Die eSIM kommt
Author
Henry Winning, Fr, 12. Feb. 2016
in Smartphones

Die eSIM kommt

Fest verbaute SIM-Karten

Wechselbare SIM-Karten gehören zum Handy wie die Daten auf die Festplatte: Je nachdem, ob man sich im Heimat- oder Ausland befindet, kann man je nach Bedarf die Vertrags- oder Prepaidkarte ins Telefon stecken und lostelefonieren.

Jetzt wollen große Smartphone-Hersteller eine sogenannte embedded SIM (eSIM) einführen, die fest im Telefon verbaut wird. Ergeben sich daraus nun eher Einschränkungen oder Freiheiten für die Nutzer? Wir zeigen euch was, wann und warum.

Die genauen Maße der neuen eSIM sind noch nicht endgültig beschlossen. Trotzdem ist schon sicher, dass sie weniger als Apples aktuelle Nano-SIM messen wird.

Micro, Nano, eSIM

eSIM: Die Generationen im Vergleich

Gut zu sehen: Die Träger um den Microchip herum wurden immer kleiner. Die eSIM ist hier nicht abgebildet.

Die Nano-SIM ist 40 Prozent kleiner als der Micro-SIM-Vorgänger, die jetzt kommende eSIM ist noch einmal etwas platzsparender. Der geringe Formfaktor resultiert aus der Einsparung der Plastikummantelung, die üblicherweise um den Microchip gelegt wird. Somit ist es möglich, auf gleichem oder sogar geringerem Raum mehr Hardware zu verbauen. Da die eSIM fest verbaut und nicht mehr vom Rahmen aus zugänglich gemacht werden muss, kann sie auch an weit aus anderen Plätzen eingesetzt werden. Dabei kommt jedoch eine Frage auf: Wie kann der Benutzer nun zwischen Prepaid- oder Vertragsmodell wechseln bzw. entscheiden?

Von Freiheiten…

Abgesehen von diesen Einsparungen ist die eSIM nicht mehr austauschbar, dafür aber programmierbar. Wenn das Handy also das erste Mal gestartet wird, loggt es sich auf einen (Univseral-Discovery-) Server ein, der im Laufe der kommenden Jahre eingerichtet wird. Dort kann der Benutzer dann aus verschiedenen Anbietern wählen, die darauffolgend den Datenfluss herstellen. Das Betreiberprofil wird dazu auf die eSIM heruntergeladen und dort gespeichert. Durch die Programmierbarkeit ist es möglich, mehrere Profile für beispielsweise verschiedene Handynummern oder Dienste simultan zu verwenden. Je nachdem, welcher Anbieter für den jeweiligen Service die passenden Konditionen bietet. Dadurch entfallen speziell angebotene Smartphones mit mehreren SIM-Karten-Slots (MultiSIM).

… und Unfreiheiten der eSIM

Auf der anderen Seite warnen Datenschützer vor der neuen Karte: Einmal mehr werden Daten gespeichert und können einfach ausgelesen werden. Auf diesem Wege werden Bewegungen, also beispielsweise Länderreisen, noch einfacher durch Verbindungsprotokolle nachvollziehbar. Gleichzeitig könnte es passive Einschränkung durch die Karte geben. Durch Vertragsbindungen zwischen Smartphonehersteller und Netzanbieter verringert sich der Wettberwerb, sofern es keine Auswahl a la „sonstige Anbieter“ gibt, mit der man auch jeden anderen Provider mit der Karte manuell verbinden kann. Ein Fakt, den die Bundesnetzagentur mit Sicherheit im Auge behalten wird.

 

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