Geschrieben von Maren Keller

Haben Sie auch manchmal das Gefühl, dass die Internet-Geschwindigkeit viel zu langsam ist? Zweifeln Sie, ob die vertraglich festgelegte Internet-Geschwindigkeit mit dem übereinstimmt, was bei Ihnen aus der Leitung kommt? Ruckelt das Internet, obwohl Sie einen Vertrag mit einem leistungsstarken Anschluss haben?
Wie kann man die Internet-Geschwindigkeit messen? Und ist ein solcher Speedtest wirklich aussagekräftig? Was sind die Unterschiede zwischen Upload- und Download-Werten? Bei uns erfahren Sie es.

Internet-Geschwindigkeit messen

Wenn Sie in einer Internet-Suchmaschine den Begriff „Internet-Geschwindigkeit“ (auch Internetgeschwindigkeit) oder „Internet-Geschwindigkeit messen“ eingeben, ist eines der ersten Ergebnisse ein sogenannter One-Click-Test. Das ist ein Online-Test, der mit nur einem Klick die Geschwindigkeit Ihres DSL-Anschlusses misst.
Aber solche Speedtests sind immer mit ein wenig Vorsicht zu genießen. Die Werte sollten Ihnen aber nur als Richtwerte dienen, denn ganz genau sind sie nicht. Und das hat Gründe:
  • Zumindest einige Online-Tests liefern gar nicht die Datenraten für schnelle DSL-Leitungen. Das bedeutet: Der Test ist schlichtweg zu lahm.
  • One-Click-Tests verführen dazu Den Test für die Internet-Geschwindigkeit nebenbei laufen zu lassen. Das Problem: Ignoriert wird dabei, dass eine langsame WLAN-Verbindung ebenso eine Bremse für den Speedtest darstellen kann wie auch andere laufende Prozesse auf dem PC.

Zwar erhalten Sie nach einem Online-Speedtest ein Ergebnis, das zeigt aber nur, wie schnell Ihr PC zum getesteten Zeitraum ist. Beispiele für Online-Tests sind Speedreport, Speedcheck und Speedtest.

Internet-Geschwindigkeit: Junge Frau mit Laptop, Kopfhörern und Schreibblock. Bild: Pexels/Karolina Grabowska
Wenn das Internet mal wieder langsam ist, ist es an der Zeit, einen Speedtest durchzuführen. Bild: Pexels/Karolina Grabowska

Internet-Geschwindigkeit messen: Fehlerquellen

Das Problem, dass bei Online-Speedtest besteht, ist folgendes: Speedtests testen nicht nur Ihre DSL-Verbindung. Stattdessen überprüfen sie beim Messen der Internet-Geschwindigkeit die komplette Kette der Verbindung.
Sie beginnt bei Ihrem PC, geht über den Router zur Vermittlungsstelle und von dort über diverse weitere Wege zum Server. Ist die Internet-Geschwindigkeit gering, kann das mehrere Ursachen haben: Es kann sowohl an der DSL-Leitung liegen, aber auch am ausliefernden Server, an einem überlasteten Router im Internet oder sogar an Ihren Netzwerkeinstellungen.Testen Sie kurze Zeit später erneut, kann das Ergebnis ein völlig anderes sein. Auch eingesetzte Betriebssysteme und Browser können einen Unterschied machen.
Ein weiteres Problem ist, dass das Messergebnis auch von Software zu Software unterschiedlich sein kann und die Ergebnisse verschieden sein können. Deshalb ist es wichtig, dass Sie das Ergebnis eines Speedtests nur als Momentaufnahme und Richtwert ansehen.

DSL-Speedtest korrekt nutzen – so geht’s

Das Computer-Magazin Chip hat mehrere DSL-Speedtest-Anbieter unter die Lupe genommen. Gute Ergebnisse erzielte die Software AVM Zack, Speedtest.net und der Breitbandtest der Bundesnetzagentur. Diese drei Anbieter sind schnell genug, um auch schnelle DSL-Leitungen auszureizen.
Wenn Sie mit einem der genannten oder einem anderen Anbieter Ihre Internet-Geschwindigkeit messen möchten, sollten Sie folgendes beachten:
  • Nutzen Sie für den Test eine LAN-Verbindung.
  • Trennen Sie für den Test alle anderen Geräte im heimischen Netzwerk vom Router.
  • Die Software für den Test muss aktuell und fehlerfrei sein.
  • Schließen Sie sämtliche Anwendungen – mit Ausnahme des Browser-Fensters mit dem DSL-Geschwindigkeitstest.

Wichtiger Hinweis: Auch Security-Suiten können die Internet-Geschwindigkeit bremsen. Klemmen Sie sie für den Test kurz ab, vergessen Sie aber nicht, Sie hinterher wieder zu aktivieren.

