Schmerzen im Daumen

Woher kommen Handydaumen, Mausarm und KoNaSchu?

Geschrieben von Maren Keller

Was früher der Tennisarm war, ist heute der Handydaumen. Die Schmerzen sind vergleichbar, die Ursachen ähnlich. Woher kommen die Schmerzen im Daumen und was hat das der Handynutzung zu tun? Und kann man den fiesen Schmerzen vorbeugen?
Wenn plötzlich beim Tippen auf dem Handy heftige Schmerzen durch den Daumen bis zum Handgelenk ziehen, dann möchte man das Gerät am liebsten fallenlassen – so stark sind die Schmerzen im Daumen. Der sogenannte Handydaumen hat Sie erwischt. Welche Handydaumen-Symptome es gibt, woher der Handydaumen überhaupt kommt und was man gegen die Schmerzen im Daumen tun kann, verraten wir Ihnen.

Früher Tennisarm – heute Maushand und Handydaumen

Die Ursache von Tennisarm, auch Golferellenbogen genannt, ist immer dieselbe: Schuld ist die einseitige Belastung bei der jeweiligen Tätigkeit. Die kann sowohl der Sport sein, aber die Schmerzen können auch bei handwerklichen Tätigkeiten und zunehmend auch beim Arbeiten mit Computer und Handy auftreten.
Typisches Zeichen sind stechende Schmerzen an einem Gelenk, die in den Arm oder die Hand ausstrahlen. Wurden Tennisarm und Golferellenbogen noch vor 25 Jahren belächelt, sind Maushand und KoNaSchu (für Kopf-, Nacken, Schulterschmerzen) heute weit verbreitet. Die Büroarbeit ist in vielen Fällen Schuld daran, dass Gelenke einseitig genutzt werden. Zudem kommt die Ergonomie am Arbeitsplatz oftmals zu kurz. Kein Wunder also, dass zwei Drittel aller Büroarbeiter über Bewegungsschmerzen am Bildschirm klagen.
Die neueste Entwicklung in Sachen Schmerzen durch moderne Technik ist der sogenannte Handydaumen. Vor allem junge Menschen, die viel und ständig am Handy tippen, leiden unter den beinahe unerträglichen Schmerzen im Daumen.

Schmerzen im Daumen: Junger Mensch tippt auf Handy herum. Bild: Unsplash/Clique Images
Wer viel am Handy tippt, kann unter starken Schmerzen im Daumen leiden. Bild: Unsplash/Clique Images

Schmerzen im Daumen – die Ursachen

Die Schmerzen im Daumen rühren oftmals daher, dass eine Überlastung stattfindet. Grund dafür ist, dass immer mehr Tätigkeiten mit dem Handy erledigt werden. Und zwar einhändig. Oftmals wird das Handy mit derselben Hand gehalten, mit der auch getippt wird. Der Daumen muss dann ziemlich viel leisten.
Ob E-Mail schreiben, bei WhatsApp tippen oder eine Banküberweisung am Handy veranlassen – der Daumen muss beim Dauertippen unnatürlich gehalten werden. Und auf Dauer führt diese Fehlbelastung zu den beschriebenen Schmerzen. Klingen die Schmerzen über Nacht nicht ab, ist ein Arztbesuch notwendig. Und der diagnostiziert dann oftmals eine Verschleißerscheinung, die sich bis zur Sehnenscheidenentzündung im langen Daumenbeuger verschlimmern kann.
Wer auch dann aufs Dauertippen am Smartphone nicht verzichten kann, wird die Folgen sehen können: Verdickungen von Sehnen und Nerven können zu anatomischen Veränderungen der Hand führen. Der Grund ist dafür ein ganz einfacher: Die Hand und speziell der Daumen ist evolutionär nicht auf das Smartphone-Zeitalter vorbereitet.

