Musik-Streaming Dienste
Author
Lena Kunikowski, Di, 17. Feb. 2015
in Testberichte

Musik-Streaming Dienste

Die besten Anbieter im Vergleich

Die Ära der Musik-Streaming Dienste ist angebrochen. Noch bis vor ein paar Jahren waren illegale Tauschbörsen wie „Kazaa“ und „Limewire“ die beliebtesten Instrumente, um sich online Musik zu beschaffen. Heute redet keiner mehr davon. Stattdessen sind Musik-Streaming-Dienste in aller Munde. Wir haben sieben aktuelle Top-Anbieter für euch miteinander verglichen.

Mehr als 18 Millionen Deutsche nutzen laut einer Bitkom Statistik Musikstreaming-Dienste wie Deezer, Spotify, Napster oder Soundcloud – Tendenz steigend. Mittlerweile
integrieren sogar Mobilfunkanbieter wie z. B. Vodafone Streaming-Abos in ihre Smartphone-Tarife.

Warum sind Musik-Streaming Dienste so beliebt?

Ganz klar: Die Lieblingsmusik kann immer, überall und von unterschiedlichen Geräten abgerufen werden. Neue Singles und Alben sind in der Regel ab offiziellem Erscheinungsdatum verfügbar und die Auswahl ist bei allen Anbietern riesig. Mittlerweile bieten die führenden Musik-Streaming Dienste auch einen (in der Regel kostenpflichtigen) Offline-Modus an, mit dem die Titel auch ohne Internetverbindung abgespielt werden können.

Was ist der Unterschied zwischen Musik-Streaming und Download?

Eins muss unbedingt beachtet werden: Musik-Streaming ist auf keinen Fall mit einem Download zu verwechseln. Beendet ihr euer Abo bei einem Streaming-Dienst, ist auch eure Musiksammlung futsch. Anders als z. B. bei iTunes kauft man nämlich nicht die Musik, sondern erwirbt lediglich ein zeitlich begrenztes „Nutzungsrecht“, die Musik anzuhören. Vorteil von Streaming-Diensten: Die Musik belegt keinen Speicherplatz auf eurem Smartphone oder PC, sondern kommt direkt aus der Cloud. Mehrere Geräte können so auch direkt miteinander synchronisiert werden und die Musik steht euch überall und auch unterwegs zur Verfügung. Einige Musik-Streaming Dienste verfügen dazu auch über einen Offline-Modus. So könnt ihr eure Lieblingsmusik auch ohne Internetverbindung genießen.

Welcher Musikstreaming-Dienst ist der Beste?

Das Angebot an Musik-Streaming-Diensten ist vielfältig – insgesamt sind um die 20 Anbieter aktuell erfolgreich am Markt. Die meisten Nutzer verteilen sich jedoch auf die größten Anbieter Deezer, Spotify und Napster. Wir haben diese und vier weitere miteinander verglichen.

Deezer

deezer.com/devices Screenshot 17.02.2015

Screenshot von deezer.com/devices: Die Premium+ Version wirbt mit hoher Kompatibilität

Deezer hat derzeit rund 30 Millionen Titel im Programm und damit insgesamt die größte Musikauswahl auf dem Markt. Der Zugriff erfolgt – je nach Abo – flexibel über das Smartphone, Tablet, PC oder Home-Entertainment-System. Zusätzlich bietet Deezer seinen Kunden einige Titel exklusiv vor Veröffentlichung und lockt mit vielen Gewinnspielen.

Preise pro Monat:

  • 0,00 €  „Discovery“, alle Funktionen der Web-Version, viel Werbung
  • 4,99 € „Premium“, unbegrenzter Zugriff auf die Datenbank
  • 9,99 € „Premium+“, unbegrenzte Nutzung, Offline-Funktion, Einbindung Smartphone und Home-Entertainment-Systeme

Vorteile

  • Einfache Bedienung
  • Große Songauswahl
  • Import eigener mp3.s

Nachteile

  • Macht nur mit dem Premium+ Abo Sinn, weil nur damit Smartphones und Home-Entertainment-Systeme angebunden werden können und keine nervige Werbung angezeigt wird

Unser Tipp: 30 Tage kostenlos ausprobieren und dann entscheiden.

Spotify

Spotify ist mit 40 Millionen Nutzern weltweit sicherlich einer der bekanntesten Anbieter und bietet mit über 20 Millionen Titeln ebenfalls eine große Auswahl. Spotify merkt sich deinen Geschmack und schlägt dir über die Funktion „Entdecken“ musikalische Neuheiten vor, die diesem entsprechen könnten. Zusätzlich gibt es fertige Playlists nach Themen oder Anlässen wie z. B. Hip Hop, Party oder Chill.

