CeBIT 2015 – Vorhang auf!
Author
Lena Kunikowski, Mo, 16. Mrz. 2015
in Aktuelles

CeBIT 2015 – Vorhang auf!

Neuheiten & Highlights im Überblick

Heute morgen öffneten sich die Tore der weltweit größten IT-Messe in Hannover. Zum 25. mal lädt die CeBIT Besucher aus aller Welt ein, sich über die neuesten technischen Innovationen zu informieren. Wir verraten euch, welche Highlights die CeBIT in diesem Jahr bietet.

Das diesjährige Motto der CeBIT lautet „d!conomy – die digitale Transformation ist da“. Der Kunstbegriff setzt sich aus den Wörtern „digital“ und „economy“ zusammen und soll als Synonym für die Auswirkungen stehen, die die zunehmende Digitalisierung auf die Gesellschaft und Wirtschaft hat. Das macht sich auch bei den Messeauftritten der Branchengrößen bemerkbar: Schwerpunkt der diesjährigen CeBIT ist eindeutig das B2B Umfeld. Insgesamt präsentieren über 3.400 Aussteller aus 70 Ländern bis einschließlich kommenden Freitag ihre Neuheiten.

CeBIT 2015 Eingang Hannover

Tore auf in Hannover – die CeBIT 2015 ist gestartet (Bild von der Deutschen Messe zur Verfügung gestellt CB14_EG_13_1486022)

Die „Hot Topics“ der CeBIT im Überblick:

Mobile Payment – Bezahlen per Smartphone & Smartwatch

Zuletzt rückte das Thema Mobile Payment zur Präsentation der Apple Watch in den Fokus. Geht es nach den Herstellern, soll schon bald jeder Smartphone oder Smartwatch Besitzer unterwegs mit seinem Gerät bezahlen können. Auf der CeBIT werden neue Technologien vorgestellt, die vor allem Zweifler überzeugen sollen, die Bedenken bezüglich der Datensicherheit haben.

Cloud & Big Data – die Symbiose der Zukunft

Die Möglichkeiten der Cloud in Kombination mit der Verarbeitung von Datenmassen sind ein wichtiges Thema für Unternehmen aller Wirtschaftszweige – von der Landwirtschaft bis zur Medizin. So zeigt beispielsweise SAP „Digital Farming“. Dabei werden Sensoren direkt auf ein Feld gesetzt, deren Daten dem Bauern wichtige Informationen zu Wasser- und Düngerbedarf oder dem richtigen Erntezeitpunkt liefern. Zusätzlich werden die Daten der Sensoren auch zu denen von Wetterstationen in Bezug gesetzt. Aber nicht nur Landwirte, sondern auch Ärzte profitieren von der Auswertung riesiger Datenmengen: Hersteller IBM zeigt, wie weltweit gesammelte Patientendaten miteinander abgeglichen werden können und dem kognitiven System „Watson“ so wichtigen Input liefern. Das Ergebnis sind Entscheidungshilfen für Ärzte zu Diagnose oder Behandlungsmethode. Bei „Watson“ soll es sich auch um ein selbstlernendes System handeln, das beispielsweise auch eigenständig Röntgenbilder auswerten kann.

Das Internet der Dinge

Die mobile Vernetzung ist schon längst bei den banalsten Alltagsgegenständen angekommen. Da kommunizieren Smartphone und Zahnbürste oder Kühlschrank und Tablet miteinander. Experten prognostizieren, dass es bis 2020 bis zu 50 Milliarden vernetzte Geräte geben wird. Das macht Hersteller und Dienstleister natürlich erfinderisch.

