Vinted-Bezahlsystem
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Maren Keller, Di, 24. Mai. 2022
in Aktuelles

Vinted-Bezahlsystem

Auf Zalando-Masche folgt neuer E-Mail-Betrug

Wer kennt sie nicht, die Vinted-App? Sie ist nicht nur ein beliebtes Verkaufsportal, sondern auch für Betrüger lukrativ. Auf die so genannte Zalando-Masche folgt nun ein E-Mail-Betrug rund um das Vinted-Bezahlsystem.

Was Vinted ist, wie die Zalando-Masche aussieht und welche aktuelle Betrugsmasche auf Vinted beliebt ist, erfahren Sie hier.

Was ist Vinted?

Ursprünglich trug Vinted den Namen Kleiderkreisel, dann wurde es der Mamikreisel (oder umgekehrt) und es ging – wie der Name schon sagt – um Kleidung. Und zwar darum, gebraucht zu kaufen, zu verkaufen oder sogar zu verschenken. Und das geht mit Vinted und dem hinterlegten Vinted-Bezahlsystem ganz einfach.

Zunächst müssen Sie sich registrieren und einen Account anlegen, um auf der Plattform handeln zu können. Als Käufer besitzen Sie den Transaktionsschutz. Das bedeutet: Der Verkäufer erhält das Geld erst nach erfolgtem Versand. Natürlich müssen Sie nicht nur auf Grundlage der Bilder die Ware kaufen. Sie können mit dem Verkäufer in Kontakt treten und sogar den Preis verhandeln. Sie haben mehrere Zahlungsoptionen. So gibt es die Möglichkeit, mit Kreditkarte, per Sofortüberweisung und per PayPal zu bezahlen. Dank Käuferschutz zahlen Sie nicht direkt an den Verkäufer, sondern in den sogenannten Vinted-Geldbeutel. Erst wenn Sie den Erhalt der Ware bestätigt haben, bekommt der Verkäufer sein Geld und die Plattform behält eine Provision.

Wenn Sie selbst Ware verkaufen möchten, knipsen Sie ein Foto, dass Sie in die App laden, beschreiben den Artikel und bestimmen den Preis. Für den Verkäufer ist die ganze Sache komplett kostenlos. Der Käufer trägt allerdings die Versandkosten und die Vinted-Provision, die pauschal 0,70 Euro plus fünf Prozent des Artikelpreises beträgt.

Vinted-Bezahlsystem: Screenshot der Vinted-App aus dem Google Play Store. Bild: Screenshot Google Play Store

Die Vinted-App ist auch bei Betrügern beliebt. Bild: Screenshot Google Play Store

E-Mail-Betrug mit Vinted-Bezahlsystem

Das Vinted-Bezahlsystem funktioniert mittels Kreditkarte, Sofortüberweisung oder per PayPal-Zahlung – eine E-Mail wird im Regelfall nicht benötigt. Es sei denn, Sie nutzen PayPal und müssen sich dort erst mittels E-Mail anmelden.

Aber: Zurzeit versuchen Betrüger immer wieder, Ihnen per E-Mail-Nachricht Ihre E-Mail-Adresse aus den Rippen zu leiern. Das Ziel: Sie erhalten, nachdem Sie Ihre E-Mail-Adresse mitgeteilt haben, einen Link per E-Mail. Dieser Link – wie sollte es anders sein – ist ein mieser Phishing-Versuch und gefährlich für Ihre privaten Daten.

Klicken Sie den Link an, öffnet sich ein Formular, das Sie ausfüllen sollen. Geben Sie hier Ihre persönlichen Daten an, öffnen Sie den Cyberkriminellen Tür und Tor. Wichtig: Das Vinted-Bezahlsystem funktioniert ganz ohne E-Mail-Adresse. Wer via Vinted nach Ihrer Adresse fragt, hat nichts Gutes im Sinne.

Vinted-Bezahlsystem ohne E-Mail

Natürlich stammen diese E-Mails, auch wenn Sie Logo und Farbe von Vinted enthalten, nicht von Vinted selbst. Hier versuchen Betrüger, Sie auszunehmen. Ein weiterer Hinweis, dass es sich bei der E-Mail um keine offizielle Nachricht handelt, ist der Hinweis, der aufploppt, sobald Sie den Link anklicken. Dann nämlich werden Sie gewarnt, die Kommunikation nicht außerhalb der Plattform weiterzuführen.

