Geld zurückfordern nach Internetbetrug

Was Sie nach einem Online-Betrug tun können

Geschrieben von Janina Kröger

Sie sind beim Online-Shopping übers Ohr gezogen worden? Egal ob Sie auf das verlockende Angebot eines Fake-Shops hereingefallen sind oder bei einem Kauf über ebay Kleinanzeigen die Zahlung getätigt, aber keine Ware erhalten haben – unter Umständen können Sie das Geld zurückfordern. Ob und welche Möglichkeiten es gibt, hängt vor allem von der Zahlungsmethode ab. In jedem Fall gilt: Sie sollten schnell sein.
Besonders bei großen Anbietern klappt es mit dem Online-Einkauf zwar meist reibungslos, es tummeln sich aber auch so manche Betrüger im Internet. Wir erklären, wie Sie sich nach einem Internetbetrug vielleicht das Geld zurückholen können.

Internetbetrug – und das Geld ist weg

Im PC-SPEZIALIST-Blog berichten wir immer wieder über neue Betrugsmaschen, mit denen Cyberkriminelle versuchen, ihren Opfern Geld aus der (virtuellen) Tasche zu ziehen. Der Kreativität der Betrüger scheinen dabei keine Grenzen gesetzt, immer wieder findet sich ein Opfer und die Kreativität zahlt sich aus. Viele unserer Leser berichten uns daher häufig von ihren Erfahrungen mit Betrug im Internet.
Da wäre zum Beispiel der eBay-Kleinanzeigen-Betrug. Ganz klassisch: Sie wollen ein iPhone, einen Laptop oder etwas anderes kaufen, finden bei ebay Kleinanzeigen ein tolles Angebot, kontaktieren den Verkäufer, einigen sich auf einen Kaufpreis und schicken ihm das Geld – auf die gekaufte Ware warten Sie dann aber vergeblich; oft ist der ebay-Account kurz darauf gelöscht.
Genauso gefährlich sind Fake-Shops, die entweder über eigene Webseiten Opfer anlocken oder überraschend günstige Angebote in einem Fake-Shop bei Amazon als Lockmittel einsetzen. Auch hier wird die Zahlung getätigt, die Ware kommt aber nie an. Das Klagelied endet immer mit demselben missklingenden Ton: Das Geld ist weg.

Ein Mann sitzt am Laptop, er hat eine Kreditkarte in der Hand. Er ist auf einen Internetbetrug hereingefallen und möchte das Geld zurückfordern. Bild: Unsplash/CardMapr
Sie sind auf einen Internetbetrug hereingefallen? Vielleicht können Sie das Geld zurückfordern. Bild: Unsplash/CardMapr

Geld zurückfordern nach Internetbetrug – so geht’s

Online-Shopping ist attraktiv. Die Auswahl ist groß, die Preise sind oft verlockend und noch dazu ist es bequem, viele Dinge einfach vom Sofa aus zu bestellen. Das Problem dabei ist, dass sich so manches schwarze Schaf hinter der Anonymität des Internets verstecken kann.
Besonders günstige Angebote sollten daher grundsätzlich Ihr Misstrauen wecken.
Dass bei ebay Kleinanzeigen jemand ein eigentlich teures Gerät günstig verkauft, weil er es beispielsweise durch eine Vertragsverlängerung bekommen hat, aber nicht braucht, ist noch relativ plausibel. Hinweise liefern hier die Zufriedenheitsbewertungen anderer Nutzer mit dem Käufer. Besonders günstige Angebote neuer Ware bei Online-Händlern sind dagegen verdächtig. In solchen Fällen sollten Sie bei der Suchmaschine Ihrer Wahl kurz prüfen, ob es Informationen zur Seriosität des Anbieters gibt.
Aber was ist, wenn Sie die Zahlung längst durchgeführt haben? Wenn Sie Glück haben, können Sie sich das übermittelte Geld zurückholen. Wie das funktioniert, hängt von der jeweiligen Zahlungsmethode ab – und davon, wie schnell Sie das Geld zurückzufordern.

