Selbstheilendes Display
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Maren Keller, Mo, 21. Aug. 2017
in Smartphone & Tablet

Selbstheilendes Display

Motorola bekommt Patent-Zuschlag

Das Smartphone rutscht aus der Hand. Es fällt. Wie in Zeitlupe nähert es sich den harten Steinen. Ihr versucht noch, es mit Händen und Füßen aufzufangen. Doch vergebens. Es knallt auf den Boden. Verdammt! Und ihr wisst sofort: Jetzt ist das Display kaputt. Vielleicht auch mehr. Gäbe es doch so etwas wie ein selbstheilendes Display.

Denn das wäre die Rettung. Und tatsächlich könnten die sogenannte Spinnennetz App und Co. bald der Vergangenheit angehören. Warum? Das erfahrt ihr bei uns.

Selbstheilendes Display mehr als nur eine Vision

selbstheilendes Display

Motorola hat den Patent-Zuschlag für seinen Plan für ein selbstheilendes Display bekommen.

Für Motorola ist ein selbstheilendes Display mehr als nur eine Vision. Denn Motorola hat jetzt den Patent-Zuschlag für diese Technik erhalten. Dabei ist der Versuch, ein selbstheilendes Display zu bauen, nicht neu. Vor einiger Zeit hatte das bereits LG bei seinem Smartphone G-Flex versucht. Die Selbstheilungskräfte des gebogenen Handys waren allerdings sehr begrenzt. Nun wagt Motorola den Versuch, denn das Display eines Smartphones ist immer noch der empfindlichste Teil. Kleine Kratzer stören nur. Ist das Display aber komplett zerstört, bleibt meist nur die Reparatur oder gleich ein Neukauf. Da hört es sich fast wie ein Wunder an, wenn plötzlich die sogenannte Spinnennetz App wie von allein wieder verschwindet.

Patent-Zuschlag für Motorola

Motorola, das inzwischen zu Lenovo gehört, hatte vor gut eineinhalb Jahren einen Patentantrag beim United States Patent and Trademark Office für ein selbstheilendes Display gestellt. Am 10. August 2017 wurde er veröffentlicht. In diesem Antrag beschreibt der Smartphone-Hersteller die Verwendung eines sogenannten Shape Memory Polymer. Das ist ein Kunststoff, der sich an seine ursprüngliche Form erinnern kann. Also an die Form, die er direkt nach der Herstellung hatte. Entstehen nun Kratzer auf der Oberfläche, kann durch eine schelle Erhitzung des zerkratzten Bereichs das Polymer wieder zu einer kratzfreien Schicht zusammenfließen.

Selbstheilendes Display durch große Hitze

Eine Temperaturveränderung der Oberfläche ist also nötig für ein selbstheilendes Display. 60 Grad Celsius werden dafür gebraucht und können vom Smartphone selbst erzeugt werden. Angeblich reiche aber auch die Körperwärme des Nutzers oder der Anschluss an eine spezielle Dockingstation. Aber wie funktioniert die Selbstheilung? Laut Patentantrag könnt ihr über eine App den zerkratzten Bereich auf dem Display markieren, dann erwärmt sich der markierte Bereich und kurze Zeit später ist das Display wieder wie neu.

Vor eineinhalb Jahren hatte Lenovo mit dem Moto X Force bereits ein bruchsicheres Smartphone vorgestellt. Bruchsicher heißt aber nicht, dass das Display nicht auch zu Kratzern neigen könnte. Damit wäre das Patent auf ein selbstheilendes Display der nächste logische Schritt von Lenovo.

Wundermittel Shape Memory Polymer

Der neuartige Kunststoff, der die Selbstheilung hervorbringt, heißt Shape Memory Polymer. Ein Chemiker hat dieses Wundermittel entwickelt, das nicht nur selbstheilend ist, sondern auch noch eine Reihe anderer nützlicher Eigenschaften für Smartphones hat: Der Kunststoff ist transparent, stromleitend und dehnbar und somit perfekt für die Nutzung als Touchscreen. Die Entwickler erwarten, dass ihr Material innerhalb von drei Jahren Marktreife erlangen kann. Der gummiartige Kunststoff wird dann eigenständig Kratzer und Risse aus dem Display entfernen. Und das Beste: Weil der Kunststoff sehr billig in der Produktion ist, würden Handys mit dem neuem Display nicht zwangsläufig eine Preisexplosion nach sich ziehen. Ob allerdings auch komplett zerstörte Displays mittels Selbstheilung wie neu aussehen, ist fraglich. Schließlich spricht Motorola in seinem Patentantrag nur davon, dass mit dem Polymer „wenigstens ein Teil der Deformationen“ behoben werden können. Bleibt also abzuwarten, was das Wundermittel am Ende wirklich kann.

Wann kommt selbstheilendes Display?

Aber wann kommt das selbstheilende Display? Wann müsst ihr euch nicht mehr über neue Kratzer auf dem Touchscreen ärgern? Fest steht aktuell: Wie bei jedem Patent ist es überhaupt nicht sicher, ob aus der Idee tatsächlich ein Produkt wird, das es irgendwann zu kaufen gibt. Klar ist nur, die Idee ist geschützt, die Rechte liegen bei Motorola bzw. Lenovo. Auch ist absolut unklar, inwieweit sich durch das Polymer die Darstellung und das Gefühl beim Berühren des Bildschirms verändert. Glas oder Kunststoff – das ist schließlich ein Unterschied.

Aber auch mit defektem Display müsst ihr euch nicht ärgern, denn ein kaputtes Display muss nicht zwangsläufig dazu führen, dass ihr euer Smartphone in den Müll schmeißen bzw. recyclen müsst. Stattdessen kommt am besten zu eurem PC-SPEZIALIST vor Ort. Unsere Techniker bieten euch eine Display-Reparatur für die gängigsten Samsung- und iPhone-Modelle an. Natürlich zum Festpreis.

Noch mehr Infos über das Display mit den Selbstheilungskräften bekommt ihr in den Artikeln Motorola-Patent gegen Kratzer, Neues Material verspricht Wunder, Motorola stellt Patentantrag und Bye, bye Kratzer. Und dieses YouTube-Video erklärt euch noch einmal in Bild und Ton, wie der Shape Memory Polymer funktioniert:

 

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