Preise pro Monat:

  • 0,00 € für alle Mobilgeräte, mit Werbeunterbrechungen
  • 9,99 € für alle Mobilgeräte + PC und Notebook, keine Werbung, höhere Musikqualität

Vorteile

  • Kostenlose Version für Smartphones und Tablets inkl. Shuflle Zugriff auf eigene Playlists und die von Freunden
  • Import von mp3, mp4-, M4A- oder M4R Musikformaten
  • Gute Klangqualität

Nachteile

  • Offline-Modus nur über Premium-Abo
  • Kein „Mittelpreis-Modell“

Unser Tipp: Ist in der Premium-Version ziemlich identisch mit Deezer. Am besten daher ebenfalls 30 Tage kostenlos testen und dann entscheiden, welches Bedienungskonzept besser dem persönlichen Geschmack entspricht.

Napster

Napster ist einer der ältesten Musik-Streaming Dienste und das Unternehmens selbst spätestens seit dem Film „The Social Network“ sicherlich eines der Bekanntesten. Mit über 25 Millionen Songs und Hörbüchern liegt Napster bezüglich der Größe der Datenbank genau zwischen seinen größten Konkurrenten Deezer und Spotify. Abgesehen von der kostenlosen Testphase, ist man bei Napster mindestens 7,99 € pro Monat los – damit eines der teuersten Basic-Angebote.

Preise pro Monat:

  • 7,99 € Musik-Flatrate
  • 9,95 € Musik-Flatrate, Nutzung des Offline-Modus und über iOS und Android Geräte

Vorteile

  • Unterstützung bekannter Home-Entertainment-Systeme (Xbox 360, LG, Yamaha, Philips, Teufel Raumfeld, Logitech Squeezebox)
  • Große Auswahl an Hörbüchern

Nachteile

  • Kostenlose Testphase muss aktiv gekündigt werden und geht sonst direkt in das kostenpflichtige Abo über
  • Kein Import von eigener Musik möglich
  • Offline-Modus nur in der Premium-Version
  • Keine vollständig kostenlose Version

Unser Tipp: Napster ist besonders für Freunde von Hörbüchern attraktiv. Wer hingegen Wert auf den Import der eigenen Sammlung legt, ist mit anderen Anbietern besser beraten.

Soundcloud

Der 2007 gegründete Streaming Dienst Soundcloud hebt sich in allen wesentlichen Punkten von der Masse ab. Hier gibt es keine „Mainstream“ bzw. Charts Musik, sondern ausschließlich Songs und Alben unbekannter Independent-Künstler. Für die Hörer ist das Angebot komplett kostenlos, lediglich die Künstler, die ihre Werke auf den Server hochladen, zahlen je nach Ausmaß ihrer Eigenwerbung. Bei Soundcloud steht weniger der Profit und mehr der Gedanke im Vordergrund: Die „neue“ Musik soll online geteilt und verbreitet werden und damit jungen Künstlern die Chance geben, in der Branche Fuß zu fassen.

Preise pro Monat:

  • 0,00 € für Hörer, Musiker zahlen je noch Hochlade-Volumen 29,00 – 99,00 € pro Jahr

Vorteile

  • Keine Registrierung nötig
  • Für den Hörer komplett kostenlos

Nachteile

  • Keine kommerzielle Musik oder Charts

Unser Tipp: Soundcloud eignet sich besonders für „Entdecker“, die nichts mit kommerzieller bzw. „Radio-Musik“ anfangen können und Neuheiten gerne über soziale Netzwerke teilen.

Musik-Streaming Dienste

Screenshot von soundcloud.com/explore: Bekannte Interpreten und Mainstrem-Musik sucht man hier vergeblich

Wimp

Wimp bietet 25 Millionen Songs und 75.000 Musikvideos in HD. Der relativ junge Anbieter unter den Musik-Streaming Dienste (seit 2012) ist derzeit nur in Norwegen, Schweden, Dänemark, Polen und Deutschland verfügbar. Im Unterschied zu anderen Anbietern, gibt es bei Wimp keine kostenlose Standard-Version, dafür aber HiFi-Paket für besonders feine Ohren.

