Gefahr durch Android Beam
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Maren Keller, Mi, 6. Nov. 2019
in Aktuelles

Gefahr durch Android Beam

Gefährliche Apps gelangen unbemerkt aufs Handy

Kennt ihr Android Beam? Die App ist auf den meisten Android-Smartphones mit Android 8 und 9 vorinstalliert. Jetzt ist bekannt geworden, dass Android Beam gefährliche Apps auf euer Gerät laden kann.

Welche Handys betroffen sind und wie ihr euch schützen könnt, erfahrt ihr bei uns.

Was ist Android Beam?

Android Beam ist eine auf eurem Android-Smartphone vorinstallierte App, mit der ihr Inhalte direkt von eurem Bildschirm auf ein anderes Gerät übertragen könnt. Das funktioniert, indem ihr die Geräte mit den Rückseiten aneinander haltet. Wenn ihr das tut und dabei die Beam-App aktiviert ist, könnt ihr Inhalte wie Webseiten, Wegbeschreibungen, Videos, Fotos oder Kontakte mit anderen teilen.

Wichtig ist dabei, dass beide Geräte die Nahfeldkommunikation (NFC = Near Field Communication) unterstützen. Außerdem müssen natürlich beide Geräte bei eingeschaltetem Bildschirm entsperrt sein. Zudem muss neben Beam auch NFC aktiviert sein, was standardmäßig bereits der Fall ist.

In den Einstellungen könnt ihr unter Verbundene Geräte/Verbindungseinstellungen prüfen, ob NFC aktiviert ist, in den Einstellungen unter Android Beam seht ihr, ob die App aktiviert ist. In den Einstellungen könnt ihr beides natürlich auch deaktivieren.

Der Screenshot zeigt die die App Android Beam auf einem Smartphone. Bild: Screenshot PC-SPEZIALIST

Mit Android Beam lassen sich per NFC Informationen teilen. Bild: Screenshot PC-SPEZIALIST

Android Beam ist praktisch aber gefährlich

Die vorinstallierte Android-App Android Beam soll vor allem eins sein: praktisch. Sie nutzt NFC, um beispielsweise an Bezahlterminals via Google Pay zu bezahlen. Das heißt, mit Android Beam und NFC könnt ihr Daten empfangen und senden.

Aber die Beam-App ist nicht nur praktisch, sondern auch gefährlich. Denn sie kann zu einem Einfallstor für Malware werden. Laut heise.de darf die App unter Android 8 oder 9 andere Apps aus unbekannten Quellen installieren. Ein schwerer Fehler, denn auf die übliche Warnung, dass aus unbekannter Quelle installiert wird, wartet ihr vergeblich.

Die NFC-Technologie benötigt ein nahes Ziel, das heißt, der Angreifer muss bis auf wenige Zentimeter an euch dran sein, um euer Gerät mit Malware zu verseuchen. Eine Malware-Verseuchung erscheint daher unwahrscheinlich. Realistischer wird ein Angriffsszenario, wenn Bezahlterminals präpariert wurden. Zwar stehen Deutsche bislang dem sogenannten Mobile Payment, dem mobilen Bezahlen mit dem Smartphone, kritisch gegenüber, aber der Anteil steigt und somit auch die Gefahr.

So schützt ihr euch vor der Sicherheitslücke bei Android Beam

Übrigens: Die Sicherheitslücke wurde bereits Ende Januar 2019 entdeckt und an Google gemeldet. Der Konzern hat jedoch bis zum aktuellen Update gebraucht, um einen Patch zu liefern. Mit dem Oktober-Update wird die Lücke endlich geschlossen.

Problem dabei ist, dass einige Hersteller sich viel Zeit lassen, das Update an ihre Geräte auszuspielen. Auch das ist ein Grund für die Gerüchte, dass Android 10 Pflicht werden könnte.

Wer das Android-Oktober-Update noch nicht auf seinem Gerät mit Android 8 oder 9 hat, sollte entweder in den Einstellungen Android Beam deaktivieren oder dem NFC-Dienst die Berechtigung entziehen, Apps aus unbekannter Quelle zu laden. Noch einfacher ist in diesem Fall, NFC zu deaktivieren.

Bei Fragen rund um euer Smartphone wie Ersteinrichtung, Virenschutz oder Datensicherung sowie notwendige Reparaturen bekommt ihr Hilfe bei eurem PC-SPEZIALIST vor Ort. Nehmt unverbindlich Kontakt auf.

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