Spam-Mail blockieren

Tipps gegen lästige Spam-E-Mails

Geschrieben von Maren Keller am 2019/11/12

Immer wieder hört man von Datenlecks und Datenweitergabe an Unbefugte. Hacker kapern Konten und verkaufen E-Mail-Adressen im Darknet. Die Folge: Spam in Hülle und Fülle. Und das kann gefährlich sein. Aber wie können Sie eine unerwünschte Werbe-E-Mail, also eine Spam-Mail, blockieren?
Tagtäglich werden rund 300 Milliarden Spam-Nachrichten verschickt. Die Chance, selbst Opfer zu werden, ist demnach relativ groß. Wie Kaspersky für seinen Quartalsbericht herausgefunden hat, bekommen Deutsche die meisten Spam-Mails weltweit. Wie also davor schützen? Wir geben Tipps.

Was ist Spam überhaupt?

Als Spam oder Junk (engl. für Müll) werden unerwünschte Nachrichten bezeichnet, die dem Empfänger unverlangt zugestellt werden und häufig werbenden Inhalt enthalten. Da die Nachrichten üblicherweise auf elektronischem Weg, also per E-Mail, übertragen werden, handelt es sich um Spam-Mails. Dieser Vorgang wird Spamming oder Spammen genannt. Der Verursacher ist der Spammer.
Spam-Mails haben meistens einen kommerziellen Hintergrund, die Versender versuchen also, damit irgendwie an Geld zu kommen. Dabei werden verschiedene Typen von Spam-Mails unterschieden:
  • kommerzielle Spam-E-Mails
  • Kettenbriefe / Viruswarnungen / Falschmeldungen (Hoax)
  • durch Viren versandte E-Mails und
  • Phishing-Mails
Was Phishing ist, erfahren Sie in unserem Ratgeber Was ist Phishing? und über unterschiedlichste Spam-Varianten haben wir in unserem Blog berichtet.
Aber auch unerwünschte Werbung im Postkasten, an der Haustür oder Werbeanrufe kann man im weitesten Sinne als Spam bezeichnen.
Junge Frau sitzt erschrocken vorm Rechner und beißt auf ihren Bleistift. Ob sie keine Spam-Mail blockieren konnte? Foto: Pixabay
Spam-Mails können gefährlich sein. Foto: Pixabay

Was ist das Ziel von Spam?

Spammer verfolgen mit ihren Nachrichten natürlich ein oder mehrere Ziele. Möglicherweise versuchen die Absender, sich an ihren Opfern zu bereichern. Vielleicht führen Spam-Mails aber auch auf Phishing-Seiten, wo Ihre persönlichen Login-Daten zu Online-Banking oder Online-Shopping abgefangen werden.
Hier ist auch denkbar, dass die Kriminellen Passwörter, Kreditkartennummern, Kontodetails usw. ermitteln. Ein weiterer Punkt ist die Verbreitung von Schadcodes mittels Spam-Mail. Eventuell ist es „nur“ ein harmloser Virus, der sich einnistet und nervige Pop-Up-Werbefenster öffnet, es kann sich aber auch um Schadcodes handeln, die weitere Schädlinge nachladen. Hier ist äußerste Vorsicht geboten.

Spam- und Phishing-Report von Kaspersky

Regelmäßig erstellt Kaspersky einen Spam- und Phishingreport. Für das zweite Quartal 2019 stellen die Sicherheitsexperten fest, dass deutsche Nutzer die meiste gefährliche Post, unter anderem auch Spam, bekommen. Jede zehnte aller verschickten Spam-Mails landet in einem Postfach deutscher Nutzer. Gehören Sie auch zu den Empfängern der unliebsamen Post und fragen sich, wie Sie eine Spam-Mail blockieren können?
Übrigens: Laut Kaspersky bekommen Russen die zweithäufigste Menge an Spam-Mails vor den Vietnamesen. In den meisten Spam-Mails ist ein schädlicher Link enthalten, der Nutzer auf eine gefälschte Webseite führt, auf der er dann persönliche Informationen wie Zugangsdaten eingeben soll. Auch schädliche Anhänge wie Downloader werden in Spam-Mails versendet. Es handelt sich also nicht bloß um ungeliebte Werbung, sondern um richtig gefährliche E-Mails. Und ist Ihr Konto erst einmal zum Ziel der Spammer geworden, bekommen Sie mehrfach täglich gefährliche Spam-Mails. Dann stellt sich schnell die Frage: Wie kann ich die Spam-Mail blockieren?