Preise pro Monat:

  • 4,99 € „Wimp Basic“ für PC und Macbook
  • 9,99 € „Wimp Premium“ für alle Endgeräte, Offline-Modus, Songerkennung
  • 19,99 € „Wimp HiFi“ alle Premium-Funktionen plus verlustfreie Soundqualität

Vorteile

  • Integrierte Songerkennung (wie bei Shazam)
  • HiFi-Version kann eine Woche kostenlos getestet werden, die anderen Pakete 30 Tage

Nachteile

  • Keine gänzlich kostenlose Version

Unser Tipp: Abgesehen von der Songerkennung bietet Wimp das Gleiche wie alle anderen Anbieter auch. Wer aber ganz besonderen Wert auf ein unvergleichliches Klangerlebnis legt, wird mit der HiFi-Version bestimmt sehr glücklich.

Xbox  Music

XBox Music bietet 18 Millionen Titel und zusätzlich mehr als 90.000 Musik Videos, die über die Xbox 360 oder die Xbox One gestreamt werden können. Wiedergabelisten lassen sich automatisch mit allen verwendeten Geräten synchronisieren. Mittlerweile ist die Nutzung nicht mehr ausschließlich mit Windows, sondern auch mit iOs und Android Geräten möglich und kann ebenfalls einen Monat gratis getestet werden.

Preise pro Monat:

  • 0,00 € Begrenztes Angebot mit Werbeanzeigen
  • 9,99 € „Music Pass“, unbegrenzte Nutzung auf allen Geräten und der Xbox, Offline-Modus

Vorteile

  • Smart DJ“ empfiehlt passende Musik nach Geschmack
  • Rabatt bei Abschluss eines Jahresabos (zehn Monate zahlen, 12 Monate nutzen)
  • Nette Features, wie z. B. Anlegen eines eigenen „Radio-Senders“ mit der Lieblingsmusik

Nachteile

  • Kostenlose Testphase muss aktiv gekündigt werden und geht anderenfalls automatisch in das kostenpflichtige Abo über
  • Relativ  „aufwändige“ Registrierung

Unser Tipp: Lohnt sich für alle, die hauptsächlich Windows Geräte und eine Xbox nutzen.

Google Play Music

Screenshot Google Play Music App

Die Google Play Music im Apple App Store – die Rezensionen könnten besser sein

Der Streaming Dienst von Google bietet 20 Millionen Titel und ähnlich wie XBox eigens generierte Radio-Sender, die auf dem persönlichen Musikgeschmack basieren. Ein großer Unterschied zu anderen Anbietern: Die kostenlose Standard-Version kann lediglich eigene und gekaufte Titel (bis zu 20.000) verwalten und abspielen. Es gibt also keine wirkliche Alternative als die Premium-Version, hier als „All-inclusive“ bezeichnet.

Preise pro Monat:

  • 0,00 € „Standard“, dient ausschließlich als Player für die eigenen, gekauften Titel
  • 9,99 € „All-inclusive“, Zugriff auf die gesamte Datenbank, Offline-Modus

Vorteile

  • Import von eigener Musik im .mp3, .m4a, .wma, .flac und .ogg Format
  • Auch über iTunes nutzbar

Nachteile

  • Google Konto und Kreditkarte bzw. PayPal für die Registrierung nötig
  • Keine wirkliche Alternative zum Premium-Paket
  • Bislang keine iPad Unterstützung
  • Keine Anbindung an Home-Entertainment-Systeme

Unser Tipp: Wer sowieso ein Google Konto besitzt und Produkte wie Gmail, Apps, Drive oder Google+ nutzt, kann Google Play Music damit ideal verknüpfen. Im Zweifel gilt auch hier: 30 Tage kostenlos testen, dann entscheiden.

Fazit zum Musik-Streaming Dienste Vergleich

Die Unterschiede im Funktionsumfang zwischen den einzelnen Diensten sind nur gering – preislich sind sie so gut wie gar nicht vorhanden. Wer den Offline-Modus nicht benötigt und am liebsten am heimischen PC oder Laptop Musik hört, kommt mit den kostenlosen Standard-Versionen von Deezer oder Xbox Music bestens zurecht. Wer besondere Vorlieben wie Independent Musik hat oder sich nur von eindrucksvoller Soundqualität begeistern lässt, sollte entsprechende Nischen-Anbieter wie Soundcloud und Wimp nutzen.

Welche Erfahrungen habt ihr beim Thema Musik-Streaming-Dienste gemacht? Lasst es uns in den Kommentaren wissen und verratet uns, welcher Dienst euer Favorit ist und wieso.

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