Die wichtigsten Produktneuheiten der CeBIT:

Samsung: Galaxy Xcover 3 und Apps für die Deutsche Bahn

Nach der Präsentation des neuen Samsung Galaxy S6 auf dem „Mobile World Congress“ in Barcelona vor zwei Wochen, präsentiert der südkoreanische Hersteller nun das neue Xcover 3 – ein so genanntes „Outdoor Smartphone“, das sämtlichen Wettereinflüssen und Stürzen trotzen soll. Darüber hinaus stellt Samsung ein neues Tablet-System vor, das künftig von Lokführern und Schaffnern der Deutschen Bahn genutzt werden soll. Auf den Tablets sind dann u. a. Dienst- und Lagepläne gespeichert oder Informationen über Verspätungen und Störungen verfügbar. Gleichzeitig können mit ihnen auch die QR-Codes von Handytickets eingescannt werden.

Alles für´s Auto – CeBIT 2015 vereint mobil mit mobil

Die Vernetzung von Smartphone oder anderen mobilen Endgeräten mit Fahrzeugen („Connected Cars“) ist eines der großen CeBIT Themen 2015. Die Anwendung „golo carcare“ dürfte vor allem alle Bruchpiloten und Schrottkarrenbesitzer glücklich machen. Bleibt man liegen oder knallt es irgendwo, kommuniziert das Modul automatisch mit der Werkstatt und übermittelt die Fehlermeldungen. Der Kfz-Experte am anderen Ende analysiert den Schaden und liefert direkt passende Lösungsvorschläge. Oder darf es vielleicht eine App sein, bei der mehrere Autos miteinander kommunizieren und sich gegenseitig mitteilen, wo freie Parkplätze zu finden sind? Auch Anwendungen, die schon als „digitale Schlüsselbunde“ bekannt sind, werden auf der Messe gezeigt. Damit lassen sich dann Autos ebenso wie Hotelzimmer aufsperren. Unter dem Motto „M2M“, das für Machine-to-Machine steht, zeigt Vodafone, wie ein Porsche mit SIM-Karte ebenfalls von alleine parkt oder den Fahrer darüber informiert, dass die Türen nicht abgeschlossen sind. Das ganz große Thema der Gegenwart und Zukunft sind aber selbstfahrende Autos und tatsächlich scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis diese den Markt erobern. Hersteller Daimler hat mit seinem Modell „S 500 Intelligent Drive“ bereits einen Prototyp entwickelt, der alle Daten aus den zahlreichen verbauten Sensoren sammelt, untersucht, auswertet und in automatische Handlungen umsetzt.

Videos im Kühlschrank

CeBIT Highlight Video-Kühlschrank Plentimedia

Darf es ein Video zum Bier sein? – PlentiMedia präsentiert den Video-Kühlschrank (Screenshot von https://www.plentimedia.de/innovation/plentimedia-42-zoll-kuehlschrank-weiss-mit-lcd-display-transparent-digital-signage-video-kuehlschrank/a-1041314/)

Hinter „PlentiMedia“ steckt der Hersteller HALOGENKAUF LIGHTECH GMBH aus Schwarmstedt, der auf der CeBIT seinen Video-Kühlschrank vorstellt. Die Fronttür des Kühlschranks besteht aus Glas, ist aber zeitgleich ein 46” LCD-Bildschirm, auf dem sich Fotos oder Videos abspielen lassen. Der Nutzen für den Privatkunden bleibt überschaubar, aber für Unternehmen eignet sich der PlentiMedia als effektives „Digital Signage“ Medium.

Smart Home für Fortgeschrittene

Der Begriff „Smart Home“ ist nicht nur in Zeiten von Klimawandels und Umweltschutz das Zauberwort der letzten Jahre. Mit MAX! wird auf der CeBIT ein System präsentiert, das durch funkgesteuerte Heiz- und Wandthermostate angeblich bis zu 30 % der Heizkosten einsparen soll. Der Schweizer Hersteller DigitalStrom hingegen präsentiert seine Produktneuheiten in Verbindung mit der Microsoft Kinect-Kamera: Damit lassen sich praktisch alle Oberflächen und Gegenstände in Bedienelemente verwandeln, mit denen Anwendungen oder elektrische Geräte gesteuert werden können. So wird beispielsweise ein Kochtopf unter dem Wasserhahn automatisch mit exakt der Menge gefüllt, die zum Kochen benötigt wird.

