Versender von Junkmail austricksen
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Maren Keller, Fr, 17. Nov. 2017
in Aktuelles

Versender von Junkmail austricksen

Mit Re:scam Betrüger verwirren

Aktualisiert am 30.10.2020

Ob Junkmail, Spammail, Scammail oder Phishingmail – ungewollte E-Mails landen zuhauf in unzähligen Postfächern. Sie vermüllen den Posteingang, sind teilweise gefährlich und nerven einfach nur. Ziel der Hintermänner: Daten klauen und Geld erbeuten. 

Jetzt gibt es eine Möglichkeit, wie ihr die Betrüger ärgern könnt, denn ist an der „Zeit, zurückzuschlagen“, wie es auf der netsafe-Webseite heißt. Wie leicht das ist, erfahrt ihr bei uns.

Auch wenn wir immer wieder dafür plädieren, nicht auf diese Art von ungewollten Nachrichten zu reagieren, gibt es jetzt eine Möglichkeit, die Hintermänner richtig zu nerven. Re:scam macht es möglich.

Junkmail

Mit Re:scam könnt ihr jetzt die Hintermänner von Scam und Junkmails nerven.

Junkmail, Spam, Scam, Phishing – Unterschiede

Doch was sind eigentlich die Unterschiede zwischen Junkmail und Spam, Scam und Phishing?

Zwischen Junkmail und Spam ist der Unterschied praktisch nicht vorhanden. Beides sind unerwünschte E-Mails, die je nach Provider entweder im vorangelegten Spam-Ordner oder Junk-Ordner landen. Sie enthalten meistens unerwünschte Werbung, sind aber im Allgemeinen nicht gefährlich für euch.

Beim Phishing und Scam sieht das anders aus. Hinter diesen E-Mails stecken betrügerischen Absichten. Beim der ersten geht es um Diebstahl von Daten, um euch abzuzocken. Lest dazu auch unseren Ratgeber Was ist Phishing?.

Auch die Scammail verfolgt betrügerische Absichten. Allerdings auf andere Art. Bekommt ihr eine Scammail, sollt ihr meistens etwas bekommen: entweder von einem euch unbekannten Verwandten etwas erben, oder jemand hat eine riesige Menge Geld gefunden, das er gern mit euch als Mail-Empfänger teilen möchte. Allerdings sollt ihr nur dann etwas bekommen, wenn ihr im Voraus einige Hundert oder Tausend Euro vorschießt. Über eine weitere Art des Scammings, nämlich über Romance Scamming, haben wir bereits berichtet.

Junkmail und Co. in den Müll?

Im Allgemeinen raten wir dazu, weder auf Phishing-E-Mails noch auf sonstige Junkmail, Scam und Spam zu reagieren. Denn das einzige, was ihr damit erreicht, ist dass die Hintermänner wirklich wissen, dass eure E-Mail-Adresse existiert. Sie werden weiterhin versuchen, euch mit fiesen Maschen zu betrügen.

Doch jetzt gibt es ein Projekt aus Neuseeland. Es nennt sich Re:scam und ist eine künstliche Intelligenz. Die netsafe-Organisation hat diesen Chatbot entwickelt, der auf Scammails mit Gegenfragen, Späßen und Anekdoten antwortet, indem er die Opfer imitiert. Dadurch verlieren die Hintermänner Zeit, andere Leute mit Scammails zu gefährden und ihnen das Geld aus der Tasche zu quatschen. So schreiben die Macher von Re:scam: „Deleting a scam protects you, buforwarding to me@rescam.orprotects others“.

Also: Indem ihr die Phishing-Mail, Junkmail oder Scammail löscht, schützt ihr zwar euch selbst, aber wenn ihr sie an me@rescam.org weiterleitet, helft ihr auch vielen anderen. Und genau deshalb solltet ihr euch überlegen, eure Scammails und Co. an Re:scam zu senden.

Re:scam ist einen Versuch wert

Knapp 100.000 E-Mails hat der Chatbot von Re:scam nach eigenen Angaben bereits geschrieben. Damit wurde umgerechnet fast elf Monate Scammer-Zeit verschwendet, die sie nicht dazu benutzen konnten, um weitere Junkmail, Scammail und Co zu versenden. Denn sie waren waren ja damit beschäftigt, auf die Antworten und Fragen des Chatbots zu reagieren.

