Digitale Identität

Was ist digitale Identität und wie schützen Sie sie?

Geschrieben von Susanna Hinrichsen-Deicke

Wenn Sie online unterwegs sind, kommen Sie um eine eigene digitale Identität nicht herum. Denn genau damit identifizieren Sie sich bei nahezu allen Diensten, die online zur Verfügung gestellt werden. Dazu gehören zum Beispiel die Anmeldung in Ihrem Browser, in sozialen Medien, in Onlineshops oder einfach beim Abruf Ihrer E-Mails. Ohne digitale Identität geht es nicht. 

Das sollte ihnen aber auch zeigen, wie wichtig und schützenswert Ihre digitale Identität ist. Verschaffen sich nämlich Cyberkriminelle Zugang zu Ihren persönlichen Zugangsdaten, können Sie in Ihrem Namen schalten und walten. Lassen Sie daher beim Schutz Ihrer digitalen Identität äußerste Vorsicht walten. Wie das geht und welche Methoden Sie anwenden können, erfahren Sie bei uns.

Was ist die digitale Identität?

Ihre Identitätsmerkmale weisen Sie als Sie selbst aus. In der realen Welt sind das zum Beispiel körperliche Merkmale wie Ihr Gesichtsbild oder Ihr Fingerabdruck. Auch persönliche Merkmale fallen darunter, beispielsweise Name, Adresse und Geburtsdatum. Ein sogenanntes hoheitliches Dokument, beispielsweise Ihr Personalausweis, weist Ihre Identität nach und ist dann erforderlich, wenn Sie sich als sich selbst ausweisen wollen. In der virtuellen Welt ist es mittlerweile auch üblich und wichtig, seine Identität nachzuweisen. Dazu werden elektronische Daten genutzt, um eine physische Person in der digitalen Welt zu identifizieren. Was vielleicht kompliziert klingt, nutzen Sie wahrscheinlich mehrmals täglich in Ihrem Alltag. Denn egal ob Online-Banking, sozialen Medien oder E-Mail-Dienst: Bei all diesen Plattformen ist es erforderlich, dass Sie sich als die angegebene Person authentisieren und somit Ihre digitale Identität online nachweisen können.
Damit das funktioniert, werden Ihre Anmeldedaten in der Regel durch mehrere Merkmale miteinander kombiniert, um Sie eindeutig zu identifizieren.

Das Bild zeigt einen Fingerabdruck. Der allein reicht nicht aus, um die digitale Identität zu beweisen. Bild: Unsplash/George Prentzas
Mit einem Fingerabdruck lässt sich die Identität beweisen. Für den Beweis der digitalen Identität müssen mehrere Merkmale miteinander kombiniert werden. Bild: Unsplash/George Prentzas

Merkmale, die die digitale Identität belegen

Um Ihre digitale Identität beweisen zu können, eignen sich verschiedene Methoden. Etabliert hat sich in diesem Zusammenhang die Zwei-Faktor-Authentifizierung, zu der Sie in unserem separaten Ratgeber viel Wissenswertes erfahren können. Hinweis: Nicht jedes Anmeldeverfahren unterstützt jede Anmeldemethode. Die folgenden Attribute dienen dazu, die digitale Identität zu beweisen:
  • Biometrie: Biometrische Daten oder auch Attribute der Inhärenz haben sich als sichere Methode etabliert, digitale Identitäten zu erkennen. In den meisten Smartphones zum Beispiel findet sich mittlerweile ein Fingerabdrucksensor oder eine Gesichtserkennung.
  • Besitz: Als relativ unsicher gelten Besitz-Attribute, da sie schnell und ungewollt den Besitzer wechseln können. Dazu zählen Ausweise, Karten, Endgeräte oder Chips. Eine Ausnahme stellt der in Deutschland verfügbare Personalausweis dar, der eine Verknüpfung zwischen Ihrer realen und digitalen Identität herstellt. Wie das geht, lesen Sie in unserem Blogbeitrag Elektronischer Personalausweis. Vielleicht verwenden Sie auf Ihrem Smartphone auch eine Authenticator-App? Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber leider sind Authenticator-Apps mit Vorsicht zu genießen.
  • Wissen: Auch Wissens-Attribute wie Daten, Namen, Adressen, Kundennummern oder PINs können leicht weitergegeben werden und gelten als nicht sicher.
Sie sehen: Es ist nicht einfach, die richtige Anmeldemethode für die digitale Identität zu finden. Darum sollten Sie grundsätzlich Vorsicht walten lassen.

