Quantified Self, Teil 1: Lastfm
Author
Benjamin Thiessen, Di, 24. Mrz. 2015
in Web

Quantified Self, Teil 1: Lastfm

Selbstvermessung im Trend: Musik hören über Lastfm

Selbstvermessung ist schon lange ein großer Trend. Seitdem das Internet ohne Ende Daten sammelt, werden Apps und Software entwickelt, die diese Daten für die Benutzer auswerten, sammeln und lesbar machen.

Vor langer Zeit schlossen sich die beiden Dienste Audioscrobbler und Lastfm zusammen, um als Lastfm die Hörgewohnheiten der angemeldeten User aufzuzeichnen. Audioscrobbler zeichnete damals lediglich gehörte Titel auf, Lastfm wollte als Internetradio durchstarten. 2007 übernahm die CBS Corporation Lastfm, unserer Vermutung nach, um legal auf die Zahlen für gehörte Musikacts zugreifen zu können und so besseres Marketing für sie machen zu können. Zwischendurch schien es so – und scheint es manchmal immer noch – dass Lastfm ein wenig den Anschluss verpasst hätte, was die Weiterentwicklung angeht. Eigentlich sollte auch das Streaming weiter ausgebaut werden, doch mit Streaming war letztes Jahr auf Lastfm komplett Schluss. Dass das Scrobbeln weiterhin sehr verbreitet und beliebt ist, sieht man an der Einbindung der Lastfm Daten in mehrere aktuelle beliebte Streaming Dienste wie Spotify oder Simfy.

Lastfm speichert auf dem Desktop oder Smartphone gehörte Musiktitel

Screenshot Lastfm Explorer

Lastfm Explorer: Ausführliche Daten, Analysen und Grafiken zu den eigenen Hörgewohnheiten

Das Scrobbeln der Musiktitel erfolgt vom Desktop aus über eine kleine Software, die unter Windows oder Mac installiert werden kann. Vom Smartphone aus gibt es für das iPhone den Lastfm Player, der allerdings in seinen Funktionen recht bescheiden funktioniert. Für Android gibt es den Simple Lastfm Scrobbler, der nichts weiter tut als scrobbeln. Musik hören kann man bei einem Android Smartphone weiterhin über den ganz normalen vorinstallierten Player.

Der Lastfm Explorer bereitet weitere Daten auf

Wer Wert darauf legt, noch tiefer in die Analyse seiner Musikgewohnheiten einzusteigen, dem sei der Lastfm Explorer von Sam ans Herz gelegt. Auf seiner Webseite kann man nach Eingabe seines Lastfm Benutzernamens Hörkurven für einzelne Jahre oder Wochen oder Monate bzw. Zeitspannen eingeben. Dort bekommt man dann einen Durchschnittswert angezeigt und den Verlauf der Menge an gehörten Titeln. Für diese Zeiträume kann man sich natürlich auch die Acts anzeigen lassen, die man in dieser Zeit gehört hat.

Allgemein zum Thema Quantified Self / Selbstvermessung

In unserem Umfeld wurden bei Vorbereitung dieses Artikels Stimmen laut, die behaupteten, man würde ja gar nicht mehr normal Musik hören können, wenn man das alles aufzeichnen ließe – allerdings haben wir uns gefragt, was «normal» Musik hören überhaupt sein soll. Wir haben eher festgestellt, dass man dazu neigt, bei der Aufzeichnung der gehörten Titel, die Songs und Alben auch einmal zu Ende zu hören und durchzuhören, anstatt immer schnell weiter zu skippen. Das kann dem künstlerischen Anspruch der Musiker ja nur zugute kommen.

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