Satispay
Author
Susanna Hinrichsen-Deicke, Mo, 29. Jun. 2020
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Satispay

Wer ist der neue Konkurrent für Apple Pay und Google Pay?

Spätestens seit der Corona-Krise wird das kontaktlose Bezahlen beliebter denn je. Neu auf dem Markt: Satispay. Das Unternehmen hat eine App entwickelt, die Mobile Payments anders angeht und somit zum Konkurrenten für Apple Pay und Google Pay wird. 

Wie funktioniert Satispay? Wer steckt dahinter und ist es sicher? Alle Infos bei uns.

Misstrauen gegenüber Mobile Payments

Mobile Zahlungsformen wie Apple Pay oder Google Pay geraten immer wieder in Verruf. Dabei ist das Prinzip dahinter genial, denn unser Smartphone haben wir fast immer dabei.

Neben dem generellen Misstrauen, begründet durch gestohlene Nutzerdaten, Phishing und Banking-Trojaner, haben Apple Pay und Google Pay aber noch einen weiteren, entscheidenden Nachteil: Sie funktionieren nur in Kombination mit der Kreditkarte einer kooperierenden Bank. Ohne Kreditkarte läuft also nichts. Bis jetzt, denn das italienische Unternehmen Satispay zieht das Pferd „Mobile Payments“ anders auf.

Um Satispay zu nutzen, müsst ihr über 18 Jahre alt sein, ein Smartphone (Apple oder Android) und ein Girokonto haben. Zur Kontoerstellung benötigt ihr zusätzlich noch euren Ausweis. Mehr nicht. Und das soll sicher sein? Satispay sagt „ja“. Denn über eure IBAN werden keine vertraulichen Informationen von euch bereitgestellt. Außerdem hat Satispay die Zahlungsschritte im Vergleich zu traditionellen Zahlungsmethoden reduziert und gibt bei der Bezahlung keine vertraulichen Informationen weiter. Grund genug, sich Satispay einmal genau anzusehen.

Das Bild zeigt einen Grafik, die die Einfachheit der App Satispay verdeutlichen soll. Bild: Screenshot Satispay

Satispay will das Mobile Payment revolutionieren. Bild: Screenshot Satispay

Welche Funktionen hat Satispay?

Als privater Satispay-Nutzer habt ihr bei der Nutzung des neuen Bezahldienstes verschiedene Möglichkeiten, die unter anderem kostenlos sind:

  1. Bezahlung in Geschäften, die Satispay unterstützen: Als Konkurrent für Google Pay und Apple Pay sollt ihr natürlich auch in Geschäften bezahlen können. Da der neue Bezahldienst in Deutschland allerdings noch in den Kinderschuhen steckt, solltet ihr vorher unbedingt prüfen, ob euer ausgewähltes Geschäft teilnimmt.
  2. Geld an Freunde senden: Die euch von PayPal bereits bekannte Funktion gibt es auch beim neuen Bezahldienst. Ihr könnt so blitzschnell Geld an andere Nutzer senden.
  3. Sparfunktion nutzen: Mit der Satispay-App soll es euch leichter gemacht werden, Geld zurückzulegen. Dafür gibt es eine Sparfunktion, die ihr aktivieren und nach eurem Belieben konfigurieren könnt.
  4. Cashback-Funktion: Bezahlt ihr mit Satispay, gewähren euch einige Anbieter einen Cashback auf euren Einkauf. Wie hoch dieser Cashback ist, definieren die Geschäfts selbst. Habt ihr einen prozentualen Anteil gespart, wird er eurem Satispay-Guthaben hinzugefügt.

Die Funktionen des neuen Bezahldienstes sind durchdacht. Kommen wir nun zur Funktionsweise.

Das Bild zeigt eine Hand mit Bargeld. Bild: Unsplash/Christian Dubovan

Bargeld soll Geschichte sein. Bild: Unsplash/Christian Dubovan

Wie funktioniert Satispay?

Ähnlich wie ein Prepaid-Vertrag funktioniert auch das Satispay-Konto. Das bedeutet, dass ihr erst Geld auf euer Konto überweisen müsst, bevor ihr damit bezahlen könnt. Dieses Geld nennt Satispay übrigens Wochenbudget. Ihr entscheidet, wie hoch euer wöchentliches Budget sein soll.

Sendet oder erhaltet ihr Geld, verringert beziehungsweise erhöht sich euer wöchentliches Budget. In der Nacht von Sonntag auf Montag wird euer Budget angepasst, sodass ihr jede Woche aufs neue mit dem von euch festgelegten Budget startet. Im Normalfall sind das 100 Euro.

