Anonym surfen
Author
Lena Kunikowski, Mo, 26. Okt. 2015
in Web

Anonym surfen

Im Netz unerkannt bleiben

Wer wirklich anonym surfen will, muss mehr tun als nur den „Privat Modus“ in seinem Browser zu aktivieren. Wir zeigen euch, mit welchen Programmen ihr im Netz wirklich unerkannt bleibt und Datensammlern Paroli bietet.

So gut wie alle Seiten speichern Informationen über euch, sobald ihr sie besucht und „lernen“ mit der Zeit immer mehr über eure Vorlieben und Interessen. Besonders aus Online-Shops kennt man es: Hier werden euch bei jedem Besuch Produkte empfohlen, die euch „auch gefallen könnten“.

Anonym surfen gegen Retargeting

Eine besonders lästige Konsequenz der Datensammelwut von Webdiensten ist das so genannte Retargeting. Beispiel: Ihr sucht in einem Online Shop nach einer ganz bestimmten Kaffeemaschine, kauft sie dann aber doch nicht. In den nächsten Tagen oder Wochen werde ihr dafür feststellen, dass euch auf allen möglichen Webseiten oder auch in sozialen Netzwerken wie Facebook ständig Anzeigen mit eben dieser Kaffeemaschine in die Augen springen. Ihr werdet quasi von diesen Werbeanzeigen „verfolgt“ – im Fachjargon Retargeting genannt. Verantwortlich dafür sind auf technischer Ebene eure Cookies. Während eures ersten Besuchs im Online Shop ruft ihr automatisch ein durch den Betreiber gesetztes Retargeting-Pixel ab. Dieses setzt nun in euren Browser-Einstellungen einen Cookie, der alle Informationen zu eurem Besuch enthält u. a. auch, nach welchen Artikeln und Produkten ihr gesucht habt.

IP Adresse unsichtbar machen

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Wer anonym surfen will, muss einiges dafür tun.

Neben Cookies, die sich festsetzen, verrät eure IP Adresse den Webseitenbetreibern auch Informationen über euch und vor allem über euren Standort. Die IP Adresse wird grundsätzlich immer „mitgeschickt“, wenn ihr eine Seite besucht. Das ist auch notwendig, damit der Server der besuchten Seite weiß, wo er seine Daten hinschicken muss. Wer also weitestgehend anonym surfen möchte, muss seine IP Adresse verschleiern. Das funktioniert, in dem beispielsweise Anonymisierungs-Server zwischengeschaltet werden. Tools zur Verschleierung der IP Adresse schicken eure Informationen über unzählige Server in aller Herren Länder, sodass eine Rückverfolgung zum Ursprung so gut wie unmöglich ist. Darüber hinaus werden zusätzliche Verschlüsselungstechnologien eingesetzt, die euren Datenverkehr für Dritte weitestgehend unlesbar machen. Der Nachteil bei solchen Tools ist allerdings, dass sie das Surfen stark verlangsamen können. Wer also Wert auf ordentlich Geschwindigkeit legt, greift besser auf VPN Tools zurück.

Steganos Online Shield VPN

Die VPN Software von Steganos schützt euch und eure Daten vor allem in öffentlichen WLAN Netzwerken bzw. Hotspots und ermöglicht es euch, anonym zu surfen. Cookies werden automatisch gelöscht, lästige Werbung blockiert, Bedrohungen angezeigt und Daten verschlüsselt. Zusätzlich seid ihr mit Steganos auch auf Facebook und Co. sicher vor dem so genannten „Social Tracking“ (das Einblenden von Werbeanzeigen auf Basis eurer Interessen und Seitenaufrufe innerhalb des sozialen Netzwerks). Steganos gibt es kostenlos als Testversion und schlägt anschließend mit aktuell knapp 30 € (regulär knapp 50 €) für eine 1-Jahr Lizenz zu Buche. In diesem Video werden die Vorteile von Steganos einmal im Detail gezeigt:

Tor Browser

Mit Tor Browser könnt ihr im Netz anonym surfen. Dazu werden eure Daten wie oben beschrieben über unzählige Anonymisierungs-Server geleitet. Der Vorteil: Tor Browser funktioniert direkt und schnell, ohne dass ihr selbst komplizierte Konfigurationseinstellungen vornehmen müsst – der entsprechende Firefox Browser wird dazu direkt mitgeliefert. Zusätzlich enthält das Tool auch weiterführende Sicherheitstools, die euch umfassend im Netz schützen und das Beste: Tor Browser ist komplett kostenlos. Der Nachteil ist, dass die Nutzung von Tor Browser das Surfen verlangsamt.

ZenMate

Wer statt Firefox lieber Google Chrome benutzt, ist mit dem Plug-in ZenMate gut beraten. Auch hierbei handelt es sich um eine kostenlose Anwendung, die eure Browser-Daten verschlüsselt und schützt sowie euren Standort bzw. die IP Adresse verbirgt. Dazu werden eure Daten über das VPN Cloud Netzwerk von ZenMate geleitet – das sorgt dafür, dass eure eigene IP Adresse durch eine generische Adresse von ZenMate ersetzt wird und ihr gänzlich anonym surfen könnt.

CyberGhost

CyberGhost ist eines der beliebtesten Tools für die Datenverschlüsselung, arbeitet auch über VPN Server und wurde laut Eigenaussage schon mehr als 5.000.000 Mal heruntergeladen. Neben der Verschleierung der IP Adresse, sorgt CyberGhost auch für umfassenden Schutz gegen Hacker- oder Phishing-Attacken und sorgt für angenehmen Werbefreiheit beim Surfen. Zum Download stehen eine gänzlich kostenlose Version, ein Premium und ein Premium Plus Paket zur Verfügung. Bei CyberGhost Premium zahlt ihr pro Monat zwischen 4,16 und 4,99 € und surft komplett werbefrei bis zu 5x schneller als mit der kostenlosen Version. Zusätzlich gibt es Apps für iOS und Android. Bei dem CyberGhost Premium Plus Abo (zwischen 6,99 und 7,99 € monatlich) erwerbt ihr neben allen Premium-Funktionen die Lizenz für den Einsatz auf bis zu fünf Geräten.

Anonym surfen: Browser Einstellungen nicht vergessen

Wer kein Anonymisierungstool installieren will oder kann, sollte zumindest „klein“ anfangen und wenigstens seine Browser-Einstellungen anpassen. Surft (vor allem in öffentlichen Netzwerken) immer nur im privaten Modus (lässt sich in den jeweiligen Browser-Einstellungen aktivieren) und/oder löscht regelmäßig den Verlauf. Wenn ihr Fragen zu eurer Datensicherheit im Netz habt oder mehr darüber wissen wollt, wie ihr anonym surfen und eure IP-Adresse verschlüsseln könnt, helfen wir von PC-SPEZIALIST euch natürlich gerne weiter.

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