Seien Sie sicher: Um das Vinted-Bezahlsystem zu nutzen, müssen Sie keine E-Mail-Adresse angeben. Tun Sie es dennoch, geben Sie Ihre persönlichen Daten in die Hände von Kriminellen, die dann beispielsweise in Ihrem Namen Käufe tätigen. Die Kosten tragen Sie allerdings.

Dieser fiese E-Mail-Betrug via Vinted-Bezahlsystem schreckt Sie nicht ab, die App einmal auszuprobieren? Sie können sich gut vorstellen, Ihre gebrauchte Ware bei Vinted zu verkaufen oder neue gebrauchte Sachen zu kaufen? Dann laden Sie sich die App im Google Play Store oder bei Apple herunterladen.

Vinted-Bezahlsystem: Zwei Frauen schauen auf die Vinted-App. Bild: Pexels/Cottonbro

Die Vinted-App ist beliebt, um gebrauchte Kleidung zu kaufen oder verkaufen. Bild: Pexels/Cottonbro

Tipps, um Vinted-Phishing zu erkennen

Betrüger versuchen auf vielfältige Weise, an Opfer zu gelangen. Nach wie vor ist und bleibt Phishing besonders beliebt. Phishing sowohl gegen Privatpersonen als auch gegen Unternehmen. Bleiben Sie wachsam und beachten Sie unsere Tipps. Folgendes sind Anzeichen, dass Betrüger am Werk sind:

  • Sie erhalten eine ungewöhnliche E-Mail in Ihrem Vinted- oder E-Mail-Postfach
  • Ihr Gegenüber gibt sich als Vinted-Mitarbeiter aus
  • Die Kommunikation leitet von Vinted weg
  • Über einen Link findet die Abfrage Ihrer sensiblen Daten statt
  • Fehlerhafte Rechtschreibung und Grammatik
  • Fehlender Hinweis in Ihrem Account
  • Die Linkadresse klingt irgendwie „seltsam
  • Ihr Antiviren-Programm schlägt Alarm

Damit Sie nicht auf betrügerische E-Mails hereinfallen, die im Namen von Vinted versendet werden, achten Sie auf die Absender-Adresse. Denn die offiziellen Vinted-E-Mail-Absenderadressen lauten: vinted@vinted.fr, no-reply@vinted.de, dpo@vinted.de und legal@vinted.de für offizielle und rechtliche Updates.

Mindestens genauso wichtig wie der E-Mail-Absender ist Ihr Antivirenprogramm. Sollten Sie kein aktuelles haben, kontaktieren Sie PC-SPEZIALIST vor Ort und lassen Sie sich entweder ein Antivirenprogramm für Privatanwender oder Unternehmen installieren. Alternativ schützt das Eins-für-Alles-Paket oder IT-Basisschutz.

Vinted-Betrug Zalando-Masche

Eine andere Vinted-Betrugsmasche bekam den Namen Zalando-Masche. Dieder Betrug funktioniert folgendermaßen: Sie sehen auf Vinted beispielsweise ein Paar Schuhe, das Sie dem Verkäufer zu einem Schnäppchenpreis abkaufen. Das Paket kommt zügig, allerdings nicht nur in einem offiziellen Zalando-Paket, sondern auch mit einer auf Ihren Namen ausgestellten Rechnung – zum Originalpreis, der deutlich über dem vereinbarten Preis liegt.

Was ist passiert? Der Verkäufer hat die Schuhe im Namen des Käufers bei Zalando bestellt und wollte zweimal abkassieren – einmal den Kaufpreis vom Käufer und einmal den Originalkaufpreis. Dafür hatte der Verkäufer bei Zalando einen Accopunt im Namen des Käufers erstellt – die nötigen Daten hat er über das Vinted-Bezahlsystemn, bzw. den Vinted-Käuferschutz bekommen.

Immerhin: Es ist möglich, die Ware kostenfrei an Zalando zurückzusenden. Wer sich an Vinted und die Polizei wendet, bekommt zudem auch sein Geld vom Verkäufer zurück. Dennoch ist es ärgerlich, wenn es soweit kommt, und bedeutet Aufwand. Deshalb unser Tipp: Bleiben Sie kritisch, wenn Angebote besonders günstig sind, obwohl sie noch neu sind.

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Verwendete Quellen: Vinted, Spiegel, Spam-Info

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