Wie schnell muss mein Internet sein? Welche Bandbreite brauche ich?
Author
Lena Kunikowski, Di, 17. Mrz. 2015
in Netzwerk & Einrichtung

Wie schnell muss mein Internet sein? Welche Bandbreite brauche ich?

Und: DSL, VDSL, LTE oder Kabel – welcher Anschluss kann was?

Wer den Internetanbieter wechseln möchte oder einen neuen Tarif sucht, sollte sich vorab unbedingt informieren, wie schnell das Internet für den individuellen Gebrauch wirklich sein muss. Ansonsten zahlt man ganz schnell teure Aufpreise für eine höhere Bandbreite, die man im Endeffekt gar nicht benötigt.

Willkommen im Angebotsdschungel der Internetanbieter

Normales DSL oder lieber VDSL? Bandbreite 1.000 Mbit/s oder gleich lieber 16.000? Oder darf es vielleicht LTE-Mobilfunk sein? Und was ist eigentlich mit einem Kabelanschluss? Führende Anbieter wie die Telekom, Vodafone oder 1&1 bieten zahlreiche Tarifpakete an, die je nach Preis eine wesentliche schnelle Internetverbindung versprechen. Aber was genau verbirgt sich eigentlich hinter den Begriffen und wie erfahre ich, welche Geschwindigkeit für mein Surfverhalten ausreichend ist?

Telekom Internet Screenshot

Sieht zunächst übersichtlich aus, aber der Teufel steckt bei Internettarifen meist im Detail (Screenshot von https://www.telekom.de/privatkunden/zuhause/internet-und-fernsehen/das-ist-hybrid)

DSL, Kabel, LTE – was ist was und wo liegen die Unterschiede?

DSL

DSL ist die Abkürzung für „Digital Subscriber Line“. Mit einer DSL-Leitung kann man gleichzeitig telefonieren und surfen, was mit den früheren 56k Modems (die Älteren erinnern sich vielleicht auch noch an das klangvolle Einwählgeräusch) und ISDN-Leitungen nicht möglich war. Das funktioniert, weil DSL-Daten über andere Frequenzbereiche der Leitung verschickt werden. Ob ihr in eurem Zuhause DSL nutzen könnt, lässt sich ganz leicht online mit dem DSL Verfügbarkeitscheck überprüfen. Wer Unterstützung bei der DSL- und WLAN Einrichtung benötigt, kommt einfach zu uns.

VDSL

VDSL ist eine Art Weiterentwicklung und schneller als „normales“ DSL. Mit VDSL erreicht ihr eine Bandbreite von bis zu 100 Mbit pro Sekunde. Hohe Datenübertragungsraten und kurze Kabeldistanzen sorgen für mehr Geschwindigkeit beim Surfen, Up- und Download.

Kabel

Ein Kabelanschluss lässt sich schon lange nicht mehr nur zum Fernsehen, sondern auch zum Surfen nutzen. Die meisten Internetanbieter setzen dabei auf ihre „TV-Boxen“, bei denen sich der Tarif in der Regel aus einer Bündelung von Festnetz-, Internet- und Fernsehanschluss zusammensetzt. Um sein Internet via Kabel zu nutzen muss man allerdings nicht zwingend den Fernsehempfang daran koppeln. Vorteil: Internet über Kabel ist in etwa doppelt so schnell wie das über VDSL.

Unser Tipp: Ein normaler Kabelanschluss kann auch lediglich für die Nutzung von Telefon und Internet gebraucht werden. Verzichtet ihr auf Tarife, die auch die Fernsehnutzung enthalten, könnt ihr einiges sparen.

LTE

LTE kennen die meisten nur vom Smartphone, aber auch für den Internetanschluss zu Hause lässt sich das schnelle Funknetz nutzen. Denn in vielen Dörfern und ländlichen Gegenden bringt leider auch teuerste DSL-Vertrag nichts. Obwohl die Politik daran arbeitet und schnellstmöglich Besserung verspricht, ist schnelles DSL in manchen Regionen einfach nicht verfügbar. Alternativ bleibt dann nur die Möglichkeit, LTE zu nutzen, weil die Verbindung über Funk zustande kommt. Aber auch das ist nicht immer unproblematisch: Surfen viele Nutzer gleichzeitig und teilen sich dabei eine Funkzelle, wird das Internet gleich für alle wesentlich langsamer. Und ziemlich teuer ist das Spaß (oder Nicht-Spaß) im Vergleich zu einem DSL-oder Kabel-Anschluss auch noch.

Internetgeschwindigkeit mit DSL-Speedtests messen

Breitbandtest Initiative Netzqualität

Hält euer Tarif, was der Anbieter verspricht? Ein Breitbandtest gibt Aufschluss (Screenshot von https://www.initiative-netzqualitaet.de/zum-test/)

Über die „Initiative Netzqualität“ könnt ihr die Bandbreite eures Internetanschlusses ganz einfach überprüfen und messen. Das „Soll/Ist“-Verhältnis wird grafisch dargestellt und gibt euch einen guten Überblick, ob euer Anbieter wirklich hält, was sein Tarif verspricht. Das Ergebnis ist wahrscheinlich nicht 100%-ig genau, liefert euch aber einen guten Richtwert.