Das Bild zeigt eine Grafik des deutschen Personalausweis, der mit der eID-Funktion auch die digitale Identität nachweisen kann. Bild: Pixabay/janjf93
Der deutsche Personalausweis mit eID weist mittlerweile auch die digitale Identität nach. Bild: Pixabay/janjf93

Wo wird die digitale Identität verwendet?

Überall, wo Sie sich online anmelden müssen, wird Ihre digitale Identität verwendet. Das kann Ihr E-Mail-Postfach, Ihr Online-Banking-Account oder Ihr Konto bei einem Onlineshop sein. Mit jedem neuen Zugang haben Sie rein theoretisch eine weitere digitale Identität geschaffen. Das wiederum birgt ein großes Sicherheitsrisiko, denn durch die Vielzahl verschiedener kleiner und größerer Plattformen, auf denen sich Nutzer registrieren müssen, wächst auch die Gefahr eines Datenverlustes durch Cyber-Angriffe.
Jede digitale Identität, die Sie erschaffen, sollte also sicher sein, damit Sie nicht gefälscht, manipuliert oder gestohlen werden kann. Nehmen Sie sich bei der Auswahl der Passwörter am besten unseren Ratgeber Passwortsicherheit im Fokus zu Herzen.
Weitere Entwicklungen, die zwar komfortabel aber nicht nur positiv gesehen werden, sind universell einsetzbare digitale Identitäten. Technologiekonzerne wie Google, Amazon, Facebook oder Apple bieten die Möglichkeit, für die Registrierung auf einer neuen Plattform ein bereits bestehendes Konto zu wählen. Einerseits müssen Sie so kein neues Konto anlegen, andererseits verschaffen Sie den Großen auf dem Markt dadurch immer tiefere Einblicke in Ihre Nutzerdaten.

Missbrauch der digitalen Identität

Wo Nutzerdaten im Spiel sind, ist ein drohender Missbrauch meist nicht weit. Nicht umsonst gelten Nutzerdaten als „Gold des digitalen Zeitalters“. Sogenanntes Phishing ist daher eine beliebte Methode Cyberkrimineller, um Ihre Daten abzugreifen und dann Ihre digitale Identität für sich zu nutzen. In unserem Blog haben wir Sie schon häufig vor diesen Phishing-Attacken gewarnt und in unserem Ratgeber erfahren Sie, was Phishing genau ist.
Vor allem Unternehmen, bei denen Nutzer Online-Konten anlegen müssen, sollten daher handeln. Denn diese sind in der Verantwortung, einen hohen Wert auf Sicherheit und Datenschutz zu legen. Geschieht dies nicht, sind ein Identitätsdiebstahl und der unerlaubte Zugriff auf persönliche Daten nicht weit.

Das Bild zeigt einen Mann, der mit einer Maske seine Identität verheimlicht. Hat er sich Zugriff zu einer anderen digitalen Identität verschafft? Bild: Unsplash/Alex Iby
Nicht immer verbirgt sich die Person hinter einer digitalen Identität, die sie ausgibt zu sein. Geraten Nutzerdaten in die falschen Hände, könnten Hacker Ihre digitale Identität missbräuchlich nutzen. Bild: Unsplash/Alex Iby

Digitale Identität schützen

Grundsätzlich sollten Sie sich merken: Digitale Identitäten sind viel größeren Einfluss- und Manipulationsmöglichkeiten ausgesetzt als reale Identitäten. Fragen Sie sich daher bei jedem weiteren Online-Konto, ob Sie dieses auch wirklich benötigen und ob der Anbieter seriös aussieht. Haben Sie Zweifel, lassen Sie es besser. So reduzieren Sie die Chance, dass Hacker Ihre digitale Identität stehlen und Ihre Daten missbrauchen.
Schützen können Sie sich auch, indem Sie Passwörter wählen, die nicht leicht zu erraten sind. Außerdem sollten Sie ein Passwort niemals mehrmals verwenden, denn in dem Fall haben Cyberkriminelle leichtes Spiel, um auch auf Ihre anderen Nutzerkonten zuzugreifen. Übrigens: Ihr PC-SPEZIALIST vor Ort ist Ihnen gern bei der Auswahl und Einrichtung geeigneter Sicherheitsvorkehrungen behilflich. Das kann sowohl ein geeignetes Antivirenprogramm sein als auch die Einrichtung eines Passwort-Managers. Wenden Sie sich an PC-SPEZIALIST, wenn Sie Ihre digitale Identität schützen möchten.

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