Starlink-Satelliten
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Janina Kröger, Do, 30. Apr. 2020
in Aktuelles

Starlink-Satelliten

Internet aus dem All sorgt für Schauspiel am Nachthimmel

Habt ihr schon die seltsame Lichterkette entdeckt, die neuerdings immer mal wieder am Nachthimmel zu sehen ist? Dabei handelt es sich nicht um eine Ufo-Invasion, sondern um die Starlink-Satelliten von Tesla-Chef Elon Musk. Sie sollen die Welt in Zukunft mit Internet versorgen. 

Was es mit dem Starlink-Projekt von SpaceX auf sich hat, lest ihr hier.

Starlink-Satelliten am Nachthimmel

Es ist schon ein sonderbares Schauspiel: Wie an einer Perlenkette aufgereiht, gleiten kleine Lichtpunkte über den Nachthimmel. Falls ihr diese seltsame Formation auch gesehen habt und direkt an eine Ufo-Invasion denken musstet, seid ihr nicht die Einzigen: An manchen Abenden sind laut der Deutschen Presseagentur (dpa) bei Cenap, dem Centralen Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene, bis zu 60 Anrufe eingegangen, die sich auf die ungewöhnlichen Sichtungen bezogen.

Die Antwort ist dann immer dieselbe: Nein, es handelt sich nicht um eine Ufo-Formation; es sind Satelliten aus dem Starlink-Projekt des Unternehmens SpaceX. Das hat Tesla-Chef Elon Musk im Jahr 2002 gegründet. Mit dem Projekt könnten bis zu 42.000 Starlink-Satelliten nach und nach ihren Weg in die Erdumlaufbahn finden. Natürlich nicht, um dort für ein nächtliches Schauspiel zu sorgen, sondern um die Welt mit Internet zu versorgen.

Internet aus dem Weltall? Wie soll das genau funktionieren? Werden auch wir in Deutschland darauf zurückgreifen? Das Starlink-Projekt weckt Fragen über Fragen.

Starlink-Satelliten: Was ist das genau?

Mit der ersten Mission im Mai 2019 brachte eine Falcon-9-Rakete 60 Starlink-Satelliten ins Weltall. Mittlerweile ist ihre Zahl auf 420 angewachsen (Stand: 23. April 2020). Nachdem die Satelliten in einer Höhe von etwa 300 Kilometern von der Rakete ausgesetzt werden, fliegen sie anfangs relativ eng beieinander und sind deshalb für das Auge sehr auffällig. Nach und nach entfernen sie sich voneinander sowie von der Erde, lösen dabei die strenge Kettenformation auf und erreichen mit der Zeit bei 550 Kilometern ihre Zielumlaufbahn.

Ziel ist, dass SpaceX mit den jeweils etwa 260 Kilogramm schweren Starlink-Satelliten zukünftig  Breitbandinternet zur Verfügung stellen kann. Grob gesagt, bilden die Satelliten ein immer größer werdendes Netzwerk, das durch Laserstrahlen die Satelliten untereinander verbindet.

Schon im Oktober 2019 hat Elon Musk einen Tweet über seine Starlink-Satelliten versendet. Mitte 2020 soll erstmals ein Breitband-Angebot bestehen, zuerst in den USA. Das berichtet SpaceNews. Vor allem ländliche Gebiete sowie Luft- und Schifffahrt könnten davon profitieren.

Zu sehen ist ein erster Tweet, den Elon Musk über die Starlink-Satelliten versendet hat. Bild: Screenshot Twitter

Elon Musk twittert eine erste Nachricht über die Starlink-Satelliten. Bild: Screenshot Twitter

Starlink-Internet auch in Deutschland?

Bis wir in Deutschland Internet aus dem Weltall nutzen werden können, wird es noch dauern. Um weltweit Breitbandinternet anbieten zu können, sind mindestens 1.500 Satelliten notwendig. Aber: Je mehr Satelliten in die Erdumlaufbahn gelangen, desto besser soll die Internetverbindung werden.

Von der zuständigen Behörde sind momentan bis zu 42.000 Satelliten genehmigt. 12.000 Satelliten sind auf jeden Fall vorgesehen. Ob die weiteren 30.000 Satelliten in voller Zahl ins All gebracht werden (müssen), ist derzeit noch ungewiss. Das werden die Erfahrungswerte zeigen müssen.

Wie ihr das Starlink-Internet buchen können werdet, ist aktuell auch noch nicht bekannt. Am liebsten würde SpaceX sein Satelliteninternet direkt vertreiben. Es könnte aber sein, dass das in Deutschland rechtlich nicht möglich sein wird. Dann müsste SpaceX mit den ansässigen Internetanbietern zusammenarbeiten. Was das Ganze kosten wird, steht ebenfalls noch in den Sternen. SpaceX ist übrigens nicht das einzige Unternehmen, das Internet aus dem Weltall bereitstellen möchte.

Kritik an Starlink-Satelliten

Allerdings erfreut sich nicht jeder am Himmelsschauspiel der Starlink-Satelliten: Astronomen kritisieren, dass es durch Projekte wie dieses bald mehr Satelliten als Sterne am Nachthimmel geben könnte. Tatsächlich lässt sich schon jetzt bei klarem Wetter ziemlich viel Bewegung am Himmel beobachten. Nicht nur die auffälligen Lichterketten, sondern auch vereinzelte Lichtpunkte bewegen sich dort in verschiedene Richtungen. Wie soll das erst bei 12.000 oder sogar 42.000 Satelliten werden?

SpaceX will sich das Projekt nicht kaputt machen lassen, reagiert aber immerhin auf die Bedenken: Ein Satellit wurde testweise mit einer speziellen schwarzen Beschichtung versehen, damit er das Licht der Sonne nicht mehr so stark reflektiert. Es könnte aber sein, dass durch die dunkle Farbe mehr Hitze auf der Satelliten-Oberfläche entsteht und die Funktion negativ beeinflusst.

Hilfreich wäre diese Art der Tarnung auf jeden Fall: Weil die Satelliten nah an der Erde sind, würde ihre Reflexion das Licht der Sterne immer mehr überdecken. Und das wäre nicht nur für die Astronomie schlecht.

Starlink-Satelliten: Fluch oder Segen?

Habt ihr die ungewöhnlichen Lichterketten am Nachthimmel auch schon beobachtet? Oder habt ihr verfolgt, wie einzelne Satelliten ihre Bahnen ziehen? Schreibt in unseren Kommentaren, was ihr von den Starlink-Satelliten haltet. Findet ihr das Schauspiel schön oder fühlt euch durch die Satelliten gestört? Über die Webseite findstarlink könnt ihr prüfen, wann die Starlink-Lichterketten in Deutschland zu sehen sind.

Wenn ihr hofft, dass euch die Satelliten schnelleres Internet bescheren, müsst ihr euch auf jeden Fall noch gedulden und mit dem bisherigen Breitbandangebot vorlieb nehmen. In unserem Blogbeitrag zum Breitband-Test lest ihr, welcher Anbieter euch bestmöglich versorgt. Glasfaser ist mittlerweile in einigen Gebieten verfügbar und sorgt für Internet mit Gigabit-Geschwindigkeit. In unserem Blog findet ihr auch eine Erklärung, was Glasfaser genau ist.

Damit aber zumindest das WLAN in euren vier Wänden optimal funktioniert, könnt ihr die Dienste von PC-SPEZIALIST vor Ort in Anspruch nehmen. Er kümmert sich um die WLAN-Einrichtung.

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