Überweisung zurückholen

Sie haben die Zahlung per Überweisung vorgenommen und fragen sich: Kann man eine Überweisung rückgängig machen? Sollte Ihre Bank den Überweisungsauftrag bereits ausgeführt hat, stehen Ihre Karten schlecht. Falls Ihre Skepsis aber schon kurz nach dem Erteilen des Auftrags die Oberhand gewinnt, können Sie noch versuchen, bei Ihrer Bank anzurufen und die Überweisung zu stoppen.
Allerdings müssen Sie schnell sein: Die EU-Zahlungsdienstrichtlinie im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) legt nämlich fest, dass es nur einen Geschäftstag dauern darf, bis eine Überweisung auf dem Konto des Empfängers ankommt. Das Wochenende ist davon ausgenommen, sodass eine Überweisung vom späten Freitag erst am Montag ankommen kann. Die Richtlinie gilt durch die Bank – für alle Geldinstitute in Deutschland.
Dafür, wie Sie eine Überweisung zurückholen oder eine Überweisung stoppen können, hat dagegen jede Bank ihre eigenen Regeln. Informationen erteilen Volksbank, Sparkasse und Co. meist auf ihren Internetseiten. Am einfachsten ist aber, wenn Sie direkt die Hotline Ihrer Bank anrufen und sich informieren lassen.

SEPA-Lastschrift zurückbuchen

Bei einer SEPA-Lastschrift lässt sich das Geld fast am einfachsten zurückholen. Dabei handelt es sich in der Regel um regelmäßige Zahlungen, die nicht von Ihnen selbst ausgelöst werden, sondern von Ihrem Geldinstitut. Mit Blick auf das Thema Internetbetrug können solche Zahlungen zum Beispiel vorkommen, wenn Sie in eine Abofalle getappt sind.
Damit solche Abbuchungen erfolgen können, müssen Sie im Vorfeld ein SEPA-Lastschrift-Mandat erteilt haben. Gut zu wissen: Sie können unberechtigten Lastschriftzahlungen innerhalb einer Frist von acht Wochen widersprechen. Bei Betrugsfällen ist das sogar teilweise bis zu 13 Monate nachträglich möglich. Auch hierzu setzen Sie sich am besten direkt mit Ihrer Bank in Verbindung.

Eine Person hält mit beiden Händen Geldscheine in die Kamera. Sie konnte nach einem Internetbetrug erfolgreich das Geld zurückfordern. Bild: Unsplash/Christian Dubovan
Geld zurückfordern nach Internetbetrug? Wenn Sie Glück haben, ist das möglich. Bild: Unsplash/Christian Dubovan

Bezahlung per Kreditkarte rückgängig machen

Auch bei einer Zahlung per Kreditkarte haben Sie vielleicht Glück. Hier gibt es nämlich das Charge-Back-Verfahren. Wenn Sie per Visa und Mastercard bezahlt haben, die Ware aber nicht geliefert wird und es sich offensichtlich um Betrug handelt, können Sie dieses Verfahren innerhalb von 120 Tagen nach der Transaktion einleiten.
Dazu reklamieren Sie die Zahlung per Reklamationsformular bei Ihrer Bank und legen dem Formular die geforderten Nachweise bei. Ist der Antrag korrekt, schreibt Ihnen Ihre Bank den Betrag unter Vorbehalt wieder gut und leitet den Antrag an die Kreditkartengesellschaft weiter. Sie können allerdings noch nicht über das Geld verfügen, denn in einem recht komplizierten Vorgang, der über die Kreditkartengesellschaft und die Bank des Verkäufers/Händlers läuft, hat dieser die Möglichkeit, zu widersprechen und seinerseits Belege vorzubringen. Sind diese stichhaltig, ist das Geld wieder weg.
Bei American Express gibt es kein Charge-Back-Verfahren, Fehlbuchungen können Sie aber direkt bei American Express reklamieren und werden bei der Klärung unterstützt.