Darstellung eines Briefkastens mit der Aufschrift No Spam. Wie kann man Spam-Mail blockieren? Foto: Pixabay
Niemand bekommt gern Spam-Mails. Wie können Sie Spam-Mail blockieren? Foto: Pixabay

Spam-Mail blockieren – woher hat der Absender die Adresse?

Und mit der Frage, wie man Spam-Mails blockieren kann, stellt sich häufig auch die Frage, woher der Absender überhaupt die E-Mail-Adresse hat. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.
  1. Tatsächlich ist es so, dass die Spammer viele E-Mail-Adressen schlicht und einfach erraten. Möglich ist das, weil es Adressen gibt, die bei nahezu jeder Domain vorhanden sind. Beispiele dafür sind postmaster@wunschname.de oder info@wunschname.de
  2. Es gibt kleine Programme (sogenannte Harvester), die Webseiten gezielt nach E-Mail-Adressen durchforsten, wie beispielsweise Gästebücher oder Impressums-Angaben.
  3. Klassische Gewinnspiele auf der Straße, im Einkaufszentrum, beim Stadtfest, in der Zeitung oder im Internet eignen sich ebenfalls bestens zum Sammeln von E-Mail-Adressen. Achten Sie daher stets auf das Kleingedruckte, wo steht, was mit den Daten geschieht.
  4. Möglicherweise wurde Ihre E-Mail-Adresse auch durch Hacker gestohlen und dann im Darknet weiterverkauft. Über verschiedene Datenlecks können Sie sich bei uns im Blog informieren.
  5. Nicht zuletzt gibt es sogenannte Adressen-Händler, die Adressdaten, zu denen auch E-Mail-Adressen gehören, rechtmäßig von Firmen abkaufen und zu Werbezwecken weiterverkaufen. 
Überlegen Sie sich stets, wo Sie Ihre persönlichen Daten eingeben. Verwenden Sie auf Online-Plattformen sichere Passwörter, damit Hacker es nicht zu leicht haben, und gehen Sie niemals leichtfertig mit persönlichen Informationen um. Damit wäre ein erster Schritt getan, um gar nicht erst unnötige Spam-Nachrichten zu erhalten.

Spam-Mail blockieren: Spam-Filter hilft

Die meisten E-Mail-Provider bieten mittlerweile Spam-Filter an. Mit ihnen lässt sich eine Spam-Mail blockieren – und zwar ganz einfach. Das passiert nämlich automatisch, sobald Sie den Spam-Filter aktiviert haben. Gehen Sie dafür in die E-Mail-Einstellungen. Künftig werden erkannte Spam-Mails dann entweder direkt gelöscht oder mit dem Zusatz (SPAM) versehen.
Viele Online-Anbieter, darunter auch Google, GMX, Outlook und Web.de, haben den Spam-Filter bereits standardmäßig aktiviert. Spam-Mails werden direkt in den entsprechenden Ordner verschoben.
Auch wenn Sie Ihren Computer mit Ihrem Smartphone und Ihrem Tablet synchronisiert haben und Ihre E-Mails auf allen Geräte empfangen können, müssen Sie sich um nichts kümmern, da die Ordner-Struktur 1:1 abgebildet wird. Sie möchten Ihre E-Mails gern auf allen Geräten lesen können? PC-SPEZIALIST vor Ort übernimmt die E-Mail-Synchronisation für Sie.

Papierkorb, in dem zig bunte Briefumschläge landen. Foto: Pixabay
Spam-Mails sind ungelesen im Papierkorb am besten aufgehoben. Foto: Pixabay

Spam-Mail blockieren mit kostenpflichtigen Programmen

Neben den integrierten Spam-Filtern gibt es auch kostenpflichtige Programme, die unnötige Spam-Mail blockieren. Zu nennen wären hier SuperSpamKiller und MailFreeWasher, die es bereits zum kleinen Preis gibt. Beide überwachen Ihre POP3- und IMAP-Postfächer und erkennen Spam bereits auf dem Server. Allerdings müssen Sie zunächst Spam in den Einstellungen konfigurieren.
Die kostenpflichtigen Programme arbeiten mit mehreren Listen. Zunächst gibt es die Blacklist mit bekannten Spam-Versendern und Spam-Adressen. Damit Nachrichten von Freunden und Bekannten nicht aus Versehen als Spam herausgefiltert werden, pflegen Sie eine Whitelist. Eine dritte Liste mit Filterregeln identifiziert verdächtige Wörter in E-Mails. Alle Spam-Mails löschen Sie per Mausklick auf dem Server, ehe Sie alle übrigen Nachrichten auf Ihren Rechner herunterladen. Benötigen Sie Hilfe bei der Software-Installation? PC-SPEZIALIST in Ihrer Nähe hilft.