5G – die neue Mobilfunk-Generation

Noch ist 5G für alle Endverbraucher Zukunftsmusik, trotzdem aber bereits heiß diskutiertes Thema der diesjährigen CeBIT. So zeigt der Mobilfunkanbieter Vodafone in Hannover das momentan weltweit schnellste Netz mit einer Datengeschwindigkeit von spektakulären zehn Gigabyte pro Sekunde. Für den Marktstart in 2020 ist zunächst allerdings eine Geschwindigkeit von einem Gigabyte geplant, die das bislang populäre LTE (schafft „nur“ bis zu 300 Megabit – also 0,3 GB – pro Sekunde) trotzdem schon mehr als blass aussehen lassen wird. Tempo ist allerdings nicht alles: Mit der 5G Technologie sollen die Netze auch bei beispielsweise Großveranstaltungen oder vielen Menschen auf engem Raum künftig nicht mehr an ihre Grenzen stoßen oder zusammenbrechen.

Wir sind gespannt, welche technologischen Neuheiten schon bald Einzug in unseren Alltag halten…

 

5 Kommentare

  1. stephanie sagt:

    gorilla glas sollte es schon haben, ich kenne die Unterschiede nicht, ich denke je höher desto besser.

    Ich bin auch Handwerker (Tischlerin) und suche was robustes und gleichzeitig schickes , bei Kunden mache ich oft Fotos von Schränken, Türen oder Tischen und 5mp klingt etwas wenig 🙁

    1. PC-SPEZIALIST Team sagt:

      Hallo Stephanie,

      „je höher, desto besser“ ist genau richtig. Bei Wikipedia gibt es einen guten Artikel zu Gorilla Glass, der erklärt, wie die enorme Robustheit zustande kommt und warum Gorilla Glas wesentlich kratzfester ist als normales.

  2. Möller sagt:

    Ich hoffe das Samsung mit dem Xcover 3 ein Gerät vorstellt, welches auch wirklich den harten Gegebenheiten auf einer Baustelle gewachsen ist. Ich hatte das Xcover 2 und bin davon entäuscht, es ist nun mal so das ein Outdoor Handy auch gegenüber Staubeinflüssen resistent sein muss, es kann auch sein das es mal auf den Betonboden fällt oder zusammen mit Werkzeugen in einer Tasche transportiert wird. Leider konnte das Xcover 2 diese Kriterien überhaupt nicht erfüllen und sah schon nach einer Woche zerkratzt aus, nach 2 Monaten fehlten bereits Plastikstücke am Gehäuse, e.t.c.

    Auch ist mir der Sinn eines 4,5 Zoll Gerätes im Outdoor / Baustellenbereich nicht wirklich schlüssig. Ich hätte das neue Gerät gerne etwas kleiner gesehen, 3,5 Zoll sind doch absolut ausreichend. Ich möchte weder FB noch bunte Bilder betrachten, es ist primär ein Arbeitsgerät.

    Ist bekannt welches Displayglas beim Xcover 3 verbaut ist ?

    1. PC-SPEZIALIST Team sagt:

      Angaben zum Displayglas des Xcover3 haben wir leider auch nicht gefunden. Prinzipiell setzt Samsung aber bei den neuesten Produkten auf Gorilla Glass 4 – das soll angeblich bis zu 80 % aller Stürze unbeschadet überstehen. Ansonsten findest du weitere Informationen zum Xcover3 hier

  3. Anton sagt:

    Interessanter Beitrag!
    Patientendaten in der Cloud finde ich aber eher kritisch, wer weiß, wer alles meine Daten dann einsehen kann und womöglich weiter verbreitet..

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