Betrugsmasche Tinder-Match
Author
Maren Keller, Di, 26. Mai. 2020
in Smartphone & Tablet

Betrugsmasche Tinder-Match

Kriminelle wollen euch auf Dating-Plattform ans Geld

„Swipen. Matchen. Chatten.“ – so lautet das Motto von Tinder. Wer einen kurzen Flirt oder die Liebe fürs Leben sucht, kann fündig werden, wenn es ein Tinder-Match gibt. Doch was ist, wenn Kriminelle auf Dating-Plattformen ihr Unwesen treiben?

Aktuell versuchen Internet-Betrüger, liebeshungrigen Tinder-Nutzern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Wie? Das erfahrt ihr hier.

Tinder-Match – wie funktioniert das?

Die Tinder-App will euch das Kennenlernen von Personen erleichtern, die sich in eurer Nähe befinden. Ein guter Gedanken. Wenn aus dem ersten Kennenlernen mehr werden soll, macht es keinen Sinn, wenn eurer Tinder-Match 500 Kilometer entfernt wohnt.

Aber wie funktioniert so ein Match? Wenn ihr die Tinder-App nutzt, dann könnt ihr euch durch die Profilbilder anderer User wischen, die sich in eurer näheren Umgebung befinden. Wischt ihr das Bild, das ihr seht, nach rechts, gefällt euch, was ihr seht und ihr könntet euch ein Kennenlernen vorstellen. Wischt ihr nach links, wollt ihr denjenigen nicht kennenlernen. Sobald zwei Nutzer ihre Bilder gegenseitig nach rechts wischen, könnt ihr mit der Person über einen Chat kommunizieren. Weitere Infos über Tinder findet ihr auf Wikipedia.

Tinder gibt es seit 2012, seit Januar 2020 ist eine weitere Sicherheitsfunktion hinzugekommen: die Authentifizierung von Nutzern durch in Echtzeit aufgenommen Selfies. Stimmt das Selfie mit den Angaben überein, gilt derjeniger als „echter Nutzer“.

Zwei Handys mit Herz im Display_Tinder-Match. Bild: Pixabay

Wenn die Herzen dank Tinder-Match höher schlagen, kann ein Betrug vorliegen. Bild: Pixabay

Betrugsmasche mit Verifizierung

Genau mit dieser Verifizierung, die die App eigentlich sicherer machen, versuchen nun Betrüger, sich zu bereichern. Sie versuchen, mit euren Gefühlen Geld zu verdienen. Wie gehen die Betrüger vor? Die Betrugsmasche läuft so ab, dass Fake-Profile vorgeben, dass sie sich sicherer fühlen, wenn sich das Tinder-Match verifizieren lässt. Für die Verifizierung erhaltet ihr einen Link. Aber Vorsicht. Der Link führt euch einfach nur in eine teure Abofalle.

Dabei scheint der Flirt über Tinder zunächst völlig harmlos. Auf das erste Tinder-Kennenlernen folgen E-Mails und WhatsApp-Nachrichten, bis letztlich ein Treffen vereinbart wird. Doch bevor es zu diesem Treffen kommt, soll die Verifizierung stattfinden. Der Grund dafür: schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit.

Stoßt ihr also bei euren Tinder-Aktivitäten auf jemanden, der die Verifizierung wünscht und euch einen Link mit einem Code sendet, dann geht besser nicht darauf ein.

Tinder-Match verifizieren – was passiert?

Folgt ihr der Aufforderung der Verifizierung kann es sein, dass ihr eine Chat-Namen, eure E-Mail-Adresse und ein Passwort vergeben müsst. Zusätzlich werden dann auch noch Kreditkartendaten gefordert. Hier wird allerdings direkt betont, dass es sich um eine Gratis-Mitgliedschaft handelt. Spätestens an diesem Punkt solltet ihr hellhörig werden. Was haben eure Kreditkartendaten mit der Verifizierung zu tun? Wozu ist die Angabe nötig?

Füllt ihr alle Felder, schwer verliebt und leichtgläubig wie ihr seid, aus, ohne die versteckten Kostenhinweise zu lesen, tappt ihr in die Falle: Dank automatischer Verlängerung werden euch monatlich zwischen 37 und 50 Euro abgebucht. Welche verschiedenen Abofallen es noch so gibt, erfahrt ihr bei uns im Blog. Wichtig ist in jedem Fall, das Abo schnellstens zu kündigen, damit nicht noch weitere Beträge abgebucht werden.

Grafische Darstellung einer Frau mit Kreditkarte am Rechner und einer Hand, die aus dem Monitor greift_Tinder-Match. Bild: Pixabay

Bei mitgeschickten Links droht die Gefahr, dass ihr in eine Abofalle tappt. Bild: Pixabay

Tinder-Verifizierung bestätigt echte Nutzer

Da Tinder eine eigene Verifizierung anbietet, ist es überhaupt nicht nötig, sich extern zu verifizieren. Sollte der Wunsch nach Verifizierung bestehen, verweist auf die Tinder-Verifizierung und lehnt eine Echtheitsprüfung über einen externen Anbieter ab.

Fake-Profile könnt ihr natürlich auch bei Tinder entlarven. Folgende Alarmsignale gibt es:

  • Euer Tinder-Match antwortet euch immer auf der Stelle, ist also ständig online.
  • Befinden sich im Beschreibungstext des Profils Sonderzeichen, ist das ein Hinweis auf einen Bot.
  • Das Profil zeigt lediglich ein einziges Bild oder Fotos von verschiedenen Leuten.
  • Will euer Gegenüber schnell auf WhatsApp, E-Mail oder andere externe Kanäle wechseln, kann das ein Alarmsignal sein
  • Mitgeschickten Links, bei denen es um persönliche Daten geht, solltet ihr misstrauen und den Kontakt am besten sofort abbrechen, sowie das Profil melden.

Über die Gefahren der Online-Liebe haben wir schon mehrfach berichtet. Sei es das Romance Scamming oder das Dating-Portal michverlieben – Vorsicht ist geboten. Auch über die Datensicherheit der Datings-App und wie ihr die wahre Liebe online findet, erfahrt ihr bei uns.

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