SMS TAN
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Maren Keller, Mi, 26. Jul. 2017
in Aktuelles

SMS TAN

BGH urteilt: Kosten für TAN-Verfahren erlaubt

Nehmt ihr eure Bankgeschäfte auch am Rechner vor? Also Online-Banking mit SMS TAN? Wie mehr als die Hälfte aller Deutschen? Oder geht ihr noch zur Filiale, um auf Überweisungsträgern notierte Aufträge am Schalter abzugeben? Jetzt gibt es ein neues Urteil des Bundesgerichtshofs zu den Kosten, die beim Online Banking anfallen.

Was das Urteil für euch und das Online Banking bedeutet, erklären wir euch hier.

SMS TAN

Das BGH hat zu SMS TAN beim Online Banking geurteilt.

SMS TAN – Was ist das?

Das Online Banking hat den Vorteil, dass es günstig und vor allem für die Bankkunden sehr komfortabel ist. Könnt ihr doch sämtliche Bankgeschäfte in aller Ruhe von zu Hause aus erledigen. Dafür benötigt ihr lediglich einen internetfähigen Rechner und eure Zugangsdaten zu eurer Bank. Damit das Online Banking sicher wird, habt ihr viele Jahre lang eine Papierliste mit TAN-Nummern bekommen. Seit einigen Jahren gibt es die nicht mehr. Das beschreibt der Artikel Abschied von der TAN-Liste. Stattdessen gibt es jetzt so genannte SMS TAN. Sie werden bei jedem Vorgang, den ihr in Auftrag gebt, neu generiert und auf euer Handy gesendet. Dadurch soll das Online Banking noch sicherer werden.

Banken senden SMS TAN

Das TAN-Verfahren erfreut sich großer Beliebtheit, verspricht es doch ein Mehr an Sicherheit beim Online Banking. Aber: Nachdem die Kritik an den TAN-Listen in Papierform zugenommen hatte und der Missbrauch durch Kriminelle immer größer wurde, haben die Banken begonnen, die TAN-Listen in Papierform durch so genannte elektronische TANs zu ersetzen. Seitdem senden Banken die TAN-Nummern per SMS auf eure Handys. Die SMS TAN soll das Online Banking noch sicherer machen. Immerhin nutzten 53 Prozent aller Deutschen im Jahr 2016 das Online Banking, hat das Statistik-Portal erforscht. Grund genug für die Banken, das System sicherer zu machen.

SMS TAN kosten Geld, aber…

Doch in Zeiten von niedrigen Zinsen und weniger Einnahmen der Banken versuchen die Geldinstitute, den Service der SMS TAN kostenpflichtig werden zu lassen. Doch dagegen hat jetzt die Verbraucherzentrale Bundesverband geklagt. Denn bei einer Kreissparkasse sollte jede verschickte SMS TAN grundsätzlich 10 Cent zusätzlich zu den Online-Banking-Gebühren kosten. Worum es ganz genau geht und gegen welche Paragrafen die Bank eventuell verstößt, erfahrt ihr in dem Artikel Verkündungstermin: Kosten für eine TAN per SMS. Nun hat der Bundesgerichtshof (BGH) geurteilt: SMS TAN dürfen Geld kosten. Aber nicht alle und nur unter bestimmten Bedingungen: Demnach dürfen Banken ein Entgelt „für die Erbringung einer Zahlungsdienstleistung“ verlangen. Aber nur, wenn die SMS „tatsächlich der Erteilung eines Zahlungsauftrages dient“, sagt das Bürgerliche Gesetzbuch. Wenn also Bankkunden die per SMS verschickte TAN nicht verwenden, darf die Bank ihren Kunden die Kosten nicht in Rechnung stellen.

Unzufriedenheit nach BGH-Urteil

Die Verbraucherschützer sind unzufrieden mit dem BGH-Urteil. Auch wenn es immerhin ein Teilerfolg ist, schließlich wurde den Banken und ihrer generellen Gebührenpraxis für SMS TAN ein Riegel vorgeschoben. Dennoch: „Das Ergebnis ist ernüchternd“, so VZBV-Vorstand Klaus Müller. „Das Urteil könnte bedeuten, dass Verbraucherinnen und Verbraucher selbst für einen so einfachen Vorgang wie eine Online-Überweisung keine Preistransparenz mehr haben.“ Die Preisgestaltung der Banken sei laut Müller „noch immer Wildwuchs“. Kunden hätten kaum die Möglichkeit, Entgelte für das Online Banking zu vergleichen und so den günstigsten Anbieter für sich herauszufinden.

Was haltet ihr vom BGH-Urteil? Findet ihr es angemessen, wenn die Banken Kosten erheben für eine Service, den ihr beim Online Banking annehmen müsst? Oder haltet ihr die Gebühren für SMS TAN für reine Geldmacherei? Lasst es uns in unseren Kommentaren wissen. Übrigens: Wer mit seinem Rechner Online Bankgeschäften nachgeht, sollte unbedingt einen aktuellen Virenschutz haben. Lasst euch bei eurem PC-SPEZIALIST vor Ort beraten. Und welche TAN-Verfahren es noch gibt, erklärt euch dieses YouTube-Video:

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