Spam-Mail blockieren – Fehlermeldungen versenden lassen

Auf keinen Fall sollten Sie auf Spam-E-Mails antworten. Auch wenn die Möglichkeit besteht, den Versand durch Austragen aus der Empfängerliste zu unterbinden, sollten Sie das hier ignorieren. Denn damit zeigen Sie dem Spammer lediglich, dass die Adresse aktiv genutzt wird.
Außerdem werten Spammer aus, ob Sie als Empfänger der Nachricht das Foto in der E-Mail oder sogar einen Link angeklickt haben. Tun Sie beides auf keinen Fall, sondern löschen Sie unerwünschte E-Mails einfach. Ansonsten bekommen Sie noch mehr Spam-Mails gesendet. Auch den automatisierten Versand von Lesebestätigungen sollten Sie ausschalten.
Eine Möglichkeit, die Spammer eventuell auszubremsen, ist die Möglichkeit, Dienste wie re:scam zu nutzen. Wie Sie damit Versender von Junkmail austricksen, erfahren Sie bei uns im Blog. Programme wie Mailwasher und Spambully versenden dagegen Fehlermeldungen an den Absender, dass die E-Mail nicht zustellbar ist. Die Chance, dass ihre Adresse dann weniger Spam-Mails bekommt, ist da, eine Garantie gibt es aber nicht.

Screenshot einer Spam-Mail-Warnung von Google. Foto: Screenshot PC-SPEZIALIST
Bekommen Sie solche Spam-Warnungen von ihrem Provider, wissen Sie, dass Ihr Spam-Filter aktiv ist. Foto: Screenshot PC-SPEZIALIST

Unsere Tipps – kurz und knapp zusammengefasst

Was können Sie tun, um Spam zu vermeiden? Wie können Sie Spam-Mail blockieren? Wir fassen die wichtigsten Punkte noch einmal zusammen:
  • Beantworten Sie auf keinen Fall Spam-E-Mails.
  • Folgen Sie in Spam-Mails niemals der Aufforderung, Ihre E-Mail-Adresse von der Verteilerliste zu entfernen. Das gilt natürlich nicht für Newsletter, bei denen Sie sich aktiv angemeldet haben.
  • Verwenden Sie eine Alias-E-Mail-Adresse in Newsgroups, Gästebüchern und Foren, und hinterlassen Sie Ihre E-Mail-Adresse an so wenigen Stellen wie möglich.
  • Geben Sie Ihre private E-Mail-Adresse nur denjenigen Personen, mit denen Sie wirklich eine Kommunikation wünschen.
  • Klicken Sie in Spam-Mails nicht auf Links oder Bilder.
  • Öffnen Sie Dateien, deren Quelle für Sie nicht absolut vertrauenswürdig ist, auf keinen Fall.
  • Veröffentlichen Sie Ihre E-Mail-Adresse auf Ihrer eigenen Webseite als Bild, damit diese nicht automatisiert ausgelesen werden kann.
  • Fallen Sie nicht auf falsche Betreff-Zeilen herein und ignorieren Sie Hoaxes oder Phishing-E-Mails.
  • Bedenken Sie, dass E-Mail-Absender leicht gefälscht werden können. Seien Sie misstrauisch, wenn eine E-Mail-Nachricht untypisch für den Absender ist oder er Zahlungen und/oder persönliche Daten fordert.
Eines sollte klar sein: Spam-Mails kann man nicht vollständig unterbinden. Die Versender denken sich stets neue Tricks aus, gegen die man kaum ankommt. Umso wichtiger ist es, dass sie den richtigen Umgang mit Spam-Mails kennen. Sollten Sie doch einmal auf eine Spam-E-Mail hereinfallen und Ihr Computer in der Folge von einem Virus oder anderer Schadsoftware befallen sein, dann kommen Sie unbedingt zu PC-SPEZIALIST vor Ort. Wir testen mit unserem Sicherheits-Check, ob und wenn ja, welche Lücken Ihr System aufweist und helfen Ihnen mit unserer Virenentfernung, dass Sie den Eindringling vollständig wieder loswerden. Im Anschluss beraten unsere Service-Techniker Sie gern zu einer passenden Antivirensoftware.

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