Wollt ihr auch die Zeit der Scam-Versender verschwenden, dann müsst ihr nichts weiter tun, als eure Scammail weiterzuleiten an me@rescam.org. Ihr müsst euch nirgends einloggen, keine Daten hinterlegen und auch keinen Cent dafür bezahlen. Denn hinter Re:scam steht die ehrenamtliche Organisation Netsafe, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Aufklärung und Weiterbildung im Bereich Cyber-Security zu betreiben. Der Chatbot verwendet auch keine Informationen von euch wie E-Mail-Adresse oder Name, um den Hintermännern zu antworten.

Junkmail an Re:scam – und dann?

Was passiert genau, wenn ihr eine E-Mail an Re:scam sendet? Zunächst wird eure E-Mail überprüft, ob es sich wirklich um eine Junkmail handelt. Danach beginnt der Chatbot über eine generierte Proxy-E-Mail-Adresse an den Versender der E-Mail zu schreiben. Dabei imitiert der Chatbot eure Identität, tut also so, als seid ihr selbst derjenige, der antwortet. Den Scammern wird damit wertvolle Zeit genommen. Zeit, die sie eigentlich nutzen, um anderen Leuten betrügerische Scammails zu schicken.

Ein Beispiel der Chatbot-Aktivität ist folgende Konversation: Der Scam-Betrüger fragt, ob der E-Mail-Empfänger für fünf Millionen Dollar den Illuminaten beitreten wolle. Darauf antwortet der Chatbot: „Was für eine schöne Überraschung. Sehr gerne würde ich eurem Club beitreten. Veranstaltet ihr auch eine Bingo-Nacht?“. Der Scammer verneint die Frage, und fordert erneut die Bankdaten des Empfängers. Re:Scam hat auch dafür eine Lösung: „ … aus Sicherheitsgründen werde ich die Ziffern meiner Bankverbindung einzeln nacheinander schicken.“ Doch damit ist der Scammer nicht einverstanden – und so geht die Konversation hin und her, aber der Scammer bleibt letztlich erfolglos.

Dieses YouTube-Video zeigt euch noch einmal, wie Re:scam funktioniert und wie lustig die Antworten zum Teil sind.

Wie reagiert ihr auf Junkmail und Co.? Könnt ihr euch vorstellen, Re:scam auszuprobieren? Lasst es uns in unseren Kommentaren wissen. Weitere Infos zu Re:scam findet ihr auf der Homepage der netsafe-Organisation.

Update vom 30.10.2020: Re:scam pausiert

Wer aktuell Spam-Mails an Re:scam versendet, bekommt sie als unzustellbar zurück, wie ein Leser uns berichtet. Und tatsächlich ist die Webplattform zurzeit außer Betrieb. So heißt es dort: „After sending 1,012,531 emails and wasting more than 5 years of scammers time, Im currently offline while Phase II is being tested for launch.“ Zu deutsch: Nach dem Versand von 1.012.531 E-Mails und der Verschwendung von mehr als 5 Jahren Zeit der Betrüger bin ich derzeit offline, während Phase II für den Start getestet wird.

Wie lange der Test von Phase ii dauert ist unbekannt. Hier heißt es also abwarten und immer wieder versuchen, ob die Seite wieder funktioniert. Immerhin ist es weiterhin möglich, sich über das Projekt Re:scam zu informieren und zu erfahren, wie die Zeitverschwenung der Betrüger funktioniert.

18 Kommentare

  1. Ralph sagt:

    Ich probiere es aus und werde sehen ob meine spam mail s weniger werden

  2. Stefan sagt:

    Wie kann ich den „Pseudo“-Emailverkehr mit den Spamversendern nachverfolgen?

    1. PC-SPEZIALIST Team sagt:

      Hallo Stefan!

      Bislang konnte man bei Re:Scam angeben, dass man über den Chatverlauf zwischen Chatbot und Scammer auf dem Laufenden gehalten werden wollte. Aktuell wird die Seite gerade aktualisiert und ist deshalb für neue Anfragen offline! Welche Neuerungen das Projekt dann demnächst hat, wird sich zeigen.

      Viele Grüße
      Dein PC-SPEZIALIST Team

      1. Ruediger sagt:

        Hallo! Wann kann man mit diesen Erneuerungen denn rechnen. Momentan ist die Mail-Adresse: me@rescam.org offenbar gesperrt. Meine an diese Adresse weitergeleiteten SPAM-Mails finde ich jedenfalls schon seit Wochen als unzustellbar wieder in meinem Posteingang.