Die Aufgabe des Daumens

Auch wenn wir den Daumen vor allem am Smartphone ständig zum Tippen benutzen, hat er doch ursprünglich eine ganz andere Aufgabe. Und wenn wir nur die ausführen würden, hätten niemand Schmerzen im Daumen.
Der Daumen diente unseren Urahnen als Greifunterstützung. Was immer angefasst wurde, ob der Speer zum Erlegen eines Mammuts, Steine zum Bearbeiten oder auch Gegenstände, die getragen wurden – der Daumen sorgte dafür, dass alles sicher gefasst werden kann und nichts fallengelassen wird.
Hätte der frühe Mensch sich schon mit dem Smartphone beschäftigt, gäbe es heute die Daumenproblematik nicht. Und hätte der frühe Mensch schon Computer besessen, wäre auch der Mausarm, die Überlastung des Handgelenks durch zu langes Arbeiten mit nicht ergonomischen Mäusen, heute vermutlich unbekannt.
Greifen und Zupacken – das ist es, was der Daumen tun sollte. Pausenloses Tippen auf dem Smartphone führen durch die Abspreizbewegung zur Überstreckung, was wiederum zur Überlastung führt, da diese Bewegungen dem ergonomischen Prinzip der menschlichen Hand einfach widersprechen.

Schmerzen im Daumen: Frau tippt beidhändig auf Smartphone herum. Bild: Unsplash/Paul Hanaoka
Wer immer und pausenlos auf dem Handy tippt, kann schnell unter dem Handydaumen leiden. Bild: Unsplash/Paul Hanaoka

Schmerzen im Daumen – großes Display, großes Risiko

Dass nebenbei die Entwicklung hin zu immer größeren Displays geht, tut unseren Daumen ebenfalls nicht gut. Denn je größer das Display ist, desto mehr muss sich der Daumen strecken, um an die Tastatur zu gelangen. Der Weg wird also weiter, die Belastung nimmt zu.
Bis die Schmerzen im Daumen da sind, ist dann nur noch eine Frage der Zeit. Und ist der Handydaumen, auch WhatsAppitis oder WhatsApp Disease genannt, erst einmal da, hilft nur noch eins: schonen, schonen und nochmal schonen.
Und sobald die Schmerzen abklingen, heißt es dann: beidseitig tippen, um die einseitige Überlastung zu verhindern oder am besten, den Handykonsum verringern. Zudem kann die allseits bekannte Merkelraute helfen. Dabei werden nämlich die Daumen nach oben gestreckt, also gedehnt.

Den Schmerzen im Daumen vorbeugen

Sie selbst können einiges dafür tun, um den Schmerzen im Daumen vorzubeugen. Beachten Sie einfach folgende Regeln:
  • Schreiben Sie möglichst immer mit beiden Daumen, so werden Belastung und Überstreckung halbiert.
  • Legen Sie immer wieder kurze Pausen ein, wenn Sie lange oder viele Texte schreiben müssen.
  • Lockerungs- und Dehnungsübungen für Daumen (Merkelraute), Arm und Handgelenk entlasten die gereizten Gelenke.
  • Nutzen Sie die Möglichkeit, Sprachnachrichten zu verfassen oder telefonieren Sie doch mal wieder – dadurch können sie auf einen Teil des Tippens verzichten.
Erste Anzeichen für einen drohenden Handydaumen können Sie ganz einfach selbst feststellen: Legen Sie den Daumen in Ihre Faust und drehen Sie den Handrücken nach oben. Bewegen Sie nun die Hand vorsichtig nach außen, ohne dabei den Arm zu bewegen. Tut es weh? Dann ab und zum Arzt und vor allem: Handy weglegen!

Schmerzen im Daumen: junge Frau mit Zopf, Kaffee to go und Sonnenbrille telefoniert mit dem Smartphone. Bild: Pexels/Katie E
Telefonieren statt tippen – so entlasten Sie Ihre Daumen und verhindern Die WhatsAppitits. Bild: Pexels/Katie E

Handydaumen und die Folgen

Auch wenn der Name Handydaumen zunächst lustig klingt, so können die Schmerzen im Daumen sehr unangenehme Folgen haben. Denn erst wenn tagtägliche Aufgaben wie Zähneputzen, Besteck festhalten oder Hose zuknöpfen zur tränentreibenden Herausforderung wird, merkt man, wie wichtig der Daumen doch ist.
Weniger Zeit am Handy ist dann das Eine. Hilft das aber schon nicht mehr, dann können Tape-Verbände und absolute Ruhigstellung das Mittel der Wahl sein. Und natürlich eine Smartphone-Pause und Dehnungsübungen wie die Merkelraute. Leider ist der Handydaumen nicht das einzige Problem, das auf zu langem Smartphone-Genuss folgt. Auch Beschwerden, die Kopf, Nacken, Schulter und Augen betreffen, können nach zuviel Handy-Benutzung auftreten.
Neben den Schmerzen im Daumen durch zu viel Handy-Getippe gibt s noch weitere Zivilisationskrankheiten, die durch Computer und Co. verursacht werden. Neben dem Mausarm wird auch KoNaSchu immer geläufiger.