Geld bei PayPal zurückholen

Möglich ist es auch, Geld bei PayPal zurückzuholen – über den PayPal-Käuferschutz. Bis zu 180 Tage nach dem Kauf können Sie den Betrugsfall noch melden. Allerdings funktioniert das nur, wenn Sie bei der Zahlung nicht die Option „Freunde und Familie“ verwendet haben, denn dann erlischt der PayPal-Käuferschutz.
Um sich das Geld zurückzuholen, nutzen Sie am besten das Online-Serviceportal. Loggen Sie sich ein und wählen in Ihren Aktivitäten die betroffene Zahlung aus. In den Detailinformationen klicken oder tippen Sie auf den Button „Problem melden“ und können dann auswählen, um welche Art von Problem es sich handelt. Danach erhalten Sie eine Bestätigung über die Meldung des Konflikts und können mit dem Verkäufer kommunizieren.
Reagiert der nicht, müssen Sie die Problemmeldung innerhalb von 20 Tagen in einen Antrag auf Käuferschutz umwandeln. Das geht über die aktive Kommunikation mit dem Verkäufer. Es erscheint ein Formular, bei dem Sie unten den Punkt „PayPal zur Klärung“ anklicken. PayPal prüft dann den Fall und trifft eine Entscheidung – hoffentlich zu Ihren Gunsten.

Geld zurückfordern nach Geldtransfer

Sie haben eine Zahlung per Geldtransfer vorgenommen – zum Beispiel Western Union? Sofern das Geld noch nicht an den Betrüger ausgezahlt worden ist, lässt sich die Transaktion möglicherweise noch stornieren. Rufen Sie für die Betrugsmeldung entweder die Betrugshotline an oder nutzen das Online-Betrugsformular. Dadurch erstattet Ihnen der Geldtransferdienst das Geld, eingeschlossen der Transaktionsgebühren.
Aber auch, wenn das Geld bereits abgeholt ist, sollten Sie unbedingt eine offizielle Betrugsmeldung bei Western Union einreichen. Alle gemeldeten Fälle werden nämlich auf die Möglichkeit einer Rückerstattung geprüft. Western Union schreibt dazu: „Die Erkennung betrügerischer Transaktionen und ihre Stornierung im System hat bei uns oberste Priorität.“
Das Problem ist, dass sich der Empfänger das Geld jederzeit an einer Vielzahl von Standorten auszahlen lassen kann. Sie müssen also schnell sein, wenn Sie nach einem Geldtransfer das Geld zurückfordern möchten.

Zu sehen ist eine Hand, die vier Kreditkarten hält. Wenn Sie einem Online-Betrug auf den Leim gehen, können Sie eventuell das Geld zurückholen. Bild: Unsplash/Avery Evans
Auch wenn Sie online per Kreditkarte zahlen, können Sie unter Umständen das Geld zurückholen. Bild: Unsplash/Avery Evans

Geld zurückfordern und Online-Betrug anzeigen

Unabhängig von der Zahlungsweise und der Art der Betrugs gilt: Sie sollten den Online-Betrug unbedingt bei der Polizei anzeigen. In unserem Ratgeber Internetbetrug anzeigen erfahren Sie, wie Sie dabei im Einzelnen vorgehen.
Und auch als Verkäufer sollten Sie vorsichtig sein. Leser berichten uns von Betrugsfällen, bei denen das Geld zwar bei der Bank eingegangen ist, aber angeblich erst gutgeschrieben wird, wenn die Ware beim Käufer angekommen ist. Andere Kaufanfragen sollen über dubiose Speditionen abgewickelt werden. Und in wieder anderen Fällen werden Belege von Überweisungen gefälscht. Seien Sie daher auch als Verkäufer wachsam!
Davor, dass Cyberkriminelle durch Schadsoftware auf Ihrem Rechner Kreditkartendaten und Co. abgreifen und unbefugt nutzen können, schützt Sie der PC-SPEZIALIST in Ihrer Nähe, indem er auf Ihrem Rechner einen Virenschutz installiert. Oder Sie entscheiden sich direkt für das Eins-für-Alles-Paket. Darin ist die Installation eines Virenschutzes schon inbegriffen, zudem gibt eine Monitoring-Software unserem Profi ein Signal, sollte es irgendwelche Auffälligkeiten geben. Unser Fachmann erklärt Ihnen gern die Details.

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