Glasfaserausbau

Glasfaserausbau

Wie viel schnelles Internet gibt es in Deutschland?

Schnelles Internet – davon träumen viele Deutsche noch immer. Lange Warteschleifen, endloser Download oder ruckelnde Streamingdienste. Das alles gäbe es nicht, wenn der Glasfaserausbau in Deutschland endlich voran käme.

Doch wie viel schnelles Internet gibt es Deutschland wirklich? Wir zeigen es euch.

Glasfaserausbau kommt nur langsam voran

Während es in vielen Städten schon schnelles Internet gibt, sind vor allem die Bewohner auf dem Land im Nachteil. Zwar hatte Alexander Dobrindt bereits 2014 – damals war er Minister für Netzinfrastruktur – versprochen, dass ganz Deutschland, also alle Einwohner, bis Ende 2018 mit mindestens 50 Mbit/s versorgt sein soll. Doch davon sind wir weit entfernt. Der notwendige Glasfaserausbau kommt einfach nicht schnell genug voran.

Fazit: Der Politiker hatte sich ein zu hohes Ziel gesteckt. Das bestätigt auch die Bundesnetzagentur in ihrem neuesten Tätigkeitsbericht 2016/2017. Demnach verfügen in Deutschland nur 77 Prozent der Haushalte über einen schnellen Breitbandanschluss. Im Vorteil ist, wer in der Stadt wohnt. Denn 90 Prozent der städtischen Gebiete sind mit bis zu 50 Mbit/s versorgt, während nur 30 Prozent der ländlichen Gemeinden über schnelles Internet verfügen.

Glasfaserausbau - schnelles Internet - Glasfaseranschluss - schnelleres Internet. Foto: Pixabay

Glasfaserkabel sind die Kabel der Begierde vieler Internetnutzer. Foto: Pixabay

Glasfaserausbau lohnt sich oft nicht

Für die Betreiber lohnt sich der Glasfaserausbau trotz finanzieller Förderung durch die Bundesregierung nicht. Deshalb kommt der Ausbau nur schleppend voran. Aber woran liegt das? Mehrere Gründe sind zu nennen:

  • Die Anbieter sträuben sich gegen die hohen Investitionen.
  • Der verwaltungstechnische Aufwand für die Beantragung der Fördermittel vor allem für kleinere Gemeinden mit wenig Personal ist enorm hoch.
  • Es gibt zu wenig Firmen vor Ort, die den für den Glasfaserausbau notwendigen Tiefbau durchführen können.

So bleibt der Bund als Förderer auf seinen Milliarden für den Ausbau des schnelleren Internets sitzen. Bislang sind von den vier Milliarden, die seit drei Jahren bereitstehen, lediglich 22,45 Millionen Euro abgerufen worden.

Was ist Glasfaser überhaupt?

Aber was ist eine Glasfaser überhaupt? Letztlich ist sie nichts anderes als eine „aus Glas bestehende lange dünne Faser“, beschreibt Wikipedia. Um sie herzustellen, werden aus einer „Glasschmelze dünne Fäden gezogen und zu einer Vielzahl von Endprodukten weiterverarbeitet.“

Glasfasern werden vielfältig genutzt. Bereits vor etwa 4000 Jahren nutzten Phönizier, Griechen und Ägypter aus der Schmelze gezogene Glasfäden, um Gefäße zu verzieren. Erst nur als Dekorationsmittel verwendet, wurden die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten der Fasern nach und nach entdeckt. In den 1930er Jahren wurden spinnbare Glasfäden mit genau definiertem Durchmesser erstmals als Rollenware hergestellt.

Heute werden Glasfasern als Lichtwellenleiter zur Datenübertragung und zum flexiblen Lichttransport (Laserstrahlung) genutzt. Sie werden aber auch als textiles Gewebe zur Wärme- und Schalldämmung sowie für glasfaserverstärkte Kunststoffe eingesetzt.

Glasfaserausbau verzögert sich weiter

Laut Telekom-Chef Timotheus Höttges verzögert sich der Glasfaserausbau weiter. Eine flächendeckende Versorgung sei vor 2030 nicht machbar, sagte er bereits 2016. Warum? Hiesige Unternehmen seien laut Höttges ausgelastet, weshalb die Telekom bereits mit Tiefbauern aus Spanien und Marokko zusammenarbeitet.

Und die Telekom plant als größter Anbieter, den Ausbau zu erhöhen. Nach 40.000 verlegten Kilometern in 2017 sollen in 2018 immerhin 60.000 Kilometer Glasfaser verlegt werden. Klappt der weitere Glasfaserausbau, würde die Telekom am Jahresende über insgesamt 500.000 Kilometer Glasfaser verfügen. Allerdings will die Telekom den Glasfaserausbau nicht bis an jede Wohnungstür betreiben, sondern die bestehenden Kupferleitungen nutzen und so schnelles Internet in die Wohnungen bringen.

Kupferkabel versus Glasfaserausbau

Die Konkurrenz geht einen anderen Weg und hält nichts von der Nutzung alter Kupferkabel, sondern plädiert für den Glasfaserausbau. Einige Kabelanbieter sind der Telekom beim Thema Tempo dann auch deutlich voraus: Unitymedia bietet den meisten seiner Kunden bis zu 400 Mbit/s an, Vodafone hat bereits über 5,1 Millionen Haushalte mit 500 Mbit/s angeschlossen. Beide wollen noch in diesem Jahr mit dem Verkauf von 1-Gigabit-Anschlüssen starten.

Ob sie sich dann aber auch an ihre zugesagten Übertragungsgeschwindigkeiten halten, bleibt offen. Warum? Das erfahrt ihr in unserem Blogbeitrag über Langsames Internet.

Deutschland hinkt beim Glasfaserausbau hinterher

Dennoch bleibt es wie es ist: Deutschland hinkt beim Glasfaserausbau deutlich hinterher. Im Vergleich von 34 Industriestaaten liegt Deutschland mit gerade mal 2,1 Prozent Anteil an Glasfaseranschlüssen auf Platz 29. Kritiker sehen die Bundesrepublik bereits abgehängt, den Wirtschaftsstandort in Gefahr. Denn die Digitalisierung braucht eine leistungsfähige Netzinfrastruktur.

Und wir alle würden gern von schnellerem Internet profitieren. Wann es wirklich den letzten einsamen Hof und das letzte kleine Dorf erreicht hat, bleibt offen. Klar ist aber, dass privater Ausbau günstiger und schneller ist, als der Ausbau durch die öffentliche Hand. Wie der Glasfaserausbau genau funktioniert, könnt ihr im Interview mit Uwe Nickl, Geschäftsführer Deutsche Glasfaser, lesen.

Und dieser YouTube-Film zeigt euch den Glasfaserausbau in Bild und Ton:

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr schon schnelles Internet oder hängt ihr beim Download von Daten in einer langen Warteschleife? Könnt ihr ruckelfrei streamen oder leiht ihr euch noch DVDs für den heimischen Kinoabend aus? Lasst es uns in unseren Kommentaren wissen.

Solange ihr keinen schnellen Internetanschluss habt, erfahrt ihr bei uns im Ratgeber Tipps und Tricks, wie ihr langsames Internet etwas schneller machen könnt. Hilfe bei der DSL-WLAN-Einrichtung bekommt ihr natürlich bei eurem PC-SPEZIALIST vor Ort.

 

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