Internet-Geschwindigkeit: Drei Screenshots eines Speedtests zu einem Bild montiert. Screenshots/Montage: PC-SPEZIALIST
Wenn Sie einen Speedtest anwenden, um die Internet-Geschwindigkeit zu messen, wird sowohl die Upload als auch die Download-Geschwindigkeit ermittelt. Screenshots/Montage: PC-SPEZIALIST

Download-Geschwindigkeit – was bedeutet das?

Die meisten Verbraucher achten bei der Wahl des Internettarifs auf die Download-Geschwindigkeit. Denn: Sie ist unter anderem entscheidend für eine stabile Internetleitung, für das schnelle Laden von Internetseiten, die ruckelfreie Nutzung von Streamingdiensten und vielem mehr. Je höher die Download-Geschwindigkeit, desto besser.
Ist die Download-Geschwindigkeit zu niedrig, können Sie sie mit ein paar Tricks erhöhen. Router und WLAN-fähige Geräte sollten dafür optimal eingestellt sein. Wichtig ist auch der Ort, an dem, Sie den Router platzieren. Eine verwinkelte Ecke ist der falsche Platz für einen guten Empfang und auch Decken und Wände können den Empfang stören. Hier können Repeater helfen. Wenn Sie sich fragen, ob WLAN oder LAN die bessere Alternative für den Internetzugang ist, finden Sie die Antwort in unserem Blogbeitrag WLAN- oder LAN-Netzwerk.
Wenn Sie Ihre Internet-Geschwindigkeit gemessen haben und feststellen, dass Ihre Download-Geschwindigkeit regelmäßig deutlich geringer ist, als im Vertrag mit dem Provider angegeben, sollten Sie unbedingt Ihren Anbieter kontaktieren. Findet er keine Lösung, können Sie den Anbieter wechseln.

Internet-Geschwindigkeit beim Upload – wofür ist sie wichtig?

Doch mittlerweile gewinnt der Upload zunehmend an Bedeutung. Grund dafür liegt im vermehrten Home Office und Homeschooling während der Corona-Krise. Ob Videoanrufe oder virtuelle Konferenzen mit Laptop und Co., ob Hochladen von Fotos, der Datenaustausch mit der Cloud oder der Versand von E-Mails mit großen Anhängen – für all das benötigen Sie eine stabile Leitung mit einer guten Upload-Rate. Ist die zu niedrig, kann sich das Hochladen von Daten schon mal hinziehen und Videokonferenzen gibt es dann nur mit Ton- und Bildstörungen.
Je nach Internetnutzung ist der Bedarf an Uploads natürlich unterschiedlich. Sie sollte aber grundsätzlich mindestens 10 Mbit/s betragen. Wer mehrere Anwendungen gleichzeitig nutzt, hat besser einen Vertrag mit 50 Mbit/s. Bedenken Sie bei der Wahl des Tarifs unbedingt, dass es sich bei diesen Zahlen um Maximalgeschwindigkeiten handelt, die in der Realität aber meistens nicht ankommen.

Internet-Geschwindigkeit: Junge Frau am Laptop mit Kopfhörern in einer Videokonferenz. Bild: Pexels/Yan Krukov
Wer mobil arbeitet, ist auf gute Upload- und Download-Geschwindigkeiten angewiesen. Bild: Pexels/Yan Krukov

Internet-Geschwindigkeit bei mobiler Nutzung

Längst nicht jeder sitzt während der Arbeit mit LAN-Kabel an einem stationären Rechner oder mit stabiler WLAN-Verbindung im heimischen Wohnzimmer. Seit Workation zum Trend geworden ist, steigen die Ansprüche an die mobile Nutzung.
Mittlerweile ist LTE, also 4G, dabei Standard. Der Ausbau von 5G war zu Beginn in aller Munde und mittlerweile steckt bereits 6G in der Entwicklung. Dennoch: 4G ist aktuell Standard und bietet Upload-Raten von 50 bis 100 Mbit/s. Wer viel mobil arbeitet, sollte bei Vertragsabschluss auf einen schnellen Upload achten.
Und auch wer zu Hause an der Internet-Geschwindigkeit seines Routers verzweifelt, kann im Mobilfunk eine kurzfristige Alternative finden – allerdings nur, wenn die Qualität des Handyempfangs gut ist und das Datenvolumen im Tarif passt. Denn: Sobald die vertraglich festgelegten Daten verbraucht sind, drosseln die Anbieter die Geschwindigkeit.
Wenn Sie an Ihrem Router und der Internet-Geschwindigkeit verzweifeln, kommen Sie am besten zu PC-SPEZIALIST in Ihrer Nähe und lassen sich zur Router- und WLAN-Einrichtung beraten. Sie fragen sich, ob Ihre vorhandene FRITZ!Box korrekt angeschlossen und ideal konfiguriert ist? Unsere IT-Experten kümmern sich auch darum.
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Weiterführende Links: Chip, Tarif Testsieger, Verivox, Chip Praxistipps, Inside digital

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