Inhalt löschen statt Email zurückholen
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Lena Kunikowski, Fr, 28. Aug. 2015
in Tipps

Inhalt löschen statt Email zurückholen

Dmail & Cryptext

In einigen wenigen Fällen kann man eine E-Mail zurückholen nachdem man sie versendet hat, oft ist es dafür aber zu spät. Die Tools Dmail und Cryptext arbeiten anders: Mit ihnen lässt sich jetzt eine versehentlich an den falschen Empfänger verschickte Email nach dem Versenden zerstören und der Inhalt löschen. 

Dmail und Cryptext machen einfach den gesamten Inhalt der Email komplett unleserlich – ideal, wenn man den falschen Email Empfänger ausgewählt hat. Damit spart man sich vor allem die lästige Suche nach einer effektiven Lösung, wie man eine Email zurückholen kann. Denn das klappt sowieso meistens nicht und der Empfänger bekommt wenn eine Info darüber, dass die Email zurückgerufen wurde.

Dmail zerstört den Inhalt von Emails

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Dmail kann zwar nicht eure Email zurückholen, aber dafür gänzlich unleserlich machen

Wahrscheinlich ist es jedem irgendwann schon einmal passiert: Einmal kurz nicht aufgepasst, früh morgens Probleme mit der eigenen Koordination gehabt und zack – eine Email mit brisantem Inhalt an den falschen Empfänger geschickt. Im schlimmsten Fall war es dann natürlich auch noch der Chef. Bei einigen Email Anbietern hat man nach dem Versenden noch ein winzig kleines Zeitfenster, in dem man die Email zurückholen kann. Meistens ist es dafür aber schon zu spät. Genau dafür gibt es Tools wie Dmail. Sie sorgen auch nach dem Versenden dafür, dass die Email nicht mehr lesbar ist. Dmail arbeitet dafür mit einer 256-Bit Verschlüsselung, ist momentan nur als Plugin für Gmail erhältlich und kann in der Beta-Version derzeit kostenlos heruntergeladen werden. In Zukunft ist laut Anbieter aber auch eine Bezahlversion für Privatpersonen oder Unternehmen geplant, die dann sicherlich auch individueller einsetzbar ist und nicht nur für Gmail funktioniert. So lässt sich auch mit Dmail zwar keine Email zurückholen, aber zumindest das in den Brunnen gefallene Kind rechtzeitig bergen.

Nicht die Email zurückholen, sondern nachträglich unleserlich machen

Hinter Dmail stecken die Entwickler von „Delicious“, einem Bookmarketingdienst. Mit dem Tool haben die Nutzer auch die Möglichkeit, die Selbstzerstörung einer Email zu timen. Emails mit einem brisanten Inhalt oder sensiblen Daten wie Passwörtern und Zugangsdaten können so automatisch nach einer festgelegten Zeit zerstört werden. Der Kern von Dmail ist aber, dass sich die Zerstörung auch direkt nach dem Versenden einleiten lässt. Der Nutzer geht einfach in seinen Gesendet-Ordner und kann dort die Option „Revoke Email“ auswählen. Daraufhin werden alle Zeichen in der Email komplett überschrieben und durch eine wilde und sinnfreie Kombination aus Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen ersetzt. Der Empfänger hat die Email nach wie vor in seinem Postfach und kann sie auch öffnen, dafür lässt sich mit dem Inhalt dann aber gar nichts mehr anfangen. Als Versender kann man dann natürlich immer noch erzählen, man hätte sich einen Virus eingefangen und so den kryptischen Inhalt der Email zu erklären. Diese Vorgehensweise ist unserer Meinung nach wesentlich effektiver, als die ewige Suche nach einer „Email zurückholen“ Software.

email zurückholen

Cryptext zeigt euch z. B. in WhatsApp an, dass einer eurer Kontakte einen Screenshots des Chats angefertigt hat

Cryptext: Emails verschlüsseln oder Inhalt unlesbar machen

Das Tool Cryptext kann Emails zusätzlich auch verschlüsseln (ohne sie zu zerstören), sodass sich der Empfänger erst mit Zugangsdaten verifizieren muss, um den Inhalt lesen zu können. Aber auch der Zerstörungsmechanismus funktioniert und macht den ursprünglichen Inhalt für den Empfänger nicht mehr auffindbar. Cryptext arbeitet jedoch ein bisschen anders als Dmail. Statt die eigentlichen Wörter einfach wild zu überschreiben, sieht der Empfänger einer durch Cryptext zerstörten Email nur eine Werbeanzeige. Aber Achtung: Um diese Funktion nutzen zu können, muss VOR dem Versand der Email ein Häkchen gesetzt werden und genau da liegt eventuell der Hase im Pfeffer. Technisch funktioniert das Ganze dann folgendermaßen: Der Inhalt der Email wird durch das Tool in ein Bild umgewandelt, aber nicht mitgeschickt, sondern von den Cryptext Servern gezogen. Will der Absender jetzt die Email nach dem Versenden zerstören, löscht Cryptext einfach das Bild und ruckzuck ist vom geschriebenen Wort nichts mehr zu sehen. Die Umwandlung von Text in Bild bedeutet aber auch, dass zum Beispiel Blinde oder Sehbehinderte, die sich ihre Emails vorlesen lassen, aufgeschmissen sind. Cryptext ist ebenfalls kostenlos und kann neben Gmail auch als Plugin in Outlook installiert werden. Zusätzlich gibt es noch ein nettes Feature: In der Smartphone Version zeigt Cryptext euch an, wenn jemand einen Screenshot von eurem Chat gemacht hat. Das dürfte zu spannenden Diskussionen zwischen Männlein und Weiblein führen.

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