Google Suche bald mit Kauf-Button
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Lena Kunikowski, Mo, 18. Mai. 2015
in Aktuelles

Google Suche bald mit Kauf-Button

Shoppen über die Trefferliste

Gerüchte gab es schon letztes Jahr, nun wird es offiziell: Google macht den Shopping-Riesen Amazon und eBay Konkurrenz. Schon bald sollen Kauf-Buttons in die Suchergebnisliste integriert werden, die einen Besuch der Online-Händlerseiten überflüssig machen.

Wer sich seiner Sache sicher ist, kann die Ergebnisliste seiner Google Suche direkt für den Kauf des gesuchten Produkts nutzen. Google plant angeblich, diese Shop-Elemente zunächst nur für Produktsuchen per Smartphone oder Tablet zu aktivieren. Eine überschaubare Riege teilnehmender Händler soll schon gefunden sein.

Die entsprechenden Buttons für den Direkt-Kauf über die Suchmaschine sollen dann direkt neben den gesponsorten Ergebnissen bzw. Anzeigen zu finden sein. Per Klick wird der Nutzer auf eine weitere Google Seite umgeleitet, die auf den jeweiligen Händler und Artikel durch Logos und Bilder entsprechend gebrandet ist. Für die Ergebnisse der organischen Google Suche steht der Kauf-Button hingegen nicht zur Verfügung. Und auch wer einen Werbeblocker benutzt, sieht weder die Anzeigen noch die Buttons. Das alles berichtet aktuell das Wallstreet Journal.

Google wird zum Online-Shop

neue Kauf-Button in Google Suchergebnissen

Bald mehr als nur die beliebteste Suchmaschine der Welt: Google wird zum Internetshop

Jahrelang stand Google mehr oder weniger ausschließlich für die Verteilung von Informationen aus dem gesamten Web an die suchenden Nutzer. Mit der Idee des neuen Buttons springt Google nun erstmalig auf den Zug „Online-Marktplatz“ auf und macht damit etablierten Händlern und Verkaufssystemen ernsthaft Konkurrenz. Denn die meisten Nutzer rufen immer noch als erstes die berühmte Suchmaschine auf, auch wenn ihnen eigentlich klar ist, dass sie den gewünschten Artikel gleich direkt über Amazon und Co. suchen könnten. Google selbst ist nach Klick auf den neuen Knopf für die Abwicklung des Kaufs verantwortlich. Meint: Das Geld wird zunächst an Google überwiesen und vom Internet-Riesen dann an den Verkäufer weitergeleitet. Lieferung und Verkauf liegen aber wieder beim jeweiligen Händler. Diese teilnehmenden Händler sollen Angaben zufolge nur für die Anzeigenklicks bezahlen (wie sie es vom Google AdWords-System gewohnt sind) und müssen keinen Kommissionsvertrag abschließen oder anderweitige Gebühren abführen. Und genau das ist der feine Unterschied zu Amazon oder eBay und macht Googles neues Angebot damit besonders attraktiv für die Händler.

Bezahlinformationen werden bei Google hinterlegt

Da Google für die Kaufabwicklung verantwortlich ist, werden natürlich dort auch die Bezahlinformationen wie Konto- und Kreditkartendaten gespeichert. Diese sollen so hinterlegt werden, dass sie bei weiteren Käufen automatisch eingesetzt werden und nicht jedesmal manuell wieder eingetippt werden müssen. Außerdem gewinnt Google interessante Informationen darüber, wie ein Kauf zustande kam. Für die Händler bedeutet das erst einmal Kontrollverlust und Wissenslücke. Angeblich hat Google aber zugesichert, eben diese interessanten Nutzerdaten an die entsprechenden Händler weiterzugeben, sofern die Nutzer der Weitergabe ihrer Daten aktiv zugestimmt hätten. Übrigens: Klickt hier, wenn ihr wissen möchtet, welche Informationen Google über euch bereits gesammelt hat und wie der Suchmaschinen-Riese euer individuelles Profil einschätzt.

Was haltet ihr von der Möglichkeit, Produkte und Artikel direkt über die Google Suchergebnisliste zu kaufen und Amazon oder eBay dafür links liegen zu lassen? Schreibt es in die Kommentare!

2 Kommentare

  1. Tim sagt:

    Das glaube ich erst wenn ich es sehe und inwiefern das eine Konkurrenz zu Amazon darstellen soll ist mir auch nicht so ganz klar. Amazon bucht für so ziemlich jedes kaufbares Produkt AdWords und gehört damit wohl eher zu den Leuten die über den Direktkauf-Button profitieren?!

    1. PC-SPEZIALIST Team sagt:

      Hallo Tim!

      Amazon selbst ist ja quasi nur die Vermarktungsplattform (und nicht direkter Hersteller oder Anbieter) und kassiert von den eigentlichen Händlern bzw. Anbietern Geld dafür, dass die ihre Produkte über die Plattform vertreiben können. Google wird den Händlern in Zukunft ebenfalls anbieten, als „Zwischenhändler“ die Artikel direkt über die Suchtrefferliste zu verkaufen. Dort zahlen die Händler aber nur die ganz normalen AdWords-Klickkosten und keine weitere Gebühr an Google. Auch wird nichts über Kommission laufen. Amazon und Google fungieren also beide als eine Art Marktplatz. Die Konkurrenzsituation entsteht dadurch, dass die eigentlichen Anbieter und Hersteller der Produkte beim Marktplatz Google weniger zahlen als beim Marktplatz Amazon. Und im Zweifel dort sogar mehr Menschen erreichen.

      Viele Grüße
      Dein PC-SPEZIALIST Team

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