        1. PC-SPEZIALIST-Team sagt:

          Hallo Ruediger!

          Re:scam befindet sich laut Website in der Testung der Phase zwei. Wie lange das dauern wird, bis die Seite wieder aktiv ist, können wir Ihnen leider nicht sagen.

          Viele Grüße
          Ihr PC-SPEZIALIST-Team

  3. Klaeger sagt:

    Gibt es den kein Einfaches System Lästigen mails zu stoppen?
    Gruss j. Klaeger

    1. PC-SPEZIALIST Team sagt:

      Hallo Klaeger!

      Nein, leider gibt es kein einfaches System, um lästige E-Mails zu stoppen. Viel getan ist, wenn Du die Filter Deines E-Mail-Providers so einstellst, dass möglichst viele solcher E-Mails herausgefiltert werden. Aber das klappt leider nicht immer.

      Viele Grüße
      Dein PC-SPEZIALIST Team

  4. Hallo sagt:

    Somit gibst du eigene e-mail an einen anderen „Roboter“ weiter …..es macht keinen Sinn.
    Im schlimmsten Fall entpupt sich der Re:scam Roboter selbst als ein SPAMROBOTER ;-)))

  5. wolf sagt:

    me@rescam.org ist scheinbar nicht erreichbar, email kommt zurück ?

    1. PC-SPEZIALIST Team sagt:

      Hallo wolf!

      In unseren Test funktioniert die E-Mail-Adresse. Eventuell stellt Re:scam fest, dass es sich bei Deiner E-Mail nicht um Scam handelt und sendet sie deshalb zurück.

      Viele Grüße
      Dein PC-SPEZIALIST Team

  6. Viktoria sagt:

    Eine meiner Freundinnen sagt, dass sowas nicht funktionieren kann und sinnlos ist. Ich denke zwar anders. Aber wie kann ihr das erklären? Sie meint,dass auf beiden Seiten Roboter sitzen und es wäre vollkommen sinnfrei den Roboter zu ärgern. Ich denke, dass hinter den pushnachtichten Menschen stehen, die Geld machen. Sonst würde es ja keinen Sinn machen, solche E-Mail zu schicken. Diese Spam E-Mails werden doch von den Menschen irgendwie verwaltet. Also macht es sehr wohl Sinn die zu verarschen. Ich habe meine spam an die re:scam weiter geleitet.

    1. PC-SPEZIALIST Team sagt:

      Hallo Victoria!

      Sag Deiner Freundin, sie soll unseren Blogbeitrag zu diesem Thema lesen. Wenn sie es nicht glauben, möchte, dann eben nicht. Oder sie könnte re:scam einfach mal ausprobieren und sich so überzeugen.

      Viele Grüße
      Dein PC-SPEZIALIST Team

  7. Meike sagt:

    Ich habe es ausprobiert – es klappt. Wenn man will, kann man über den Mailverkehr informiert werden, muss man aber nicht. Voll lustig. Und man selbst ist die Nerverei los…

  8. Evi sagt:

    Bei mir funktioniert es nicht.
    Wenn ich als Adresse Re:scam eingebe, sagt mir mein System, dass die Adresse nicht gültig ist.

    1. PC-SPEZIALIST Team sagt:

      Hallo Evi!

      Versuche es doch nochmal: me@rescam.org funktioniert bei uns einwandfrei!

      Viele Grüße
      Dein PC-SPEZIALIST Team

  9. Torsten sagt:

    … Der Chatbot verwendet auch keine Informationen von euch wie E-Mail-Adresse oder Name, um den Hintermännern zu antworten. …

    … Dabei imitiert der Chatbot eure Identität, tut also so, als seid ihr selbst derjenige, der antwortet. …

    Wie geht denn das bitte ?

    1. PC-SPEZIALIST Team sagt:

      Hallo Torsten!

      Das funktioniert über generierte Proxi-E-Mail-Adressen und all den Möglichkeiten, die künstliche Intelligenz mittlerweile bietet.

      Viele Grüße
      Dein PC-SPEZIALIST Team

  10. Michael sagt:

    Das ist eine total coole Sache. Man selbst muss sich mit den Scammern nicht auseinandersetzen und hilft dennoch anderen!

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