eSIM Karte kommt
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Lena Kunikowski, Mo, 20. Jul. 2015
in Smartphone & Tablet

eSIM Karte kommt

Apple & Samsung unterstützen neuen Standard

Mit der klassischen SIM-Karte begann es, mit der Nano- und Micro-SIM ging es weiter. Trotzdem wurde es bei einem Wechsel des Smartphone oder Tablets oft problematisch – ganz zu schweigen von der Benutzung im Ausland.

Damit soll nun in absehbarer Zeit Schluss sein. Hersteller wie Samsung und Apple arbeiten gemeinsam mit den Mobilfunkanbietern an einem neuen Geräte-Standard, der so genannten eSIM. Mit Hilfe der eSIM soll es durch den offenen Standard künftig möglich sein, sich weltweit in verschiedene Mobilfunknetze einzuwählen, ohne einen Austausch der Karte vornehmen zu müssen.

eSIM als neuer Standard?

Die Welt hat sich scheinbar Gedanken gemacht. Schon mit dem neuen Technologie-Standard Qi, auf den sich Hersteller wie Sony, Samsung, HTC, LG und Toshiba verständigt haben, geht man das Problem der Ländergrenzen (in dem Fall der unterschiedlichen Steckdosen) an. So können Qi-fähige Geräte über elektromagnetische Induktion ohne Stecker oder Kabel aufgeladen werden. IKEA hat bereit in einigen Möbeln Qi-Ladestationen verbaut (mehr Infos hier). Bei den SIM-Karten soll jetzt ebenfalls ein internationales Konzept an den Start gebracht werden. Wenn das passiert, gehören nerviges SIM-Karten tauschen im Ausland und Kompatibilitätsprobleme zwischen alter SIM und neuem Smartphone künftig der Vergangenheit an.

neuer Standard eSIM

Das Problem des SIM-Karten-Tauschs (z. B. im Ausland) gehört mit der eSIM bald der Vergangenheit an

Was steckt hinter der eSIM?

Hinter dem Konzept der eSIM steckt der Branchenverband der Mobilfunkindustrie, genannt GSMA (Groupe Speciale Mobile Association). In diesem tummeln sich sowohl die einzelnen Mobilfunkanbieter wie die Deutsche Telekom, Orange aus Großbritannien oder Telefónica aus Spanien bzw. Südamerika als auch die Smartphone-Hersteller. Damit das Konzept eSIM funktionieren kann, müssen natürlich vor allem die Handy-Produzenten zustimmen und die Bauweise bzw. das Innenleben ihrer Geräte anpassen. Laut der Financial Times haben Samsung und Apple jetzt großes Interesse bekundigt und sind mit der GSMA in Verhandlung getreten. Angeblich seien die Pläne mit Samsung schon konkret, während es mit Apple noch einen etwas größeren Abstimmungsbedarf gäbe (welch Überraschung). Allerdings hat Apple mit der Apple SIM das Konzept auch schon selbst vor allem in den USA etabliert.

Wie funktioniert die eSIM?

Setzen sich die Pläne der GSMA durch, wird die eSIM in naher Zukunft ein fester Bestandteil mobilfunkfähiger Geräte. Das können nicht nur Smartphones und Tablets sein, sondern auch z. B. Smartwatches, Fitnessarmbänder oder natürlich Notebooks. Will der Nutzer dann das Mobilfunknetz wechseln, muss er lediglich die entsprechenden Einstellungen in seinem Menü anpassen und das neue Netz auswählen. Besonders praktisch ist natürlich im Ausland. Dort nutzen viele bislang lokale SIM-Karten, um teure Roaming-Gebühren beim Surfen zu sparen. Dafür muss aber ein manueller Austausch der originalen und der temporären Karte vorgenommen werden und man bekommt eine andere Nummer, auf der dann z. B. WhatsApp fehlt. Durch die eSIM lässt sich all das einfach über das gewohnte Menü des Geräts steuern und niemand muss selbst rumfummeln oder z. B. versuchen, mit einem Zahnstocher den SIM-Karten Slot zu öffnen.

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