Internetsucht
Author
Lena Kunikowski, Fr, 19. Aug. 2016
in Aktuelles

Internetsucht

Seid auch ihr betroffen? Macht den Selbsttest!

Internetsucht ist ein nicht zu unterschätzendes Phänomen der letzten Jahre. Die Zahl derer, bei denen man von einer regelrechten Computersucht oder Internetabhängigkeit sprechen kann, steigt rapide an. Seid ihr ebenfalls betroffen oder gefährdet, ohne es selbst zu merken? Macht jetzt den Selbsttest!

Gerade bei Jugendlichen zeigt sich: Der Trend, mit dem Rauchen oder Trinken anzufangen, ist rückläufig. Gestiegen ist dafür die Anzahl der Teenager, bei denen man von einer Internetsucht sprechen kann. Jetzt gibt es sogar einen Online-Selbsttest, bei dem Nutzer herausfinden können, ob sie bereits internetsüchtig sind oder werden können.

Bundesregierung gegen Internetsucht

Was vielleicht erst einmal etwas lachhaft klingt, ist in Wirklichkeit ein Problem, um das sich mittlerweile sogar die Bundesregierung kümmert. Drogenbeauftragte Marlene Mortler diagnostizierte in ihrem aktuellen Jahresbericht etwa 500.000 onlineabhängige Menschen. Von der Internetsucht seien momentan 1,2 % der Frauen und 0,8 % der Männer betroffen. Besonders geneigt, eine Computersucht zu entwickeln sei die Altersgruppe der 14- bis 16-Jährigen: Hier seien bereits 4 % internetsüchtig oder zeigten zumindest akute Anzeichen einer Abhängigkeit. Zum Start der diesjährigen Gamescom Messe in Köln wurde daher ein neues Online-Angebot geschafften. Die Initiative OASIS („Online-Ambulanz-Service-für-Internetsüchtige“) veröffentlichte einen Selbsttest zum Grad bzw. der Gefährdung durch eine Computersucht und bietet aktive Unterstützung an.

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Ein möglichen Anzeichen von Internetsucht: Das Smartphone auch im Bett nicht weglegen können.

Bin ich internetsüchtig? Macht den Selbsttest!

Auf der Internetseite der OASIS Initiative könnt ihr in einem kurzen Selbsttest ganz einfach herausfinden, wie es um eure oder die Internetsucht eines Angehörigen oder Freundes bestellt ist. Im Falle des Falles gibt es dann die Möglichkeit, direkte Hilfe anzufragen und sich in einer privaten, webcam-basierten Online-Sprechstunde weiteren Rat zu holen. Tatsächlich existieren bereits seit einigen Jahren nicht nur spezielle Internetsucht-Therapie Angebote, sondern sogar ganze Kliniken, die sich der Internet- und Computersucht widmen. Eine Therapie gegen die Onlinesucht wird vor allem dann notwendig, wenn durch das Suchtverhalten soziale Kontakte, wichtige Termine oder gar der Job bzw. die Schule vernachlässigt werden. Die Konsequenzen können von Verwahrlosung, Entlassung/Schulverweis und Schlafmangel bis zur totalen Abgrenzung und gefährlichen Depressionen reichen. Daher werden auch Angehörige aufgefordert, sich in Verdachtsfällen professionelle Unterstützung zu suchen.

Computersucht oder Internetabhängigkeit entgegenwirken

Natürlich ist eine wirkliche Computer- bzw. Onlinesucht immer noch eher selten. Trotzdem und bei aller Liebe zur Technik empfehlen wir euch: Gönnt euch immer einmal wieder eine Auszeit. Wer permanent nur den Blick auf den Bildschirm oder das Smartphone-Display heftet, verpasst, was sich direkt vor seinen Augen abspielt. Natürlich ist das in der Theorie leichter als in der Praxis. Auf diesem Grund haben wir für euch fünf Tipps zusammengestellt, wie ihr die Suchtgefahr für euch minimiert.

5 Tipps gegen überhöhten Technik-Konsum

  • Stellt eine Regel auf, wenn ihr euch mit Freunden auf einen Kaffee oder Drink trefft. Alle Smartphones werden übereinander und jeweils mit dem Display nach unten auf den Tisch gelegt. Derjenige, der sein Handy als erstes wieder vom Stapel nimmt, muss eine Runde Getränke für alle (oder wahlweise die gesamte Zeche) zahlen.
  • Nutzt den „Nicht-Stören-Modus“ eures Smartphones. Am besten mit einer täglichen Planung. In den Einstellungen eures iPhones oder Android Smartphones, könnt ihr beispielsweise festlegen, dass in der Zeit von 21:00 bis 08:00 Uhr (oder wann auch immer) keine Anrufe oder Nachrichten mehr durchkommen bzw. euer Gerät in diesem Fall keinen Ton mehr von sich gibt. Von dieser Regel könnt ihr übrigens wichtige Kontakte eurer Wahl ausnehmen oder einstellen, dass ein Anruf durchdringt, wenn er zweimal innerhalb von X Minuten von der gleichen Person kommt. So lauft ihr nicht Gefahr, in dringenden Fällen etwas zu verpassen und habt ansonsten eure Ruhe.
  • Erklärt das Schlafzimmer zur technik-freien Zone. Geräte wie Smartphone, Laptop oder Fernseher lenken euch nur davon ab, dort andere spaßige Dinge zu tun oder euch zu erholen. Außerdem kann die Benutzung des Handys im Bett euch trotz später Stunde noch richtig aufkratzen, sodass ihr dann Einschlafprobleme habt. Unser Tipp: Lieber zu einem guten Buch greifen. Oder einfach Schäfchen zählen.
  • Technik-Fasten. Versucht einfach einmal, feste Fastenzeiten einzulegen. Das kann zum Beispiel ein festgelegter Zeitraum pro Tag, ein Tag pro Woche oder sogar ein ganzer Urlaub sein. Ihr werdet feststellen: So schwer ist es gar nicht und danach habt ihr auch immer noch Freunde.
  • Fest Regeln für Kinder und Jugendliche. Da diese Altersgruppe besonders gefährdet ist, in die Internetabhängigkeit zu geraten, sollten Eltern auf feste Regeln setzen. Beispiel: Pro Tag eine Stunde ins Internet.

 

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