Facebook-Währung Libra lockt Kriminelle
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Maren Keller, Mi, 24. Jul. 2019
in Aktuelles

Facebook-Währung Libra lockt Kriminelle

Tipps und Infos zur neuen Kryprotwährung

Habt ihr schon von Libra gehört? Die Facebook-Währung soll im kommenden Jahr auf den Markt kommen und sorgt bereits jetzt für viel Diskussion. Nun ruft sie auch noch Kriminelle auf den Plan.

Was die Kriminellen sich von Libra versprechen und was Libra überhaupt ist, erfahrt ihr bei uns.

Was ist Libra?

Stellt sich zunächst die Frage: Was ist Libra? Bei Libra handelt es sich, ähnlich wie bei Bitcoin oder Ether, um eine Kryptowährung, also um digitales Geld. Libra stammt aus dem Facebook-Konzern und soll 2020 als globales Zahlungsmittel an den Start gehen.

Von der Facebook-Währung verspricht sich das größte soziale Netzwerk weltweit großes Wachstum in der E-Commerce-Branche. Facebook möchte mit Libra nicht nur Transaktionen zwischen Firmen und Verbrauchern, die Facebook nutzen, über die Bühne bringen. Das Kryptogeld soll außerdem Menschen ohne eigenes Bankkonto Zugang zu Finanzdienstleistungen ermöglichen.

Libra, und somit Facebook, verfolgt das Ziel, eine digitale Vollwährung zu werden, die vor extremen Kursschwankungen gefeit ist. Unter Kursschwankungen leiden Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether sehr, Facebook dagegen will das unbedingt vermeiden und hat deshalb eine Allianz gegründet, die die Facebook-Währung verwalten soll. Zu den Mitgliedern gehören aktuell Visa, Mastercard, Paypal, Vodafone, Ebay, Booking.com und Spotify.

Eine Figur schürft Kryptowährung und symbolisiert damit die Facebook-Währung Libra. Foto. Pixabay

Libra, die neue Facebook-Währung, ist eine Kryptowährung, die 2020 auf den Markt kommen soll. Foto: Pixabay

Facebook-Währung Libra – wie funktioniert sie?

Die Facebook-Währung Libra soll als digitale Währung in Konkurrenz zu Dollar, Euro, Yen und Co. treten. Sie ist zunächst vor allem für diejenigen von euch interessant, die Geld über Ländergrenzen hinweg überweisen wollen. Bislang waren auf dem klassischen Weg meist hohe Gebühren fällig. Eine weitere Möglichkeit, Libra zu nutzen, stellt die schnelle Überweisung unter Freunden dar, etwa beim Aufteilen einer Restaurant-Rechnung. Paypal bietet gerade diese Möglichkeit mit dem Service Geld senden an Familie und Freunde bereits seit mehreren Jahren an.

Die Facebook-Währung Libra könnt ihr ab 2020 ganz einfach über die Facebook-eigene digitale Geldbörse (Wallet) nutzen. Sie wird den Namen Calibra bekommen und als eigenständige App funktionieren. Sie kann aber auch in WhatsApp und den Facebook-Messenger integriert werden. Kaufen könnt ihr Libra mit den klassischen Währungen, Dollar, Euro und Yen bei autorisierten Tauschbörsen. Allerdings bestehen noch extreme Hürden, ehe die neue digitale Währung an den Start gehen kann. So gibt es unter anderem Datenschutzbedenken und möglicherweise Einschränkungen durch Aufsichtsbehörden.

Welche Risiken birgt die Facebook-Währung?

Es bestehen Befürchtungen, dass Facebook mit Libra an einer parallelen Finanzwelt bastelt. Und damit bestehen auch bei der Facebook-Währung sämtliche Risiken, die bei allen anderen Währungen, insbesondere den digitalen, mitschwingen. So mahnt die Bundesbank, wie es bei Tagesschau.de heißt, dass durch Facebook die bestehenden Regulierungen nicht ausgehebelt werden dürfen. Dazu gehören unter anderem Geldwäsche-Richtlinien, aber auch Regelungen zur Stabilität.