Zivilisationskrankheit KoNaSchu

Wer kennt das nicht? Nach einem langen Bürotag schmerzen Kopf, Nacken und Schultern. Die Zivilisationskrankheit, kurz KoNaSchu genannt, trifft laut Patientenbefragung vor allem Menschen, die überwiegend im Sitzen arbeiten und nicht zwischen Stuhl, Stehen und Gehen abwechseln können. Zudem haben diejenigen, die regelmäßig unter Kopfschmerzen leiden, eine höhere Wahrscheinlichkeit mindestens einmal im Jahr auch Nackenprobleme zu bekommen. Neben ergonomischer Büroausstattung, etwa der höhenverstellbare Schreibtisch und ein vernünftiger Schreibtisch helfen auch hier Bewegung und Dehnungs-, bzw. Lockerungsübungen. Mit ihnen lässt sich KoNaSchu vorbeugen und lindern. Folgende Übungen eignen sich:
  • Kopf zur Seite drehen und langsam, aber deutlich heben und senken. Erst rechts, dann links – jeweils zehn Wiederholungen.
  • Schultern hochziehen und absenken – insgesamt zehnmal.
  • Kopf im Wechsel zu beiden Seiten neigen. Das Ohr bewegt sich in Richtung Schulter, der Blick bleibt nach vorn gerichtet – zehnmal zu jeder Seite.
  • Mit langem Hals und gestrecktem Nacken den Kopf abwechselnd 10-mal nach rechts und nach links drehen.
  • Große Kreisbewegungen mit dem Kopf machen. Erst einige Male mit, dann gegen den Uhrzeigersinn.
Mit diesen einfachen Übungen können Sie in fünf Minuten am Tag Kopf, Schulter und Nacken entspannen und dehnen und so der Zivilisationskrankheit KoNaSchu vorbeugen. Nutzen Sie außerdem einen höhenverstellbaren Schreibtisch und achten Sie auf Ihre Körperhaltung.

Schmerzen im Daumen: Frau am Laptop mit Kopfschmerzen. Bild: Pexels/Marcus Aurelius
Nach einem langen Tag am Computer mit einseitiger Bewegung kündigt sich häufig KoNaSchu an. Bild: Pexels/Marcus Aurelius

Zivilisationskrankheit Mausarm

Der Mausarm (Fachbegriff: Repetitive Strain Injury, kurz: RSI-Syndrom) resultiert aus einseitigen, sich wiederholenden Bewegungen. Vor allem Bürokräfte, die immer und immer wieder dieselben Bewegungen mit Maus und Tastatur ausführen, sind gefährdet.
Kein Wunder also, dass zwei Drittel aller Büroarbeiter über Bewegungsschmerzen am Bildschirm klagen. Dabei können die Schmerzen soweit reichen, dass jeder Mausklick wehtut. Betroffen sein können neben dem Handgelenk und den Fingern auch der Ellenbogen, sowie Nacken und Schultern.
Um den Mausarm wirksam zu heilen, hilft eine Ruhigstellung des Unterarmes oder der Hand. Auch Wärme- und Kältebehandlungen, Krankengymnastik und Bewegungsschulung können helfen. Sinnvoll ist auf jeden Fall auch die Verwendung einer ergonomischen Maus und einer Handballenauflage für die Tastatur am Arbeitsplatz.
Sie wollen dem schmerzhaften Mausarm vorbeugen? Dann kommen Sie zu PC-SPEZIALIST in Ihrer Nähe und lassen Sie zu den Möglichkeiten einer ergonomischen Maus und Tastatur beraten.
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Weiterführende Links: PCWelt, Liebscher&Bracht, Helios-Gesundheit, doz-kovar, Sanofi, Gesundheitsinformation, MDR

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