Redirect statt Abzocke am Handy
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Maren Keller, Mo, 3. Feb. 2020
in Aktuelles

Redirect statt Abzocke am Handy

Was sich bei Abofallen für euch ändert

Ein unvorsichtiger Klick und schon ist es passiert: Ihr seid in eine Abofalle geraten. Doch diese Art der Abzocke will die Bundesnetzagentur mit dem Redirect Verfahren verhindern, um euch als Nutzer besser zu schützen.

Was die Bundesnetzagentur plant und was sich für euch dadurch ändert, erfahrt ihr bei uns.

Redirect Verfahren soll euch schützen

Ein falscher Wisch, ein falscher Klick und schon habt ihr unbemerkt ein teures Abo abgeschlossen: für neue Klingeltöne, für Spiele oder Services, die ihr weder wollt noch braucht. Meistens bemerkt man das erst, wenn die Handyrechnung sprunghaft ansteigt. Das ist dann doppelt ärgerlich, weil zu dem Zeitpunkt auch schon wertvolle Zeit für die Kündigung verstrichen ist.

Die Bundesnetzagentur plant, in diesem Monat das Redirect Verfahren (auch: Redirect-Verfahren) für die Provider einzuführen, um euch besser vor Abzocke durch Abofallen am Handy zu schützen. Wie schnell ihr in Abofallen landen könnt, könnt ihr bei uns im Blog vielfach lesen. Beispielsweise in den Artikeln Vorsicht Handy-Betrug oder Abzocke mit Jamba Abo. Wie ihr euch bereits jetzt vor Abofallen schützen könnt, zeigt euch unser Ratgeber zum Thema Drittanbietersperre.

Briefkasten, der Briefe bekommt. Redirect soll Nutzer vor Abofallen schützen. Bild: Pixabay

Seid ihr in die Abofalle getappt, kommen teure Rechnungen. Redirect soll das verhindern. Bild: Pixabay

So funktioniert Redirect

Bislang ist es so, dass allein der Klick auf ein Banner bereits bedeuten kann, dass ihr mit dem Klick ein Abo abgeschlossen habt. Das muss nicht so sein, ist aber in vielen Fällen so. Und zwar von euch unbemerkt. Das soll nun nicht mehr so einfach gehen.

Stattdessen werdet ihr mit dem Redirect Verfahren als technische Lösung weg von der Seite des Drittanbieters zu einer Bezahlseite eures  Mobilfunkanbieters geleitet, wo ihr den Kauf bestätigen müsst. Ein unbedachter Klick reicht demnach also künftig nicht mehr, um euch das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Die Bundesnetzagentur lässt den Mobilfunk-Anbietern aber eine Alternative zum Redirect Verfahren – allerdings mit identischem Ziel: Ihr sollt besser geschützt werden.

Die Alternative für Mobilfunkanbieter

Die Provider können sich zum Teil aussuchen, ob sie das Redirect Verfahren anwenden wollen oder lieber die Alternative nutzen. Die sieht ein Kombinationsmodell vor, das verschiedene Schutzmaßnahmen verbindet. Unter anderem sieht es eine Art Geld-zurück-Garantie bei ungewollten Drittanbieter-Abrechnungen vor. Kosten in Höhe von maximal 50 Euro könnt ihr dann zurückbekommen.

Egal, wie die Provider euch künftig schützen, das Abonnieren von Diensten darf nicht mehr ohne Redirect erfolgen. Das bedeutet also: Wann immer ihr ein Abo mit dem Handy abschließt, müsst ihr den Kauf auf der Bezahlseite eures Mobilfunkanbieters bestätigen.

Eine Ausnahme stellen dabei nur vertrauenswürdige Drittanbieter dar, bei denen ihr euch per Login anmelden müsst. Dazu zählt beispielsweise der Erwerb von ÖPNV- oder Park-Tickets.

Grafisch dargestellter Mann mit langer Rechnung. Mit redirect wäre das nicht passiert. Bild: Pixabay

Mit einer Drittanbietersperre verhindert ihr, dass Dritte euch Kosten in Rechnung stellen können. Bild: Pixabay

Drittanbietersperre als Schutz vor Abzocke

Obwohl es schon lange einen sicheren Schutz vor Abofallen gibt, nämlich die Drittanbietersperre, fallen immer mehr Nutzer auf die teure Abzocke rein. Vielleicht liegt es daran, dass die Drittanbeitersperre nicht automatisch besteht, sondern die Nutzer für die Einrichtung selbst aktiv werden müssen. Offenbar unterbleibt das nur allzu oft.

Zuletzt hatten auch wir darüber berichtet, dass zehntausende Mobilfunkkunden erhöhte Abrechnungen erhalten haben. Die erhöhten Rechnungen kamen aufgrund nicht näher genannter Sonderdienste zustande, die die Nutzer nicht bestellt hatten.

Zukünftig gilt nun auch bei Einkäufen mit dem Handy, dass ihr nur das bezahlen müsst, was ihr wirklich bestellt habt. Nachlesen könnt ihr die Verfügung der Bundesnetzagentur im Amtsblatt 20/2019. Zusätzlich habe einige Anbieter bereits eine Mobilfunkgarantie unterzeichnet, die ebenfalls der Steigerung des Kundenschutzes dient. Welche das sind, erfahrt ihr auf der Seite der Bundesnetzagentur.

So wehrt ihr euch gegen Abzocke

Solltet ihr auf eurer Handyrechnung zu Unrecht gezahlte Beträge finden, könnt ihr mit dem Musterbrief der Verbraucherzentrale den Betrag von eurem Mobilfunkbetreiber zurückfordern. Wie sind eure Erfahrungen mit Handyrechnungen, Abofallen und eurem Mobilfunkanbieter? Musstet ihr schon einmal Geld zurückfordern? Und hattet ihr Erfolg? Oder habt ihr ein Abo abgeschlossen, ohne davon zu wissen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

Übrigens: Wir von PC-SPEZIALIST können euch für euren Desktop-Rechner, Laptop oder Windows-Tablet einen vollumfänglichen Schutz bieten. Unser Eins-für-Alles-Paket beinhaltet neben einem Virenschutz auch eine tägliche Systemprüfung, regelmäßige und vor allem automatisierte Updates sowie regelmäßige Backups, sprich Online-Sicherung.

Für euer Handy haben wir ein solches Paket noch nicht, aber zahlreiche Services, die euch interessieren könnten. Genannt seien Displayschutz und Displayreparatur oder Virenschutz und Komfort-Einrichtung. Informiert euch bei eurem PC-SPEZIALIST vor Ort, wenn ihr Hilfe beim Thema PC, Laptop oder Smartphone benötigt.

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