. llamaz sagt:

    Ahem. Du scheinst da ein bischen was zu übersehen. Spotify lässt sich nur mit Facebook nutzen.
    1. Facebook unter falschen Namen zu nutzen verstößt gegen die Nutzungsbedingungen von Facebook.
    2. Einen zweiten Facebook Account zu erstellen verstößt gegen die Nutzungsbedingungen von Facebook.
    http://de-de.facebook.com/legal/terms

    Ergo: Spotify lässt sich nicht anonym nutzen und verstößt damit gegen deutsches Recht. Anders als Facebook sitzt Spotify auch nicht in den USA, sondern „Vertragspartner“ ist die deutsche Zweigstelle „Spotify GmbH, Torstraße 138, 10119 Berlin“
    http://www.spotify.com/de/legal/end-user-agreement/

    D.h. Spotify unterliegt ohne wenn und aber deutschem Recht.

  3. Benjamin sagt:

    Hallo Peter,

    das ist ein sehr sehr interessanter Standpunkt, den Du da vertrittst. Was genau aber meinst Du mit der wachsenden Willkür der neueren Zeit? Beziehst Du das ebenfalls auf das Internet oder auf die Sozialen Netzwerke?
    Du hast Recht, dass Facebook bei der Auswahl willkürlich vorgehen kann und das auch manchmal tut. Wo aber findet man eine Öffentlichkeit wieder, in der das niemals passiert? Was kann eine Idee von Öffentlichkeit sein und wo ist diese anzufinden, in der niemand „ausgeschlossen“ ist? Gut, die Frage ist dann vielleicht: von wem möchte ich mich ausschließen lassen und von wem nicht? Gibt es eine staatliche Öffentlichkeit, der ich mich unterwerfe und ist mir die lieber als die Öffentlichkeiten, die von der Wirtschaft erbaut werden?
    Diese Frage ist ein Luxusproblem: Facebook ist ein kostenloser Dienst, der ein ziemlich umfangreiches Tool anbietet, um mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Meine gesamte Kommunikation kann aber auch anders ablaufen. Jede Information auf Facebook finde ich auch woanders. Facebook generiert somit keine echten neuen Informationen, sondern ist tatsächlich „nur“ Multiplikator. Alles, was bei Facebook tatsächlich „neu“ entsteht, sind private Meldungen/Gedanken/Aussagen der Nutzer. Und die sind höchst privat. Die Äußerung so wie der Zugang zu diesen Äußerungen kann vollkommen individuell gestaltet werden. Der Umgang mit diesen Äußerungen ist einem Wandel unterworfen. Und an diesem Spiel können wir teilnehmen, müssen es aber nicht.

  4. paul sagt:

    Das Geschäftsmodell von Facebook besteht nicht darin, eine neue soziale Öffentlichkeit zu schaffen, wie viele irrtümlich glauben. Der Raum, in dem die 800 Millionen Facebook-Nutzer sich bewegen, ist keine Öffentlichkeit – es ist der Verfügungsbereich von Privatunternehmen. Und die haben das Hausrecht, wie in einer Kneipe oder in einem Einkaufszentrum. Sie können mich rausschmeißen, wenn ihnen meine Nase nicht passt oder mich gar nicht erst reinlassen. An der diktatorischen Kultur des Türstehertums kann man sich schon seit längerem an die wachsende Willkür der neueren Zeit adaptieren.

    Peter Glaser

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.