Ein kleines Rechenbeispiel demonstriert das Prinzip: Angenommen ihr möchtet jede Woche 100 Euro auf eurem Satispay-Konto zur Verfügung haben. Während der Woche gebt ihr nur 30 Euro für einen Haarschnitt aus. Am Ende der Woche habt ihr also noch 70 Euro auf eurem Satispay-Konto. In der Nacht von Sonntag auf Montag werden also nur 30 Euro von eurem Bankkonto abgebucht und eurem Satispay-Konto gutgeschrieben.

Mit Satispay im Geschäft bezahlen

Um zu verstehen, worin der Unterschied zwischen Satispay und anderen Mobile Payments liegt, solltet ihr verstehen, wie ihr in Geschäften bezahlt. Ihr bezahlt nämlich nur mit der App, in der die teilnehmenden Geschäfte aufgeführt sind.

Für den Bezahlvorgang wählt ihr in der App das Geschäft aus, wo ihr gerade einkauft. Dann gebt ihr den Betrag ein und sendet die Zahlung ab. Alternativ könnt ihr auch einfach einen QR-Code einscannen und den Betrag eingeben. Nun erhält der Händler eure Zahlungsaufforderung. Bestätigt er diese, wird die Zahlung abgeschlossen und von eurem Wochenbudget abgezogen. Wie auch bei Google Pay und Apple Pay wird in der App ausführlich dokumentiert, wo ihr mit der App welchen Betrag gezahlt habt.

Da die App aktuell noch nicht verbreitet ist, wird hier direkt ein Problem deutlich. In Deutschland nehmen bisher nur wenige Geschäfte teil. Es sollte daher in der nächsten Zeit zur Ausnahme gehören, dass ihr mit Satispay bezahlen könnt. In Italien erfreut sich das Prinzip allerdings schon großer Beliebtheit. Hier wurde es vor allem durch die Corona-Krise angefeuert.

Das Bild zeigt einen Screenshot der App Satispay. Bild: Screenshot Satispay

Bezahlen funktioniert nur mit der App. Bild: Screenshot Satispay

Geld zurücklegen

Vielleicht fällt es euch auch schwer, Geld an die Seite zu legen? Die neue App bietet den Nutzern eine Art digitale Spardose an. Die App kann in dem Fall automatisch Geld beiseite legen – je nach dem, welche Sparmethoden ihr nutzt. Zur Auswahl stehen Restgeld (hier wird immer auf den nächsten vollen Euro aufgerundet), Cashback (Rabatte bei bestimmten Händlern) und periodisches Sparen (ein automatisch beiseite gelegter Betrag).

Ihr könnt über eure Spardosen frei verfügen und auch mehrere Spardosen anlegen, zum Beispiel eine für die nächste Reise, eine für den nächsten Computer oder das neueste Smartphone und eine für den Notfallgroschen. Ganz wie ihr wollt. Und natürlich bleibt die Kontrolle über die Spardosen bei euch. In der App wird euch übersichtlich angezeigt, wie nah ihr eurem Sparziel schon gekommen seid.

Satispay-App – seid ihr dabei oder nicht?

Mobile Payment mit Google oder Apple Pay ist eine tolle Entwicklung, aber hat auch Schwächen. Satispay könnte sie umgehen, aber längst nicht so flexibel. Und PayPal bietet ähnliche Funktionen. Übrigens: In unserem Blog haben wir euch zum Thema PayPal einige interessante Themen aufbereitet, angefangen bei den PayPal-Kosten oder den PayPal-AGB. Außerdem solltet ihr unbedingt die beliebtesten Maschen Cyberkrimineller kennen, zum Beispiel den Dreiecksbetrug oder Sicherheitslücken in Google Pay.

Doch egal welche Mobile-Payment-Lösung ihr nutzen möchtet: Auch die Satispay-App funktioniert nicht ohne Smartphone. Und da kommt euer PC-SPEZIALIST vor Ort ins Spiel. Unsere Experten helfen euch dabei, die App zu installieren und sorgen dafür, dass ihr sie sicher benutzen könnt – zum Beispiel durch den passenden Virenschutz auf eurem Smartphone.

Was haltet ihr von dem neuen Bezahldienst? Würdet ihr ihn nutzen? Ein Problem könnte sein, dass es erst wenige kooperierende Geschäfte gibt. Und die Konkurrenz von PayPal und Co. ist riesig. Ob die Funktionen überzeugen? Sagt uns eure Meinung gern in den Kommentaren!

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