Und auch die US-Behörden sehen Libra noch nicht auf dem Finanzmarkt. Das soziale Netzwerk sei weit davon entfernt, heißt es auf Tagesschau.de weiter, „von den Behörende grünes Licht für Libra zu erhalten“. US-Finanzminister Steven Mnuchin erklärte zudem, sein Ministerium habe dem Konzern (Facebook ; Anm. d. Red.) „klargemacht, dass sie die gleichen Maßnahmen zum Kampf gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung umsetzen müssten wie traditionelle Firmen“.

Zwei Bitcoin- und Ether-Münzen. unsplash.com/Thought Catalog

Bitcoin und Ether sind die bekanntesten Kryptowährungen. Kommt mit Libra demnächst eine neue hinzu? Foto: unsplash.com/Thought Catalog

Facebook-Währung im Visier von Kriminellen

Noch bevor die Facebook-Währung überhaupt an den Start geht, versuchen Kriminelle bereits, ihren Gewinn aus der Kryptowährung zu ziehen. Und zwar direkt auf der Social-Media-Plattform. Kriminelle legen sich laut Washington Post gefälschte Profile auf Facebook und Instagram an, teilweise mit Profilbildern von Facebook-Chef Mark Zuckerberg, und bieten Libra-Einheiten an. Zwar habe Facebook nach Hinweisen bereits massenhaft solcher Fake-Accounts gelöscht, dennoch steige die Zahl der Libra-Anbieter weiterhin an. Und das, obwohl es Libra offiziell noch gar nicht gibt.

Auch eine eigene Website besteht bereits, auf der ihr angeblich Libra-Einheiten mit Bitcoin, Ether oder eurer Bank-Karte kaufen könnt. Wir raten euch dringend, die Finger davon zu lassen. Solange es die Währung offiziell nicht gibt, könnt ihr sie auch nicht kaufen. Weder auf Instagram, noch auf Facebook oder irgendwelchen Internetseiten. Wie unsicher Kryptowährung und der Umgang mit ihr sein kann, erfahrt ihr in unseren Blogbeiträgen über die Digitale Währung und Hacking-Tool für Mining-Malware.

Facebook, Libra und G7

Für Facebook kommen die Betrugsversuche zur Unzeit. Politiker und Finanzaufsichten haben, wie oben erwähnt, große Bedenken gegen die neue Kryptowährung. Und die Finanzminister der G7-Staaten haben gerade in der vergangenen Woche beschlossen, Libra ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Die G7-Staaten sind ein Zusammenschluss der bedeutendsten Industrienationen. Zu ihnen gehören Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Großbritannien und die USA. Es wird sich also erst zeigen müssen, ob die Facebook-Währung tatsächlich 2020 auf den Markt kommt.

Was haltet ihr von Libra? Könnt ihr euch vorstellen, mit ihr zu bezahlen? Seht ihr mehr Vorteile oder habt ihr Angst vor den Risiken? Hinterlasst uns eine Nachricht in unseren Kommentaren. Übrigens: Braucht ihr Hilfe bei der Einrichtung eures Computers oder Handy, dann kommt unbedingt zu PC-SPEZIALIST in eurer Nähe. Unsere Technik-Experten sind auch dann für euch da, wenn ihr euch einen Wurm, Virus oder ähnliches eingefangen habt und helfen euch mit der Virenentfernung. Damit ihr rundum sorglos im Internet unterwegs sein könnt, empfehlen wir euch außerdem unser Eins-für-Alles-Paket:

Update vom 15.10.2019: Vier Unterstützer verlassen Libra

Mittlerweile haben vier namhafte Unterstützer das Projekt Libra verlassen. Nachdem PayPal seinen Rückzug erklärt hatte, kehrten auch Visa, Mastercard, Stripe und Ebay Libra den Rücken zu. Damit verliert Facebook vier wichtige Unterstützer noch ehe das Projekt so richtig in Fahrt gekommen ist. Grund dafür soll die massive Kritik von Politikern und Behörden vor allem in den USA und in Europa sein. Einen Rückschluss auf das Schicksal der Digitalwährung ließe der Verlust der vier Unternehmen aber nicht zu, so Facebook-Projekt-Manager David Marcus.

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