Welche Art Internetnutzer bist du?

Wir haben einmal die gängigsten „Surf-Typen“ zusammengestellt, um euch so eine Entscheidungshilfe für oder gegen einen teuren und leistungsstarken Internettarif zu geben.

Internet für Genügsame

Ihr wollt nur einmal eben schnell eure E-Mails abrufen, in sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook vorbeischauen und eventuell noch Nachrichten lesen? Dann ist ein ganz „klassisches“ DSL ausreichend und ihr könnt das Geld für teure Aufpreise lieber in etwas anderes investieren. Aktuelle Tarife aller Anbieter gewährleisten problemloses Surfen bei solchen Anforderungen in der Regel auch im günstigsten Paket.

Wer streamt, braucht Speed

Streamingdienste erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Ob Spotify, Napster oder Soundcloud für Musikliebhaber (Unser Tipp: Hier geht es zum Vergleich der besten Musikstreamingdienste) oder Amazon Instant Video, Maxdome und Co. für Film- und Serienjunkies. Wer viel und gerne schaut oder hört, sollte bei DSL mindestens in 16 Mbit/s investieren. Oder sich anderenfalls nicht über lange Buffer-Zeiten und Qualitätsprobleme wundern.

Zocker warten ungern

Wer gerne Online- oder Browser-Spiele zockt, darf nicht am falschen Ende sparen. Mindestens 16 Mbit/s sollten es bei einer DSL-Leitung auf jeden Fall sein. Aber: Wie flüssig und schnell Online-Spiele laufen, hängt aber nur zu einem Teil von der Internetgeschwindigkeit ab, weil meist nur wenige Daten übertragen werden. Viel mehr Einfluss hat die so genannte Lantenzzeit: Die gibt an, wie schnell auf Befehle reagiert wird und die Kommunikation zwischen Konsole/PC/Laptop und Server des Anbieters stattfindet.

Unser Tipp: Zockt am besten immer über ein Netzwerkkabel statt über WLAN. Das kann die Latenzzeit enorm beeinflussen, Wartezeiten im Spiel verkürzen und Ruckeln verhindern.

Sammeln und tauschen – der Griff ins Portemonnaie geht tiefer

Wer gerne und oft online Daten herunterlädt oder tauscht, braucht einiges an Bandbreite – sowohl beim Down- als auch beim Upload. In solchen Fällen kommen eigentlich nur Kabel- oder VDSL Anschlüsse in Frage, die mindestens Raten von 50 Mbit/s beim Download und 10 Mbit/s beim Upload schaffen. LTE steht leider nicht zur Debatte, weil die meisten Anbieter sammel- und tauschfreudige Nutzer sehr schnell drosseln. Dann heißt es im schlimmsten Fall: Bis zum nächsten Monat warten.

We are family – wenn alle auf einmal surfen

Wohngemeinschaften oder Familien sollten eigentlich mit regulären DSL-Leitungen auskommen. Eigentlich. Besteht aber der gesamte Haushalt aus Vielsurfern, die spielen, streamen oder fleißig Daten hoch- und herunterladen, kann es schon einmal kritisch werden. In solchen Konstellationen lohnt sich die Investition in ein leistungsstärkeres Paket schon. Allein, damit der Haussegen nicht schief hängt. Und die Kosten können ja durch die Köpfe geteilt werden.

Wolkenstürmer wählen anders

Ihr sichert sämtliche Daten auf Backup- oder Cloud-Servern? Ihr nutzt die Wolke auch für eure Fotosammlung? Oder übertragt ihr eure Spielerlebnisse live ins Netz? In diesem Fall ist die Uploadgeschwindigkeit für euch wichtiger als die Downloadrate. Bis vor einiger Zeit waren beide Raten fast immer miteinander gekoppelt, in der Zwischenzeit haben die Anbieter aber erkannt, dass Unterschiede im Nutzerverhalten entsprechend angepasste Tarifoptionen rechtfertigen.

Welcher Surftyp seid ihr und wo habt ihr das beste Angebot für eure Bedürfnisse gefunden? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

3 Kommentare

  1. Attila sagt:

    Wäre schön, wenn man ein Erstellungsdatum zu den Artikel hinzufügren würde. Man weiß nicht, wie aktuell ein Artikel noch ist. Danke!

    1. PC-SPEZIALIST Team sagt:

      Hallo Attila!

      Das Erstellungsdatum unserer Blogbeiträge findest Du immer in der URL – der von Dir gelesene Artikel beginnt mit der URL: https://www.pcspezialist.de/blog/2015/03/17/… und stammt demnach vom 17.03.2015.

      Viele Grüße
      Dein PC-SPEZIALIST Team

  2. Sven sagt:

    LTE bzw. 4G für Zuhause ist schon eine tolle Sache. Leider ist LTE noch nicht bei allen Anbietern überall verfügbar, aber das wird in den nächsten Monaten sicher noch kommen. Ich habe bisher noch die gute, „alte“ 16.000er Leitung und momentan reicht mir das auch noch. Die LTE Angebote werden ja in Zukunft sicher auch noch günstiger und dann kann ich immer noch wechseln 🙂

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